Thailand - wieder einmal

Thailand-Reisebericht  |  Reisezeit: Januar / Februar 2018  |  von Stefan Böhm

05.+06.02. Tak - Kleiner Ort mitten in Thailand

05.02.

Es heißt Abschied nehmen von Chiang Mai. Schon wieder ist eine Woche um. Zum Frühstück gehe ich ins German Beer House. Richtig gelesen, ins Deutsche Bier Haus. Das ist nur ein paar Meter vom Hotel entfernt und wird für sein Frühstück gelobt. Tatsächlich bekomme ich für 100 B (90 + 10 Aufschlag für den besseren Kaffee) einen sehr guten Kaffee, zwei schön weich gekochte Eier, zwei dicke Scheiben Toast, Butter und Marmelade. Das reicht mir. Allerdings muss ich eine viertel Stunde auf mein Frühstück warten.
Beim Auschecken versuche ich noch einmal den Preis zu korrigieren, weil ich nicht so ganz einsehe, warum die Übernachtung vom Sonntag auf den Montag ebenfalls zum teureren Wochenendtarif abgerechnet wird. Habe aber keine Chance. Wenigstens muss ich nicht wegen dem Frühstück auch noch diskutieren. Das ist nicht berechnet worden.
Ein Taxi vom Hotel zum Busbahnhof würde 250 B kosten. Im Internet habe ich gelesen dass ein regulärer Tucktuck Preis etwa 120 B beträgt. Ich frage einen der Fahrer von den roten Songteow. Der erste lehnt ab. Der zweite meint 100 B. Erst lehne ich ab, weil mit denen ja eine reguläre Fahrt 30 B kostet. Dann überlege ich kurz, dass das ja gilt, wenn die ihre Route fahren und man unterwegs zu und aussteigt. Jetzt würde er ja quasi als Taxi fungieren und wegen mir dort raus fahren. Ich stimme also zu und er fährt sofort los und ohne Umwege und ohne anzuhalten zum Bahnhof. Dort gehe ich zum Bahnsteig 15 und setzte mich. Es ist ja erst 10:30 und ich habe noch Zeit. Als es 11:00 wird und sich nichts tut werde ich langsam nervös und stehe auf. Nach 10 Minuten kommt einer an und fragt wo ich hin will. Ich zeige ihm mein Ticket, da meint er, ich sei hier ja am falschen Bahnhof. Der Richtige wäre gegenüber auf der anderen Straßenseite gewesen. Das darf doch nicht wahr sein. Natürlich ist der inzwischen weg – und damit auch mein Sitzplatz in der ersten Reihe. Ich suche einen Schalter und kaufe eine neue Fahrkarte für den nächsten Bus. Der geht um 11:30 und kostet auch 167 B. Es ist also weder viel Zeit, noch viel Geld kaputt. Aber ärgern tut es mich trotzdem. Zumal zwar auch da genug Beinfreiheit ist. Ich habe einen Platz am Notausgang. Aber der Sitz ist so durchgesessen, dass die zwei Stunden echt unbequem werden.

In Tak angekommen kaufe ich mir gleich eine Fahrkarte nach Nakhon Sawan für übermorgen. Dann ist das auch erledigt. Der Bus geht um 10:00 und die Karte kostet 143 B. Der Tucktuck Fahrer will 80 B zum Viang Tak Riverside Hotel. Ich wundere mich, weil das ja doch ein sehr kleiner Ort mit keinen 20.000 Einwohnern ist und wir einigen uns auf 60 obwohl ich das auch für zu teuer halte. Es ist dann aber wieder wie so oft in gerade kleineren thailändischen Städtchen. Die Busbahnhöfe liegen am A. der Welt und die Städte dehnen sich. Wir sind also eine ganze Weile unterwegs und der Preis ist durchaus gerechtfertigt, zumindest für Touristen. Das Hotel liegt sehr schön direkt am River Ping nur durch die Straße getrennt. Es war einmal ein richtig tolles Hotel das inzwischen seine besten Zeiten auch hinter sich hat. Es ist aber immer noch ein recht gutes Hotel mit einem schönen Pool. Einen Wehrmutstropfen hat es allerdings doch. Mein Zimmer hat zwei Einzelbetten. Ich gehe wieder runter und frage nach. Da wird mir erklärt, dass es Doppelbetten nur in die teureren Zimmerkategorien gibt. Ich frage, was die mehr kosten, ziehe aber nicht um. Die 300 B je Nacht spare ich mir für die zwei Nächte. Zumal ich den Koffer nicht auspacke und ihn so einfach aufgeklappt auf dem zweiten Bett liegen lassen kann. So hat es in diesem speziellen Fall sogar etwas Gutes.

Nachdem es hier nicht viel zu tun gibt, verbringe ich den restlichen Mittag am Pool. Ich bekomme sogar ein Handtuch und kann einen Wassermelonen Shake bestellen. Fraglich ist, was ich wegen dem Abendessen mache. Ich finde zwei Optionen im Internet. Zur einen muss ich aus dem Hotel links die Straße runter, zur anderen rechts. Bei der rechten Option muss ich aber noch um 1-2 Ecken. Die linke erscheint mir außerdem auch eher tauglich, nach dem Essen noch etwas zu trinken. Die beiden Nachtmärkte am Orte werden auch in dieser Richtung nach der Brücke angezeigt. Sie sollen aber beide schon zu bzw. nur an bestimmten Tagen geöffnet sein. Was nicht eingetragen ist, ist der Nachtmarkt, der gleich nach etwa 100 Metern anfängt und sich dann ziemlich lange den halben Park entlang zieht. Als der Nachtmarkt dann aufhört wird es recht dunkel. Die von mir erwartete Kneipe ist offensichtlich noch eine Strecke entfernt genauso wie besagte Brücke. Nee, da habe ich dann doch keine Lust mehr weiter zu laufen. Zumal ich das Ganze dann später ja noch wieder zurücklaufen müsste. Da will ich mich doch lieber noch einmal auf dem Nachtmarkt umsehen. Am Anfang vom Park bilden drei open Air Restaurants quasi das Zentrum des Nachtmarkts. In das eine laufe ich rein. Es ist eines dieser Buffet Hot Pot Restaurants an denen man sich das Zeug holt und am Tisch in Brühe oder einer Art Grill selbst gart. Auf der anderen Seite wieder raus befinde ich mich im nächsten Lokal. Ich bin mir unschlüssig aber da ruft mir ein Thai zu, und gibt mir Zeichen, dass ich mich setzen soll. Na warum nicht. Er gestikuliert mit einer Kellnerin / der Chefin rum und die bringt mir eine Art englischen Auszug aus der Speisekarte, wie dies manchmal in untouristischen Gegenden vorkommt. Man hat dann eben eine sehr eingeschränkte Auswahl. Ich bestelle Garnelen mit Creme und einen gekochten Reis dazu und bin gespannt was ich bekomme. Es kommt ein großer flacher Teller in dem im Kreis gegarte Garnelen wie immer noch mit den Schwänzen dran und auf jeder Garnele eine halbe Knoblauchzehe, das ganze quasi ertränkt in einer dicken weißen Creme die eher neutral schmeckt. Darüber jede Menge Grünzeug, ich vermute Petersilie, es könnte aber auch eine ganz milde Sorte Koriander sein. Das Ganze war sehr ungewöhnlich, hat aber gut geschmeckt. Mit einem großen Chang habe ich gute 200 B gezahlt.

Während ich zum Hotel zurück laufe, es ist etwas 21:15, bauen sie gerade die Stände vom Nachtmarkt ab. Auch in den Restaurants war am Ende kaum noch etwas. Ich vermute um 21:30 ist hier im Ort Zapfenstreich. Ich habe aber noch Glück. Beim ersten Vorbeilaufen habe ich relativ am Anfang vom Markt einen Stand gesehen, der zwei verschiedene Arten von Spritzgebackenem verkauft. Jetzt hat er zwar nur noch die kleine Sorte, aber da nehme ich mir eine kleine Tüte mit. Ich liebe ja diese Art Gebäck das wir auch chinesisches Brot nennen. Das passt prima zu dem Bier, dass ich mir im 7 Eleven noch mitnehme

06.02.

Beim Frühstück ist außer mir noch ein Gast, interessanterweise auch ein Westler. Ein Omelett liegt fertig da. Nachdem es nicht mehr ganz heiß ist, wird es noch einmal aufgebacken. Bis ich mir mein Toast dazu geröstet und Kaffee eingeschenkt habe, ist mir ein neues Omelett gebacken und an den Tisch gebracht worden. Na dann lass ich das Alte doch lieber stehen. Danach würde ich mir gerne ein paar der Pancakes auch einfach noch einmal auf die Grillplatte legen lassen zum Auffrischen. Da kommt der Koch vorbei mit seinem eigenen Frühstück, schaut sich die Pancakes an, schüttelt den Kopf und verschwindet in der Küche. Kurz darauf kommt er rührend mit einem Topf in der Hand wieder raus und backt mir vier ganz frische Pancakes. Die waren vielleicht lecker, so richtig luftig.

Das Sightseeing fällt heute eher kurz aus. Ich suche die Gasse, in der die alten Holzhäuer stehen. Unterwegs komme ich noch an einem Tempel vorbei, der aber leider abgeschlossen ist. Dann finde ich die Gasse. Es ist fast schon ein Viertel, das Zentrum aber bildet diese Gasse in der laut Hinweisschildern wohl mit alten thailändischen Baustielen experimentiert wird. Die Häuser sehen tatsächlich schöner aus als das meiste, was man in Thailand so an Steingebäuden sieht.

Ich laufe weiter zum Fluss und an diesem entlang weil ich die Idee habe, einmal im Kreis zu laufen, die südliche Brücke über den Fluss, dann auf der anderen Seite hoch und die nördliche wieder zurück. Mir wird aber bald klar, dass das eine Schnappsidee ist. Das lassen wir lieber.

Ich laufe zurück und mehr ins Zentrum zu dem kleinen See. Der kleine Chinesische Tempel an dem ich gerade stehe ist der passend Wendepunkt.

Am See angekommen denke ich mir, dass es schön wäre, wenn es jetzt hier ein nettes Kaffee gäbe, in dem ich gemütlich einen Kaffee trinken könnte. Gibt es aber nicht. Dafür ein Hinweisschild an einem Laternenmasten „Steak German Art“ und eine Telefonnummer. Na toll. Das wäre doch was. Das Schild steht an einer Weggabelung von der aus eine kleine Straße um den See führt. Ich wende mich rechts um den See herum und sehe kurz darauf ein kleines Hotel und die Telefonnummer. Davor ein ganz hübsches, aber noch geschlossenes Gartenrestaurant. Damit ist klar, wo ich heut Abend Essen gehe.
Der See ist durch eine kleine Dammstrasse geteilt und rechts vom See geht es ein paar Meter aufwärts zu einem weiteren Tempel. Hier werde ich wieder einmal von Hunden empfangen die bellend den Fremden ankündigen. Der Tempel ist recht hübsch aber die Hallen sind leider auch wieder geschlossen. Also mache ich mich langsam auf dem Weg zurück ins Hotel. Vom See aus geht es eine kleine Gasse geradeaus bis zur großen Straße an der es liegt. Kaum ein paar Meter die Gasse rein kommt auch schon ein recht nettes modernes Kaffee, wie ich es hier nicht mehr erwartet hätte. Das schreit ja förmlich nach einem schönen Frappee zum Abkühlen.

Im Hotel folgt dann die nächste Abkühlung durch den Pool.
Zum Abendessen laufe ich wie geplant zu der kleinen Wirtschaft. Dort werde vom Chef selbst begrüßt. Viel ist nicht los. Auf der Karte gibt es zwei Arten von Steaks. Darunter ein Sirlionsteak für 199 B. Ich frage was dabei ist und er meint eine Kartoffelspalte und etwas Salat. Dazu bestelle ich extra Pfeffersoße für 19 B. Als das Steak kommt ist es ein richtig großes, eher dünn geschnittenes Stück Fleisch mit einer kleinen Baguette Scheibe und dem Salat. Leider ist das Steak noch komplett roh innen. Also bringe ich es ihm zurück und bitte ihn, es noch etwas nachzubraten. Außerdem bestelle ich noch eine Portion Pommes. Jetzt ist das Fleisch lecker und schön zart - zumindest was ich davon essen kann. Leider muss ich die Hälfte wegschneiden weil das Fleisch komplett mit Fettadern durchzogen ist. Das ist kein wirkliches Sirlion. Auch die Soße ist keine Soße, sondern eine dicker Brei. Dafür sind die Pommes ausgezeichnet, was hier in Thailand auch nicht unbedingt so oft vorkommt. Beim Zahlen entschuldigt er sich, aber es war ja noch genug zum Essen da und für den Preis geht das ok. Viele mögen ja auch gerade wenn das Fleisch fett ist. Wir unterhalten uns noch kurz und er erzählt mir, dass er drei Thairestaurants gehabt hat. Eins in Köln, eins in Dortmund und eins in Essen. Nach der Einführung des Euro seien sie aber kaputt gegangen, zumal wohl sehr viele Muslime zugezogen sind in der Zeit, die keine Kundschaft für ihn waren. Er hat also seine Lokale in Deutschland geschlossen, ist hier her zurückgegangen und hat hier das Hotel eröffnet.
Auf dem Weg ins Hotel habe ich noch bei dem Stand von gestern vorbei geschaut. Heute hat er noch beide Sorten Brot. Für 25 B nehme ich zwei große Stangen und 5 kleine.

© Stefan Böhm, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach der anstrengenden Chinarundreise bin ich gute drei Monate später schon wieder unterwegs. Es geht wieder einmal nach Thailand, einem meiner Lieblingsländer. Ich werde mir zwar auch dieses Mal den einen oder anderen Tempel anschauen, aber der Schwerpunkt liegt auf der Erholung. 4 Wochen mit nicht all zu vielen Wechseln.
Details:
Aufbruch: 20.01.2018
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 18.02.2018
Reiseziele: Thailand
Der Autor
 
Stefan Böhm berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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