Abenteuer Amazonas

Peru-Reisebericht  |  Reisezeit: Januar 2020  |  von Beatrice Feldbauer

Begegnung

Ein ruhiger Tag liegt vor mir. Eveline und Peter wollen ins Pilpintuwasi, ins Schmetterlingshaus, während ich mich meinem verzögerten Blog widme. Ich bin Tage im Verzug und versuche, mich zurück in den Dschungel zu versetzen. Wir haben so viel gesehen, so viel erlebt. Zum Glück habe ich viele Fotos und Videos, die helfen mir, mich zurück zu besinnen, wieder in die Dschungel-Gefühle einzutauchen.

Allerdings kämpfe ich mit dem Internet. Es kommt und geht. Ich schalte das Schweizer Radio ein. Stimmen aus der Heimat sozusagen und ein Zeichen, dass das Internet noch funktioniert. Wenn das Radio verstummt, darf ich nichts speichern, denn dann würde ich es verlieren. Solange das Radio ertönt, kann ich vorsichtig Fotos und Texte aufladen und sie abspeichern.

Mein Zimmer ist in einem separaten Holzaufbau im Hof vor dem Casa Fitzcarraldo. Den Lärm vom Pool und die Beschallung durch Film- und Opernarien kann ich hier nicht so gut hören. Das ist besser für die Konzentration.

Der Blick aus meinem Zimmer.

Der Blick aus meinem Zimmer.

Die ewige Frage in diesen Tagen: Tut es, oder doch nicht?

Die ewige Frage in diesen Tagen: Tut es, oder doch nicht?

Doch irgendwann am Nachmittag habe ich genug, ich schliesse meinen Laptop und sehe nach, ob Eveline und Peter zurück sind. Beim Pool entdecke ich Eveline, sie ist im Gespräch mit einem Mann. Einem Mann, den ich kennen sollte, den ich aber eigentlich noch nie gesehen habe. Eigenartiges deja vu, ich kann ihn nirgendwo einordnen.

Das Rätsel ist bald gelöst. Es ist Hans-Peter, ein Facebook-Freund aus Bonn, den ich tatsächlich noch nie echt gesehen habe. Er reist oft durch Peru, aber als er vor ein paar Jahren das erste Mal nach Iquitos kam, habe ich ihm per Chat Tipps gegeben. Habe ihm auch das Casa Fitzcarraldo empfohlen und jetzt ist er wieder einmal in der Gegend. Gestern angekommen und in einem Hotel im Zentrum einlogiert. Er verfolgt meinen Blog und weiss daher ganz genau, dass ich im hier untergekommen bin. Eine lustige Begegnung.

Er will in den nächsten Tagen mit dem Frachtschiff nach Pucallpa fahren. Das sind vier Nächte auf dem Schiff. Was muss man vorkehren, ist es gefährlich wegen dem Stehlen? Was muss ich mitbringen nebst einer Hängematte? Die üblichen Fragen halt, die man stellt, wenn man noch nie mit dem Frachtschiff auf dem Amazonas gefahren ist.

Hans-Peter aus Bonn

Hans-Peter aus Bonn

Zurück nach Iquitos geht er zu Fuss und da kommt es mir wieder in den Sinn. Hans-Peter ist der Läufer. Er geht alles zu Fuss. In Europa macht er tagelange Touren, hier in Iquitos fährt er kaum je mit dem Mototaxi. Sogar in den Zoo, der mit dem Mototaxi eine Stunde Fahrt bedeutet, ist er vor Jahren zu Fuss gelaufen. Und das in dieser Hitze! Etwas verrückt wahrscheinlich, aber das kann ja jeder so halten, wie er will. Wie hat doch Walter vor ein paar Tagen noch gesagt: „Es sind alle speziell, die nach Iquitos kommen, auch Du!“ Na ja Recht hat er.

Am Abend kommt Davis. Er holt Eveline und Peter ab, Eveline will eine Ayahuasca-Zeremonie mitmachen. Eine ganz und gar untouristische, wie Davis verspricht. Peter begleitet sie. Sie werden bei der Schamanin übernachten.

Ich treffe mich mit Keyla. Endlich haben wir Zeit füreinander. Sie kann mir erzählen, wie es ihr mit der Lodge in den letzten Jahren ergangen ist, wie sie die Zukunft sieht. Wir verbringen einen ruhigen Abend bei gutem Essen und einem Glas Weisswein im einem klimatisierten Restaurant in der Stadt.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach vier Jahren kehre ich zurück nach Iquitos, wo ich mit Hilfe von Einheimischen eine Lodge geführt habe. Ich werde Freunde besuchen und freue mich auf neue Begegnungen.
Details:
Aufbruch: 04.01.2020
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 31.01.2020
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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