Kurzreise an die Mosel
Beilstein an der Mosel
Beilstein. Oder Beilstein?
Beilstein, wo wir Quartier genommen haben, ist ein Örtchen mit 170 Einwohnern. „Von ihnen wohnen 70 im Neubaugebiet“, weiß unsere Urlaubsvermieterin. Keine Ahnung wo das liegen könnte, denn unmittelbar um die hübschen Fachwerkhäuschen herum steigt das Gelände steil an. Nicht verwechseln sollte der Reisende das schmucke Weinbaudorf übrigens mit Beilstein im Kreis Heilbronn, wo ebenfalls Wein angebaut wird und eine Burg zum Ortsbild gehört. Hier an der Mosel ist es die Ruine der Burg Metternich, von wo die wunderbare Aussicht auf den Fluss den steilen Aufstieg belohnt.
Unterhalb der Ruine der Burg Metternich gibt es einen Landungssteg für Ausflugsschiffe. Größere Flusskreuzfahrtschiffe mit über 100 Passagieren fahren allerdings vorbei.
Wieder im Tal angekommen lohnt sich ein Besuch in der Winzerschenke an der Klostertreppe. Hinauf zur Klosterkirche führen Dutzende von Steinstufe, in den schnuckeligen Hof des Weinlokals nur ein paar wenige. Christian Sausen und seine Frau Marie Luise bieten Weine eines lokalen Winzers an. Spezialität es Hauses ist aber ein warm servierter, hausgemachter Speckkartoffelsalat, mit Beilagen wie Würstchen oder Rieslingsülze. Hier sind die leckeren Erdäpfel wirklich die Stars auf dem Teller. Hätte es nicht zu regnen begonnen, hätten wir keinen Eindruck der rustikal gestalteten Innenräume bekommen. Eine spontane Weinprobe anzubieten ist für die sehr freundlichen Wirtsleute eine Selbstverständlichkeit.
Geradewegs von der anderen Moselseite, vom Weingut Kranz-Porten in Poltersdorf, stammte der Riesling Hochgewächs trocken von 2024, den wir in der Ferienunterkunft öffneten. Er bleibt uns als solider, unkomplizierter Essensbegleiter in Erinnerung. Lange Zeit war übrigens der Anbau von roten Trauben an der Mosel verboten. Erst seit 1986 dürfen hier wieder Blauer Spätburgunder, Dornfelder oder Regent wachsen und verarbeitet werden.
| Aufbruch: | 11.04.2026 |
| Dauer: | 6 Tage |
| Heimkehr: | 16.04.2026 |