Honeymoon in Vietnam - 24 Tage mit unseren 3 Kiddys im LAND DER TAUSEND DRACHEN

Reisezeit: Juli / August 2013  |  von Ralf P.

Bergdorf Sa Pa

17.08.13
++++++++

Der Weckservice des Zugbegleiters lässt uns gerade mal 5 Minuten Zeit bis zur Ankunft in Lao Cai. Es ist 5:45Uhr und schon recht hell. Wir müssen die Kinder etwas unsanft wachrütteln und steigen aus. Quer über die Gleise hinaus zum Bahnhofsvorplatz. Über die Stadt hinweg sieht man die Berge, im weiten Hintergrund gar recht auffällig hohe Zacken. Das könnte sogar der höchste Gipfel Vietnams, der Fan Si Pan, mit über 3143m sein. Per Shuttle geht es umgehend aus der Flussebene hinauf nach Sa Pa. Nach 1h kommen wir 40km entfernt auf 1600m an. Der Ort hat sich in den letzten 20 Jahren zu einem begehrten Mountain Resort gemausert. Vor 1990 war er quasi von der Außenwelt abgeschnitten in der Ödnis. Um 1900 von den Franzosen auserkoren, als Alpenersatz zu dienen, wo es sich klimatisch aushalten ließ und man sich erholen konnte.
Ringsum in den Tälern wunderbar farbenprächtige Reisterassen-Felder der hier lebenden Berg-Minoritäten. Wahnsinn, was die Anlage und Bewirtschaftung an manueller Arbeitskraft kostet. Wir checken gegen 7Uhr im Summit-Hotel ein, frühstücken im Restaurant und machen uns frisch und fertig für die 3h-Tour in den nahe gelegenen Ort Cat Cat.

Unser Schlafgemach: 330km in 9h gen Nordenwesten

Unser Schlafgemach: 330km in 9h gen Nordenwesten

Unser Hotel in Sa Pa auf ca. 1.600m Höhe im Hoàng Liên-Gebirge

Unser Hotel in Sa Pa auf ca. 1.600m Höhe im Hoàng Liên-Gebirge

Blick vom Hotel-Garten

Blick vom Hotel-Garten

Dieser liegt tief unten im Tal, in welches wir von unserem Hotel hinabschauen können. Unser Guide ist heute eine Hmong-Frau namens Sang und gemeinsam starten wir mit 4 anderen Leuten. Durch Sa Pa hindurch laufen wir hinab. Es schließen sich uns einige Black Hmong-Frauen in ihrer traditionellen Kleidung an. Sie suchen das Gespräch mit uns und wollen ihre handgemachten Waren an den Mann bringen. In Cat Cat selbst geht es einen lohnenden Rundweg (mit vielen Verkaufsofferten aber auch Einblicken auf die Lebensweise) weiter hinab ins tief eingeschnittene Tal bis zu einem Wasserfall. Hier laufen zudem interessante Live-Präsentationen mit Tanz und Musik. Über einen anderen Weg und eine Brücke geht es zurück hinauf (es ist trotz wenig Sonne recht heiß) bis nach Sa Pa und zum Mittagessen ins Hotel - sehr leckeres Chicken Curry! Nach etwas Mittagsschlaf für Matteo und mich nutzen wir den freien Nachmittag und erkunden die Ortsmitte, den Markt und beobachten das Treiben in den Straßen und vor der Kirche. Aufschlussreiche Gespräche mit anderen Travellern und Einheimischen. Unsere Begleiter vom Vormittag haben auch auf uns gewartet und suggerieren einen gewissen Kaufzwang - 'You buy from me!' ist ihr Leitspruch. Bei der einen oder anderen Sache schlagen wir zu und kommen gegen 19Uhr wieder im Hotel an. Das Abendessen schmeckt ebenso lecker und Anja und die Kinder schlafen vor 21Uhr ein, ich schreibe den Bericht und gönne mir mal wieder eine Massage.

Buntes Treiben im Ort...

Buntes Treiben im Ort...

...und schon bald haben wir unsere ersten Begleiter

...und schon bald haben wir unsere ersten Begleiter

Typische Reisterrassen

Typische Reisterrassen

'You buy from me?!'

'You buy from me?!'

Auf dem Weg durch den Ort hinunter zum Fluss...

Auf dem Weg durch den Ort hinunter zum Fluss...

...viele viele Kinder...

...viele viele Kinder...

...und Eindrücke vom Alltag.

...und Eindrücke vom Alltag.

Angekommen an Fluss und Wasserfall

Angekommen an Fluss und Wasserfall

Black Hmong Frauen in ihrer typischen Tracht

Black Hmong Frauen in ihrer typischen Tracht

Rechts unsere Guide-Frau der nächsten Tage

Rechts unsere Guide-Frau der nächsten Tage

Am Abend schlendern wir durch den Ort mit seinem schönen Flair

Am Abend schlendern wir durch den Ort mit seinem schönen Flair

Meet and Greet am Kirchenvorplatz...

Meet and Greet am Kirchenvorplatz...

...u.a. mit spanischen Travellern

...u.a. mit spanischen Travellern

Bergstämmige der Red Dao

Bergstämmige der Red Dao

Mahlzeit!

Mahlzeit!

18.08.13
++++++++

Beim Frühstück treffen wir 2 Spanierinnen wieder, die schon mit uns in Tam Coc gewesen sind, und gemeinsam sowie mit 2 Tasmaniern, welche Englisch in Hanoi lehren, und unserer Hmong-Guide-Frau Sang vom Vortag begeben wir uns um 10Uhr nach dem Check-out auf eine 2-Tages-Tour mit Homestay-Übernachtung. Wir haben nur das Nötigste dabei, da wir alles Gepäck für die reichlich 24h selbst tragen müssen. Es stehen 12km und 6km am Folgetag auf dem Programm. Nachdem wir durch Sa Pa hindurch sind, geht es noch kurz auf der Straße entlang, ehe wir in einen Einheimischen-Pfad einbiegen und zwischen unendlichen Reisfeldern immer weiter ins Tal hinabsteigen. Wunderbare Aussichten, Sonne (Anja ist fröhlich), einheimische Kinder (Das gewohnte 'You buy from me' klingt schon wie ein altbekanntes Lied in unseren Ohren), Wasserbüffel am Wegesrand und kleine Hütten und Siedlungen. Als wir die Talsohle des Muong Hoa Valleys an einem neuen Wasserkraftwerk erreichen, sind wir am Mittagsort Lao Chai angekommen. Zuerst müssen wir unseren heutigen Hmong-Begleiterinnen wieder etwas abkaufen, dann gibt es Lunch auf der Terasse mit Blick auf den Fluss. Der Betreiber ist ein Neuseeländer, der 6 Monate hier, 6 Monate zu Hause verbringt. Am Nachmittag geht es noch 1,5h durch Dörfer und sehr lohnende Landschaft im hier breiteren Valley.

Unsere Deckenverkäuferin vom Vorabend

Unsere Deckenverkäuferin vom Vorabend

Wo ging die Kiste gleich noch mal zu starten?

Wo ging die Kiste gleich noch mal zu starten?

Links unsere Führerin Sang, die Anderen sind freiwillige Begleiter...

Links unsere Führerin Sang, die Anderen sind freiwillige Begleiter...

...auf den teils steilen Bergpfaden

...auf den teils steilen Bergpfaden

Sonnenschutz, kein Regen

Sonnenschutz, kein Regen

Wir können leider nicht Jedem was abkaufen.

Wir können leider nicht Jedem was abkaufen.

Bergidylle

Bergidylle

Bastelschmuck der Begleiterinnen

Bastelschmuck der Begleiterinnen

Wasserbüffel beim Schlammbaden

Wasserbüffel beim Schlammbaden

Kinder beim Spielen im Fluss

Kinder beim Spielen im Fluss

Mittag beim Neuseeländer am Flussufer

Mittag beim Neuseeländer am Flussufer

Im Dorf Tan Van kommen wir gegen 16Uhr in unserem Homestay an. Es gibt ein paar Drinks und Snacks, wir beziehen unser Matratzenlager im Dachgeschoss und unterhalten uns mit unseren netten Mit-Wanderern und der Gastgeber-Familie. Eine Spanierin und eine Engländerin sind für die Kinderanimation verantwortlich. Gegen 17Uhr gönnen wir ihnen noch mal eine Pause... Wir gehen zum Fluss, die Kinder baden und wir relaxen... Um 19Uhr gibt es ein üppiges Dinner und wir bringen die Kinder nicht allzu spät an diesem erlebnisreichen Wandertag ins Bett. Außer Matteo sind alle durchgängig an diesem herrlichen Tag gelaufen. Der Abend klingt aus mit 1,2,3,...Reiswein und einer längeren, sehr lustigen internationalen Uno-Runde nach spanisch-deutschen Fun-Regeln. Sehr sehr schön. Die Meisten verschwinden gegen 22Uhr (ich drohe den Kinder-Wecker um 6:30Uhr an), unterhalte mich noch länger mit einer der Spanierinnen über Gott und die Welt.

Unser Homestay...

Unser Homestay...

...Matratzenlager

...Matratzenlager

Begegnungen auf dem Weg zum Fluss...

Begegnungen auf dem Weg zum Fluss...

Abendbad

Abendbad

Internationale UNO-Spielrunde

Internationale UNO-Spielrunde

19.08.13
++++++++

Nach der Nacht unter´m Moskitonetz im Dachboden bin ich mit Nevio zuerst unten vor dem Haus. Morgenstimmung in den Bergen, es beginnt zu regnen, die Wolken hängen tief. Später gibt es ca. 40 Eierkuchen vom offenen Feuer zum Frühstück. Gegen 10Uhr laufen wir mit Regen-Capes los, es regnet recht stark und geht auf einem sehr schlammigen Pfad durch etliche Reis-Terrassen. Bergauf und bergab, immer mal eine Pause und die nächsten Begleiterinnen dabei, welche schon seit dem Frühstück auf unseren Aufbruch gewartet haben und uns helfend die Hand geben. Es wird immer feuchter und rutschiger, die Sachen immer dreckiger. Wir erreichen 2h später durch Bambus-Wälder das nächste Dorf der Red Dzao People und einen Wasserfall. Das heißt mal wieder Shopping-Zwang bei den hilfsbereiten Begleiterinnen...danach Schlammbeseitigung im Bach. Zum Mittagessen im nächsten Dorf sind es nur 15 Minuten und langsam werden die Verkäufer wirklich lästig. 10x 'No' wird völlig ignoriert und wir können nun wirklich nicht Jedem hier was abkaufen. Wenn man sich für eine Ware interessiert, hat man gleich 5-10 Hmong um sich herum...
Gegen 14Uhr geht es per Shuttle zurück nach Sa Pa, wo wir im Hotel duschen können und gegen 16Uhr unser Abendbrot bekommen.

Frühstücksvorbereitung

Frühstücksvorbereitung

Los geht´s...

Los geht´s...

...durch den Regen...

...durch den Regen...

...auf schlammigen Pfaden

...auf schlammigen Pfaden

Endlich mal wieder shoppen...

Endlich mal wieder shoppen...

Danach verabschieden wir uns Alle und werden 17Uhr runter nach Lao Cai zum Bahnhof gefahren. Gegen 19Uhr beziehen wir unser Abteil im Nachtzug zurück nach Hanoi, welcher pünktlich 30 Minuten später losrollt. Der unvergleichliche Takt der Waggons ist auch diesmal wieder schlafbestimmend und ein einprägsames Erlebnis. Bye bye Sa Pa...uns hat es hier wirklich sehr sehr gut gefallen!

Bahnhof in Lao Cai

Bahnhof in Lao Cai

Laptop-Abendlektüre

Laptop-Abendlektüre

© Ralf P., 2013
Du bist hier : Startseite Asien Vietnam Bergdorf Sa Pa
Die Reise
 
Worum geht's?:
Die letzten Tage waren aufregend, wunderschön & unvergesslich. Nun gilt es noch wenige Stunden die Gedanken zu ordnen, bevor wir uns heute Abend zurücklehnen und gen Osten verschwinden - im Flieger nach SO-Asien. Flitterwochen zu Fünft mit unseren 3 Kiddys am Südchinesischen Meer. Treu unserer Linie schlagen wir uns auch diesmal nur mit Rückflug-Tickets und Backpacker-Guidebook von Süd nach Nord durch dieses verheißungsvolle Land. Wir werden hier von unterwegs berichten...
Details:
Aufbruch: 29.07.2013
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 22.08.2013
Reiseziele: Vietnam
Der Autor
 
Ralf P. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors