Eine Liebe fürs Leben – Frankreichs Süden

Reisezeit: Mai / Juni 2009  |  von Iris H.

Mit dem Wohnwagen reisen wir in Frankreichs Süden. Mein Mann liebt die Berge, ich die Provence und so versuchen wir diesmal, beides miteinander zu verbinden.

Anreise oder - Der Weg ist das Ziel

Freitag, 22.Mai:
Wir kommen erst gegen 14 Uhr zu Hause weg und nehmen uns deshalb als erstes Etappenziel die Gegend um Annecy vor.
Nachdem wir Basel hinter uns gelassen haben, wird es merklich leerer auf den Straßen. Wir durchfahren im Sonnenschein die ordentlich aufgeräumte Schweizer Landschaft, wo sogar die Bäume aussehen, als ob sie sich jeden Morgen kämmen würden.

Als wir die Französische Schweiz erreicht haben, sind die Temperaturen auf 29 Grad geklettert - Urlaubsstimmung macht sich breit.

Weil es auf halb acht zugeht, beschließen wir, am Lac du Bourget Station zu machen und steuern Aix- les- Bain an. Unten am See, aber von der Uferstraße von diesem getrennt, liegt der "Camping du Sierroz", ein typischer Stadtcampingplatz, d.h. säuberlich parzelliert und mit Restaurants in fußläufiger Entfernung. Für eine Nacht auf dem Weg soll er uns genügen. Wir suchen einen etwas abgelegenen unter den vielen freien Plätzen aus und lassen die Stützen runter.

Zuerst spazieren wir zum See, wo dieses Wochenende ein Oldtimertreffen stattfinden soll. Schon einige alte VW- Käfer und VW-Busse haben sich eingefunden, zum Teil liebevoll restauriert, aber auch welche im weitgehenden Originalzustand. Verblüffend, wie klein einem diese alten T1- Busse (zum Teil noch mit der zweigeteilten Frontscheibe) heute vorkommen!

Anschließend essen wir auf der Terrasse eines der Restaurants eine Pizza und sitzen dann noch ein wenig bei lauen sommerlichen Temperaturen draußen vor dem Wohnwagen.

Ein altes Schätzchen...

Ein altes Schätzchen...

... und noch eins

... und noch eins

Nach dem Frühstück am Samstag bezahlen wir und sind um halb zehn schon wieder auf der Straße.
Weil mein Schatz am Sonntag Geburtstag hat, darf er das nächste Etappenziel bestimmen. Ganz klar - er wird etwas mit Bergen aussuchen. Er entscheidet sich für Embrun, das an der Durance und am Lac de Serre-Ponçon liegt.

Zuerst geht die Fahrt am Lac du Bourget entlang - 22 Grad zeigt das Thermometer um halb zehn bereits an.
Nach Chambery schickt uns das Navi nicht etwa über Grenoble sondern in Richtung Italien, so dass wir zuerst mal anhalten und auf der Karte nachsehen. Nun gut, fahren wir eben ein Stückchen durch Italien. Und es wurde ein teures Stückchen.... Aber zuerst fahren wir mal durch die Savoyen, immer mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel, bis wir am Tunnel du Frejus landen. Dachte ich doch, dass mir dieses Jahr der Gotthard erspart geblieben wäre - und nun werde ich mit dem 13 Kilometer langen Frejus- Tunnel beglückt, der zu unserer großen Freude auch noch 44 € für das Gespann kostet. Okay, haken wir das unter "Erfahrungen" ab - und Hauptsache, mein Schatz ist in seinen heißgeliebten Bergen.

Kurz nach dem Tunnel geht es dann wieder in Richtung Frankreich. "Nur noch ein kleiner Pass, kaum der Rede wert", sagt mein Schatz. Na ja, 9% Steigung - doch der S_MAX zieht den Wohnwagen ohne Murren hoch. Aber wo man hoch muss, da muss man auf der anderen Seite auch wieder hinunter. Habe ich schon erwähnt, dass wir auf der ganzen Strecke nicht einem einzigen Gespann begegnet sind?
Über den Col de Montgenevre (1854 m) erreichen wir Montgenevre und sind wieder in Frankreich.

In den Alpen - Col de Montgenevre

In den Alpen - Col de Montgenevre

Über Briancon geht es der Durance entlang nach Embrun. Dort schauen wir uns zuerst den Municipal an. Der Platz liegt recht nett an der Durance, kommt also mal in die engere Wahl.

Als nächstes schauen wir den "La Vieille de ferme" an. Dort lassen wir uns nieder, mit schönem Blick auf das auf einem Felsabsturz liegende Städtchen. Gepflegte Sanitärs und liebevoll angelegte Kinderspielecken zeichnen den unparzellierten Platz aus. Wasser und Strom gibt es an jedem Platz, sogar mit entsprechenden Anschlüssen zur Ver- und Entsorgung. Das Thermometer ist auf über 30 Grad geklettert - wir sind im Sommer angekommen, und das mitten in den Alpen.

Nach dem üblichen Einkauf der französischen Grundnahrungsmittel (Baguette, Fromage, Pate, Vin etc.) brutzelt mein Schatz heute Lamm mit Gemüse, dazu ein knuspriges Baguette und einen kühlen Rosè - was will man mehr?

Nach Sonnenuntergang ist dann ein Pulli angesagt - wir sind ja schließlich in den Bergen.

© Iris H., 2009
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 22.05.2009
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 05.06.2009
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Iris H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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