Korsika - die immerwährende Berge-und-Meer-Faszination

Frankreich-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Birgit H.

TROPICA - lost place

Bungalows in unterschiedlichen Verfalls-Stadien

Bungalows in unterschiedlichen Verfalls-Stadien

hier reicht ein neuer Anstrich wohl nicht ganz aus

hier reicht ein neuer Anstrich wohl nicht ganz aus

bei einigen sieht es so aus, als seinen Renovierungsarbeiten geplant gewesen - dann jedoch nicht weiter ausgeführt

bei einigen sieht es so aus, als seinen Renovierungsarbeiten geplant gewesen - dann jedoch nicht weiter ausgeführt

das war dann wohl ein Bungalow der besseren Klasse - inkl. Waschbecken ...

das war dann wohl ein Bungalow der besseren Klasse - inkl. Waschbecken ...

ein Sanitärblock

ein Sanitärblock

hier gab es mal Waschbecken

hier gab es mal Waschbecken

der letzte Rest eines Spiegels

der letzte Rest eines Spiegels

hier hat es sich ausgespielt - ein Netz liegt immer noch da

hier hat es sich ausgespielt - ein Netz liegt immer noch da

war hier die Kinderanimateurin untergebracht?

war hier die Kinderanimateurin untergebracht?

so sieht ein "Dauerstellplatz" nach vielen Jahrzehnten aus.

so sieht ein "Dauerstellplatz" nach vielen Jahrzehnten aus.

Die FKK-Anlage TROPICA war früher genau so eine FKK-Bungalow-Anlage wie die benachbarten Anlagen (z. B. Club Corsicana, Corsica Natura u. a.)

Ein eigentümliches Gefühl beschleicht mich beim Spaziergang über das Gelände. Die Faszination, wie sich die Natur über die zerfallenden Gebäude ausbreitet, mischt sich mit ein wenig Trauer.

Wie war es wohl, als in der Dusche das Wasser noch lief?

Haben viele Kinder sich um die Schaukel gestritten, die inzwischen verrostet und von Pflanzen überwuchert ist?

Musste man warten, bis eine der Tischtennisplatten mal zum Spielen frei war?

Und was hat die Aufschrift an der Wäscherei (lingerie) zu bedeuten?

Die letzte Frage beantwortet sich, indem ich mich auf einmal an einen Urlaub in der Kindheit mit meinen Eltern und meiner Schwester erinnere:

wir waren in einer FKK-Anlage, in einem ganz spartanischen Bungalow die Eltern, in einem weiteren meine Schwester und ich. Bettwäsche war vorhanden und wurde wöchentlich gewechselt. Und dazu musste man selber die Betten abziehen, die Wäsche zur Wäscherei bringen (Uhrzeit steht auf dem Gebäude) und bekam frische Bettwäsche für die nächste Woche. Ich fand das furchtbar lästig als Kind, hätte mich bestimmt aber nie mehr daran erinnert, bis ich dieses Gebäude nun gesehen habe.

Und nun weiß ich eins: wir haben definitiv früher einmal Urlaub in der noch lebenden Anlage TROPICA gemacht.

Sehr verwundert sehe ich, dass zwischen diesem ganzen Verfall - meist Richtung Meer - einige sehr aufwändig umbaute Mobilhomes stehen. Ich frage eine Frau, was es mit dem Gelände auf sich hat. Das sei eine sehr lange und komplexe Geschichte, meint sie.

Fakt ist - abgekürzt - als ein früherer Pächter verstarb, stellte sicher heraus, dass das Gelände nicht den feuerpolizeilichen Vorschriften entspricht und wurde für den Vermietungsbetrieb geschlossen. Nur ein paar Dauercampern, die dort seit Jahren schon Mobilhomes dauerhaft hingebaut hatten, wurde der Aufenthalt genehmigt. In den folgenden Jahren gab es immer wieder mal Wechsel bei den zuständigen Behörden oder/und Pächtern. Ein paar bauliche Veränderung mussten gemacht werden, um den feuerpolizeilichen Anforderungen zu entsprechen. Und Stand der Dinge ist wohl, dass nach wie vor, die langjährigen Dauercamper geduldet werden, vermieten darf lt. der Dame niemand, hin und wieder versuchten wohl Camper, ihre Mobilhomes zu verkaufen.

Seltsamerweise gibt es aber doch einige Bungalows, die auch im Internet zum Mieten angeboten werden.
https://club-corsicana.de/de/alle-tropica-fkk-bungalows.html

Also wenn ich so einen Bungalow buchen würde und um mich herum die zerfallenden Reste der Vergangenheit finden würde, ich wäre nicht wirklich begeistert.

Nun ja, es bleibt dabei:
es ist eine seltsame Atmosphäre zwischen dem Verfall des alten Geländes neue Gebäude zu finden - so, als wären die zusammenfallenden Relikte der 70er Jahre unsichtbar.

Aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Dauercamper gibt es keine Fotos von deren teilweise sehr aufwändig und liebevoll angelegten Ferienheimen.

hier wäscht keiner mehr Wäsche ...

hier wäscht keiner mehr Wäsche ...

© Birgit H., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Korsika fasziniert durch die Vielfalt der Natur: Sandstrände, Steilküsten, Gebirge, Flüsschen mit Gumpen, kleine Fischerorte, kleine Bergdörfer. Mit Kombi und Dachzelt möchte ich schöne Orte der Insel genießen und werde auf einer Rundtour immer dort halten, wo es sich gerade wohltuend anfühlt.
Details:
Aufbruch: 12.08.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 08.09.2019
Reiseziele: Frankreich
Deutschland
Österreich
Italien
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/10):
Bernhard 1567916847000
Danke Birgit, dass du mich in die Liste deiner vir­tuel­len Beg­lei­ter auf­ge­nom­men hast. Es hat Spaß ge­macht, immer mal wieder Ein­blick zu haben in den Verlauf deiner Reise und die wun­der­schönen Fotos zu bet­rach­ten. Ich freue mich, dass du woh­lbe­hal­ten wieder an­ge­kom­men bist und dich viel­leicht bald mal wieder am Dolmar zu tref­fen.
Mariam 1566816079000
Liebe Bir­git­,

ich freue mich sehr, diese Reise von dir ver­fol­gen zu dürfen. Du hast dir da wir­klich ein schönes Fleck­chen Erde für deine Reise aus­ge­sucht, wie deine wun­der­schönen Auf­nah­men be­le­gen. Alle Achtung für deine fah­re­rischen Leis­tun­gen und auch dafür, dass du dich allein auf diesen Weg gemacht hast. Dein Rei­se­bericht ist sehr inte­res­sant und kur­zwei­lig und eine sehr schöne Mischung aus Bild und Text. Ich wünsche dir wei­ter­hin schöne Er­leb­nis­se, dass du die Her­aus­for­de­run­gen meis­terst und dass Gott, sofern er nicht mit Jakob Jakobi quatscht, ein Auge auf dich wirft
Antwort des Autors: Liebe Mariam, das Buch ist wirklich "göttlich", gleichermaßen lustig wie tiefsinnig - ich werde es dir mitbringen. Ansonsten sammel ich wirklich sehr viele schöne Eindrücke und wachse auch mit meinen kleinen Abenteuern, die ich bewältigen muss. Alles Liebe und bis bald.
Sabine R. 1566666037000
Seit deinem 1. Beitrag ver­fol­ge ich mit Be­geis­te­rung deinen Rei­se­ver­lauf. Die be­ein­drucken­den Fotos von vert­räum­ten Orten und der Natur mit den inten­si­ven Farben. Damit best­ätigst du was Na­pol­éon einst sagte: er erkennt die Ile de Beaute (Kor­si­ka) mit ver­bun­de­nen Augen am Duft der Mac­chia. Danke dir dafür.
Antwort des Autors: vielen Dank für die lieben Worte. Leider kann ich selber - seit einem Unfall - Gerüche nicht mehr so gut wahr nehmen. Aber wer die Macchia riechen will, sollte im Frühjahr hierher kommen. Leider ging es bei mir dieses Jahr nicht, aber ich habe vor, eine Korsika-Reise im Mai/Juni zu machen. Mit weniger Temperaturen, weniger Menschen und noch mehr blühender Natur. vlG