Ein Frosch auf Reisen

Reisezeit: März - Mai 2011  |  von Kristina Beatrice Holler-Bouldin

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Frosch. Kermit der Frosch. Geboren wurde ich vor einigen Jahren in China, mein genaues Geburtsdatum weiß ich leider nicht. Auch meine Vergangenheit liegt im Dunkeln, denn ich wurde in eine Kiste verpackt und als ich wieder etwas sehen konnte befand ich mich mit vielen anderen Fröschen, Hasen, Schweinen und Tigern in einem großen Glaskasten, in dem oben ein Greifarm schwebte, der immer wieder einen meiner Mitinsassen entführte, im Oktober 2008 auch mich.

Meine Flucht aus dem Glaskasten von Las Vegas

... frei nach Giacomo Girolamo Casanova

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Frosch. Kermit der Frosch. Geboren wurde ich vor einigen Jahren in China, mein genaues Geburtsdatum weiß ich leider nicht. Auch meine Vergangenheit liegt im Dunkeln, denn ich wurde in eine Kiste verpackt und als ich wieder etwas sehen konnte befand ich mich mit vielen anderen Fröschen, Hasen, Schweinen und Tigern in einem großen Glaskasten, in dem oben ein Greifarm schwebte, der immer wieder einen meiner Mitinsassen entführte, im Oktober 2008 auch mich.

Wir schreiben das Jahr 2008: Ich lebte mehrere Monate, vielleicht Jahre lang in diesem Glaskasten. So genau kann ich es nicht sagen, denn obwohl ich nach Draußen sehen konnte, sah ich immer nur bunte Lichter und große Lebewesen, die mich mit leuchtenden Augen durch die Scheibe anguckten. Ich wusste nicht, warum ich in diesem Glaskasten war und wo ich herkam, denn ich hatte lange Zeit in der Dunkelheit verbracht.

Immer, wenn sich diese seltsamen Lebewesen unserem Kasten näherten bewegte sich dieser riesige Greifarm, packte einen meiner Freunde, schleppte ihn fort und wir sahen ihn nie wieder. Die meisten von uns hatten Angst davor, manche hatten schon aufgegeben und sich ihrem Schicksal gefügt, aber ich hatte andere Gedanken: Ich war neugierig, was da draußen auf uns wartete. Ich wollte alles über die bunten Lichter und diese seltsamen Wesen lernen. Ich sah immer ihre glitzernde Welt und wollte wissen was passiert, wenn der Greifarm einen schnappt.

Daher begann ich mir bald einen Plan zurecht zu legen: Einen Fluchtplan. Ich wollte aus diesem Glaskasten entkommen!

Mein Plan war, mich freiwillig von dem Greifarm mitnehmen zu lassen, es brauchte jedoch mehrere gescheiterte Versuche, denn so einfach ist es nicht sich in die Freiheit zu hangeln. Ich hatte schon vorher beobachtet, dass meine Freunde, die von ihm erwischt wurden, oft wieder aus großer Höhe auf uns herabstürzten, was die Angst meiner Gefährten nur noch größer werden ließ. Nicht, dass sie sich verletzt hätten, denn sie haben ja alle keine Knochen, die sie sich brechen könnten. Aber mehrere Sekunden freien Falls haben noch jeden von uns nachhaltig erschreckt.

Anfang Oktober 2008 war es dann endlich soweit: Ich sah meine Chance zur Flucht gekommen. Der Greifarm senkte sich langsam auf mich herab und ich tat mein bestes, mich an ihm festzuhalten, um nicht wieder abzurutschen. Erst ging es fast einen halben Meter in die Höhe - für einen Frosch wie mich ist das schon gefährlich hoch, immerhin bin ich keine 30cm groß! - und dann noch einige Sekunden zur Seite, bis an den Rand des Glaskastens. Ich ließ mich fallen und achtete darauf, sanft zu landen. Ich fiel auf eine Rutsche, die mich nach unten in die Dunkelheit transportierte: Damit hatte ich nicht gerechnet!

Bald wurde es aber wieder hell und eine riesige Hand griff durch eine Klappe, packte mich um den Bauch und zog mich aus der Dunkelheit heraus. Ein wenig Angst bekam ich dann schon, denn ich hatte ja keine Ahnung, was am anderen Ende dieser Hand auf mich warten würde. Dann blickte ich zum ersten Mal in diese schönen blauen Augen und sah das strahlende Lächeln des Mädchens, das mir bei meiner Flucht aus dem Kasten geholfen hat: Kris.

Seither habe ich schon viel mit ihr erlebt und heute hat sie mich wieder mit auf eine Reise genommen, von der ich Euch hier berichten möchte. Nach über zwei Jahren fahren wir endlich in das Land zurück, in dem sie mich gefunden hat: In das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Die Vereinigten Staaten von Amerika. 6 Wochen lang werden wir durch Neu England reisen und sie hat mich darum gebeten unsere gemeinsamen Erlebnisse aufzuschreiben. Auf dem Hin- und Rückflug machen wir noch ein paar Tage Halt in London, jetzt machen wir uns aber erstmal auf den Weg zum Flughafen in Nürnberg.

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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 28.03.2011
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 20.05.2011
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Großbritannien
Der Autor