Thailand - wieder einmal

Thailand-Reisebericht  |  Reisezeit: Januar / Februar 2018  |  von Stefan Böhm

24.01. Es geht nach Chiang Rai

Während ich frühstücke und mich mit meiner polnischen Reisebekanntschaft unterhalte regnet es. Eine halbe Stunde habe ich etwa noch, dann muss ich los. Ich frage an der Rezeption und die meinen, es sollte nicht zu lange regnen. Das sei eher ein typischer Kurzregen. Es wird 10:45 und ich muss jetzt wirklich los. Inzwischen ist der Regen nur noch stärker geworden. Da hilft nichts. Ich brauche ein Taxi. An der Rezeption wird ein Knopf gedrückt und draußen beginnt eine gelbe Warnlampe oder so zu blinken. Kurz darauf hält auch schon ein Taxi. Der Fahrer erinnert mich an den typischen verschmitzten alten Typ aus asiatischen Filmen, die meistens irgendwie den Guten helfen. Ich sage „Don Muang“ und er fragt „wieviel“? Ich meine „Taxameter“ und er „Highway?“ „Yes“. Er fährt nach meinem Gefühl erst einmal in die falsche Richtung. Das verstärkt sich noch, als wir an einem Hinweisschild Savaniburam, also neuem Flughafen vorbei kommen. Er meint, aber das sei in Ordnung er fährt seit 45 Jahren Taxi in Bangkok und wegen dem Verkehr ist das besser. Tatsächlich zahle ich einmal 60 und einmal 70 B Maut, 220 B für die Fahrt und bin nach einer knappen halben Stunde da. Da bin ich schon deutlich teurer unterwegs gewesen.
Im Flughafen sah das letzte Mal alles noch etwas Behelfsmäßig aus. Das ist inzwischen vorbei. Der Flughafen ist wieder voll im Betrieb. Was mir gefällt ist, dass überall, gerade auch in den Wartehallen zum Boarding, kleine Kaffees eingerichtet sind. Man bekommt also überall etwas zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen wenn man will. Anders als in vielen anderen Flughäfen in denen man in diesen Bereichen unter Umständen über Stunden auf dem Trockenen sitzt.
Das Boarding beginnt mit 30 Minuten Verspätung aber das hält sich noch in Grenzen. Die Sitze sind so eng, dass ich selbst auf den „Luxussitzen“ mit mehr Beinfreiheit am Notausgang gerade so rein passe. Bei den Standardsitzen hätte ich gar keine Chance. Aber der Flug geht ja nur eine Stunde etwa. In dieser Zeit bekomme ich noch etwas zu Trinken und ein Päckchen mit Sandwich als Verpflegung. Gehört bei den teuren Plätzen dazu.

Warten auf den Koffer

Warten auf den Koffer

Der Flughafen Chiang Rai ist sehr klein, hat aber trotzdem richtige Anlegestege wie die großen Flughäfen. Das Gepäck ist flott da und ich mache mich auf die Suche nach einem Taxi. Das Schild „Meter Taxi“ ist ganz schön irreführend, denn auch hier muss man einen Voucher kaufen. Der kostet mich 180 B. Ich finde das völlig überteuert, aber die Dame wiederholt nur stoisch den Preis. Tja, da bleibt wieder einmal nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu Beißen. Immerhin ist es dann doch ein ordentliche Strecke, die wir fahren. Leider gilt das auch für die Lage meines Hotels, dem Laluna. Es dürften schon so 2 Kilometer bis zum Nachtmarkt und damit dem Zentrum der Stadt sein. Das wäre ja noch halbwegs ok, wenn es sich nicht um eine absolut öde Strecke handeln würde, fast schon wie eine Landstraße. Es geht nur einmal rechts und einmal links, aber die Strecken dazwischen ziehen sich ewig. Dafür gehören der Hotelgarten und der Pool, zu den schönsten, die ich bisher hatte. Auch der Bungalow ist angenehm geräumig.

Mein Bungalow

Mein Bungalow

Zum Abendessen geht es natürlich auf den Nachtmarkt. Es gibt einen etwas längeren Weg außen herum, über die Hauptstraßen und eine etwas kürzere Abkürzung. Ich nehme den längeren und sehe so gleich noch etwas vom Ort, wie zB den recht hübschen (protzigen) Glockenturm und einen ganz interessanten Tempel.

Ein bisschen muss ich suchen, bis ich den Nachtmarkt finde oder besser, das Restaurant, das sich selbst als „der Nachtmarkt“ ausgibt. Auf einem großen Platz befindet sich ein einziges großes Lokal mit Folklorebühne. „Das kann aber nicht der Nachtmarkt sein“ denke ich mir. Ich kenne ja asiatische Nachtmärkte. Siehe da, wenn man weiter läuft durch einen Nachtmarkt für Klamotten etc um ein paar Ecken, taucht der richtige Nachtmarkt auf. Es gibt jede Menge Stände, wobei einige das gleiche Angebot haben. Allerdings nur einen, der sich auf Phad Thai und ähnliche Nudelgerichte spezialisiert hat. So komme ich endlich zu meinem (richtig leckeren) Phad Thai. Obwohl der Nachtmarkt ziemlich groß ist, ist er voll. Es ist fast kein Tisch zu bekommen. Als ich mich irgendwann traue, mir ein weiteres Bier zu holen ist innerhalb der 2-3 Minuten mein Tisch abgeräumt und es werden zwei neue Gäste hingesetzt. Ich beschwere mich, dass das mein Platz ist, habe aber kein Problem damit, mit dazuzusetzen. Hauptsache, ich habe einen Sitzplatz. Der Angestellte bringt sie aber trotzdem weiter vor an einen anderen Tisch, der gerade leer geworden ist. Als Nachschlag habe ich mir noch panierte, frittierte Shrimps geholt.

Dieses Mal habe ich gleich Bescheid gesagt, dass ich wieder zurückkomme. Die Shrimps waren leider nichts. Viel zu viel Panade. Man hat die Shrimps selbst kaum geschmeckt. Dabei gehört dieses Essen zu denen, die hier am meisten angeboten werden und auch überall gleich aussieht. Das Bier finde ich hier mit 95 B für die große Flasche Leo zu teuer. Es gibt zwar eine Kulturvorführung aber die hält sich doch stark in Grenzen und rechtfertigt den Aufschlag nicht.
Nach Hause laufe ich dieses Mal den kürzeren Weg. Der zieht sich aber trotzdem auch immer noch. Etwa 100 Meter vor dem Hotel komme ich an der 8080 Bar vorbei, in der Live Musik gespielt wird. Da schaue ich doch mal rein. Viel los ist nicht, was möglicherweise daran liegt, dass die Musik nicht so wirklich toll ist, aber ich gönne mir trotzdem ein Leo für 110 B. In einer Musikkneipe ist das ok. Außerdem habe ich einen bequemen Platz auf einem Ledersofa und die Bedienungen sind nett.

© Stefan Böhm, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach der anstrengenden Chinarundreise bin ich gute drei Monate später schon wieder unterwegs. Es geht wieder einmal nach Thailand, einem meiner Lieblingsländer. Ich werde mir zwar auch dieses Mal den einen oder anderen Tempel anschauen, aber der Schwerpunkt liegt auf der Erholung. 4 Wochen mit nicht all zu vielen Wechseln.
Details:
Aufbruch: 20.01.2018
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 18.02.2018
Reiseziele: Thailand
Der Autor
 
Stefan Böhm berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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