Madeira: Wahre Schönheit liegt im Innern

Reisezeit: Juni / Juli 2011  |  von Kathrin Hentzschel

7.7.: Auf uralten Pfaden

Im Westen ist es sehr dunkel, deshalb entscheiden wir uns heute für einen Besuch der Ostspitze. Typisch für Madeira sind die unterschiedlichen Wetterverhältnisse in allen vier Himmelsrichtungen sowie im Inneren der Insel und in den verschiedenen Höhenlagen. Am besten, man schaut sich morgens per Webcam auf der Insel um oder fährt einfach mit flexiblem Ziel drauf los.

Wir fahren die Schnellstraße am Flughafen vorbei und darunter durch. Dabei sehen wir, dass die Start- und Landebahn hoch über dem Meer auf gewaltigen Betonstelzen steht. Das sieht aufregend aus, und wir wundern uns, dass das alles hält, zumal ja ganz Madeira inzwischen untertunnelt ist oder die Straßen über hohe Brücken aus - na was wohl - Beton führen.
Im Osten ist es so düster und windig, dass wir es beim Ausguck auf die gewaltigen Vulkanfelsen, die (bei Sonnenlicht) in allen Erd- und Rottönen leuchten, belassen und uns für einen Abstecher zu den Orten Canical und Machico entscheiden.

Canical glänzt mit einem Handelshafen, ansonsten ist nicht viel los. Wir suchen den alten Fußpfad nach Machico, der am Westende der Bucht bei einer über 300 Jahre alten kleinen Steinbrücke beginnt. Von dort geht es einen steilen, kaum wahrnehmbaren Ziegenpfad aufwärts, den wir auch mehrmals suchen müssen, teilweise auf allen Vieren. Es macht Spaß, ist nicht zu heiß, und ein kleines bisschen Nervenkitzel ist auch dabei, denn zu unserer Linken geht es nur noch abwärts. Zwei Täler sind zu überwinden; zum Schluss streifen wir den Pico do Facho, den Hausberg von Machico, wohin es auf einem Felsenpfad nicht ganz so steil hinunter geht. Erfreulicherweise treffen wir kaum auf Wanderer, ein paar einzelne sind unterwegs sowie eine geführte Wandergruppe, alle in der Gegenrichtung. Die mit Sicherheit weniger spaßig zu laufen ist. Es gibt nur den Weg und uns, auf den wir uns ganz konzentrieren, ab und zu durchbricht das Meckern einer Ziege oder der Schrei eines Greifvogels das leise Rauschen des Windes.

Machico besticht durch einen alten, schattigen Ortskern. Seine Straßen sind mit zwei- oder einfarbigen Steinen gepflastert, die durch ihre unterschiedliche Anordnung reizvolle Muster ergeben. Mit dem Bus fahren wir zu unserem Auto nach Canical zurück.

Die Ostspitze von Madeira.

Die Ostspitze von Madeira.

Disteln (ach nee), im Hintergrund der Hafen von Canical. Darüber wird nahezu die ganze Insel mit Importwaren versorgt.

Disteln (ach nee), im Hintergrund der Hafen von Canical. Darüber wird nahezu die ganze Insel mit Importwaren versorgt.

Kirche in Machico.

Kirche in Machico.

Schaufensterdekoration in einem Café in Machico. Irgendwie süß ...

Schaufensterdekoration in einem Café in Machico. Irgendwie süß ...

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir haben zögernd Freundschaft geschlossen: Urban und Kathrin (und natürlich Coelho, unser diesjähriges Reisekaninchen) mit Madeira. Doch wie schön, wenn man sich steigern kann! Es wurde immer besser: Das Wetter, mein verletzter Knöchel, die Ausblicke, die Erlebnisse. Hier unsere Eindrücke von 800 gefahrenen und 50 erlaufenen Kilometern. Manchmal erschien es uns umgekehrt …
Details:
Aufbruch: 29.06.2011
Dauer: 14 Tage
Heimkehr: 12.07.2011
Reiseziele: Portugal
Der Autor
 
Kathrin Hentzschel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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