Patagonien - Auf der Straße nach Süden

Reisezeit: Januar / Februar 2018  |  von Diana & Pavla

Eine Idee, zwei Frauen, drei Wochen, viertausend Kilometer - und wieder zurück. Ein kleines, feines Abenteuer zwischen Santiago und Feuerland.

Teil 1 - Die besten Ideen ...

Die besten Ideen sollen ja bekanntlich die Spontanen sein.

Diese hier ereilte mich eines schönen Tages im Juni 2017 - in Form meiner Freundin Pauline, die mich recht unvermittelt über den Rand ihres Cocktailglases hinweg fragte: „Möchtest Du Anfang nächsten Jahres so für 3, 4 Wochen mit mir nach Patagonien kommen?“

„Ähm… JA! KLAR!!“

Zuhause erst einmal der Blick in den Atlas, wo genau denn das eigentlich sein solle.

Wissen Sie, Pauli genießt in unserem rundweg bürgerlichen Freundeskreis durchaus so etwas wie den Ruf einer Abenteurerin, war sie doch bereits viel auf eigene Faust in der Welt unterwegs ... Argentinien, Iran – letzteres im Übrigen ohne ein Wort Farsi zu beherrschen. Und an deren Seite stellen Sie sich nun mich vor, als bieder-mustergültige Beamtin ganz die Sorte „Pauschaltourist“, ohne ernstzunehmende Kenntnisse der Welt, des Wanderns oder gar der spanischen Sprache.
Konnte das gut gehen?

… Ich verrate Ihnen etwas.
Ja!!

Die "Schnapsidee" nahm in den kommenden Wochen und Monaten handfeste Formen an. In liebevoller Kleinarbeit erarbeitete Pauli für uns einen Reiseplan, der direkt meinen Bürokalender in den Schatten stellte.
Um es vorauszuschicken: Bis auf zwei Änderungen hielten wir uns exakt an diesen Leitfaden und holten somit das unserer Meinung nach Optimale an Erlebnissen aus dreieinhalb Wochen heraus – die, rückblickend gesehen, natürlich viel zu kurz für dieses wunderschöne Stück Land am anderen Ende der Welt bemessen waren.

Unsere Reiseroute erstreckte sich zunächst fast viertausend Kilometer mit dem Bus von Santiago de Chile bis Punta Arenas und hinüber nach Feuerland, dann per Inlandsflug zurück nach Santiago – nicht zu vergessen die beiden wundervollen Abstecher nach Viña del Mar und Valparaíso!

Wir zwei Weibsbilder für dreieinhalb Wochen am anderen Ende der Welt?

Wir zwei Weibsbilder für dreieinhalb Wochen am anderen Ende der Welt?

Aber - alles der Reihe nach.

Für die Reise wurde, wegen der verhältnismäßig günstigen Flüge, der Zeitraum 28.01.– 21.02.2018 gewählt.
Unser Fluganbieter Alitalia sollte uns von München via Rom nach Santiago de Chile und auf der gleichen Strecke retour bringen.

Die Wochen bis dahin waren vorwiegend durch den Erwerb von allerlei mehr oder weniger sinnvollen Outdoor-Utensilien geprägt und gipfelten in einer gemeinsamen Shoppingtour in einem dieser (sich mit dem klingenden Namen des „Zehnkampfes“ schmückenden) Megastores.
Auch jemand, der wie ich noch niemals zuvor einen Tourenrucksack gepackt hatte, ahnt, dass es mit dem Einkauf allein natürlich noch nicht getan war. Für uns beide bedurfte es mehrerer Packversuche, immer natürlich die bekannten Ratschläge á la „Schweres direkt an den Rücken, Leichtes nach oben, Wichtiges gut zugänglich“ im Hinterkopf. Die Liste der „zwingend benötigten“ Sachen hatte anfangs eine stattliche Länge – war doch mit Temperaturen von 0 bis 30°C, Wind und Regen zu rechnen - sie schrumpfte jedoch Stück für Stück.
Schließlich mussten wir im Zweifel ja alles auf dem Rücken tragen.

Mein fertig gepackter Rucksack (ich hatte mich für einen "speziell auf die weibliche Ergonomie zugeschnittenen" entschieden, fragen Sie mich bitte nicht, woran man sowas erkennt), übertraf zur allseitigen großen Freude meine selbst gesetzte Grenze von 12 kg um lediglich 1,5 kg. Wer hätte das gedacht.

Und alles fand Verwendung!
(Bis auf meinen ebenso unnötig wie teuer erworbenen Reiseübersetzer. Denn dafür hatte ich ja Pauline. )

Last but not least: Kurz vor der Abreise überreichte mir ein guter Freund stolz noch ein kleines, ebenso liebevoll wie sorgfältig selbst gepacktes „Survival Kit“ für meine Hosentasche, mit so wertvollen Dingen wie Angelhaken & Schnur, Nadeln, Kerze, Rasierklinge und anderen Utensilien, die uns wohl ein mehrtägiges Überleben in der Wildnis oder sowas ähnliches ermöglicht hätten….
Aaah ja.

Na, dann konnte ja nichts mehr schiefgehen!

© Diana & Pavla, 2019
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 28.01.2018
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 21.02.2018
Reiseziele: Chile
Argentinien
Der Autor
 
Diana & Pavla berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
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