Schrumpfköpfe, Orang Utans und Totenzeremomien - ab in den Norden Indonesiens!

Indonesien-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2014  |  von Thalia&Christine R

28.August 2014:Rantepao

Heute besuchen wir mit dem Guide Jonny und noch 2 Mädels aus unserem Guesthouse eine Beerdigungszeremonie.
Es ist eine Beerdigung von einer Person aus höherem Stand, da dauert die Feier ca 1Wocheund heute ist der Tag der Schweine, d.h. es werden Schweine geschlachtet.
Das Volk der Torajer bewahrt seine Angehörigen manchmal über Jahre noch auf, wenn sie gestorben sind. Sie werden mit Formalin gespritzt, welches die Knochen auflöst, und sie haltbar macht.
Sie gelten als schlafend und bleiben im Haus und nehmen noch am Familienleben teil bis die Familie genug Geld für die Beerdigung zusammengespart hat.
Für die Gäste werden sogar provisorische Häuser gebaut zum Übernachten, die nach der Feier wieder abgerissen werden.

Die Gäste kommen

Die Gäste kommen

Jetzt sind wir bei der Beerdigung.
Auf dem Weg hierher haben wir schon einen Transporter mit Büffeln überholt und viele Gäste die auf dem Weg zur Beerdigung sind.
Unter anderem auch eine Kindergruppe, die später singen wird und Instrumente spielt.
Wir werden vom Gastgeber begrüßt und bekommen einen Platz zugewiesen.
Sofort werden uns Gebäck und Tee oder Kaffee serviert.
Während wir hier sitzen, werden Schweine reingebracht, die quieken fürchterlich, sie ahnen sicher schon was ihnen bald blüht.
Auf dem Schlachtplatz sind noch die Reste vom gestrigen Büffel schlachten. Viel Blut und Innereien und die 2 Köpfe. Die Kinder spielen damit und ab und zu kommt ein Hund und holt sich einen Happen.

Viele Frauen sind gruppenweise gleich angezogen, ich denke es wird auch einige Vorführungen geben.

Die Kinder spielen mit den toten Büffelresten

Die Kinder spielen mit den toten Büffelresten

Wir wechseln noch einmal die Platze um besser sehen zu können, wenn die Familie einmarschiert.
Die Verstorbene hieß Oma Tersayang und war nur etwa 65 Jahre alt und ist vor 2 Monaten verstorben.Sie liegt im zentralen Gebäude, oben im Sarg und überall hängen Bilder von ihr. Sie wurde also noch nicht so lange aufbewahrt. Manche Verstorbene werden sogar über Jahre noch in ihren Häusern bei ihrer Familie aufbewahrt und mit Formalin konserviert, bevor sie mit so einer Feier beerdigt werden.
Je nach Stand ist dann die Größe der Feier.
Die Gäste bringen als Geschenke Schweine oder Büffel mit. Wobei die mehrfarbigen Büffel die teuersten sind. Sie kosten teilweise bis zu 200.000 Euro!
*
Der Master oft Zeremonie verliest die Namen der Gäste und woher sie kommen.

Es wird literweise Tee gekocht

Es wird literweise Tee gekocht

Hier ist der Sarg mit der Toten

Hier ist der Sarg mit der Toten

Das bekommen wir zu essen. Leider das meiste viel zu scharf.

Das bekommen wir zu essen. Leider das meiste viel zu scharf.

Das Schweinefleisch wird in Bambusrohren gegart

Das Schweinefleisch wird in Bambusrohren gegart

Dann beginnt der Einmarsch der Gäste mit ihren Geschenken.
Immer wieder werden Schweine geschlachtet, die schreien ganz furchtbar.

Die bringen Gebäck und Süßes als Geschenke

Die bringen Gebäck und Süßes als Geschenke

Zwischendurch besuchen wir mit Jonny die traditionellen Gräber

Nur die Reichen können sich die Gräber im Felsen leisten. Diese werden von Hand in die Felsen geschlagen

Nur die Reichen können sich die Gräber im Felsen leisten. Diese werden von Hand in die Felsen geschlagen

Vor den Gräbern stehen die traditionellen Tao-Tao Puppen aus Holz.

Vor den Gräbern stehen die traditionellen Tao-Tao Puppen aus Holz.

Die sind teilweise schon so verfallen, dass die Skelette rausgefallen sind

Die sind teilweise schon so verfallen, dass die Skelette rausgefallen sind

Das sind die Kindergräber. Wenn Babies starben wurden sie in harzreichen Bäumen bestattet. Der Baum soll die Babies mit dem Harz weiter nähren, damit sie mit dem Baum weiter wachsen, weil sie zu jung gestorben sind.

Das sind die Kindergräber. Wenn Babies starben wurden sie in harzreichen Bäumen bestattet. Der Baum soll die Babies mit dem Harz weiter nähren, damit sie mit dem Baum weiter wachsen, weil sie zu jung gestorben sind.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ja, Indonesien muss es wieder sein, aber diesmal verschlägt es uns in den Norden. Auf dem Plan stehen Borneo, Sulawesi und die Molukken, dort heißt es Natur und Kultur pur! Als Großstadt wird es diesmal Bangkok sein, anschließend ein Abstecher auf die Vulkaninsel Java, sofern es die "Aktiven" erlauben. Das Highlight dieser Reise soll die Totenzeremonie der Tadoories von Sulawesi sein. Dann die letzten freilebenden Orang Utans auf Borneo, vielleicht noch die Molukken...wer weiß...
Details:
Aufbruch: 04.08.2014
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 08.09.2014
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Brunei Darussalam
Indonesien
Der Autor
 
Thalia&Christine R berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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