Nicaragua

Reisezeit: Dezember 2013  |  von Anke Schlingemann

Fazit

Entgegen unseren Erwartungen ist der Tourismus, der immerhin 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, steckt in Nicaragua noch in den Kinderschuhen. Insbesondere das schlechte Kartenmaterial und fehlende Ausschilderungen machen es Selbstfahrern schwer, die Ziele zu finden. Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut, doch abseits der Hauptstrecken benötigt man ein möglichst geländetaugliches Allradfahrzeug, da viele Wege vom Regen ausgewaschen und extrem steinig sind.

Für eine Selbstfahrertour, wie wir sie gemacht haben, sind eigentlich Spanisch-Kenntnisse notwendig, da nur wenige Nicas Englisch sprechen. Selbst in einigen Hotels verstehen die Angestellten nicht ein Wort Englisch. Dies liegt insbesondere daran, dass das Schulsystem in Nicaragua immer noch extrem schlecht ist. In dem armen Land gibt es kaum Schulbücher, so dass die Bildung hier sehr rückständig ist.

Leider sind auch die Natur-Sehenswürdigkeiten nur bedingt erschlossen. Die wenigen Wanderwege gehören meist zu privat geführten Naturreservaten und sind selbst hier nicht immer gut ausgebaut. Anders als in Costa Rica, wo wir einige geführte Touren gemacht haben, gibt es dieses Angebot in Nicaragua so gut wie gar nicht und wenn, dann nicht zu Zeiten, wo es auch Chancen gibt, wild lebende Tiere und Vögel zu sehen.

Das Reisen in Nicaragua ist aber dennoch angenehm und wir haben uns sicher gefühlt. Die Menschen sind überaus freundlich, hilfsbereit und ehrlich. Abgesehen von der Hauptstadt Managua gibt es im Land kaum Kriminalität. Es gilt als das sicherste Reiseland Mittelamerikas. Uns war es teilweise zu viel der Sicherheit, denn in regelmäßigen Abständen waren Polizeiposten an den Hauptstraßen positioniert. Auch war es keine Seltenheit, dass private Anlagen mit Sicherheitspersonal geschützt wurde. Aus unserer Sicht waren die Wachposten, die teilweise mit Maschinengewehren ausgestattet waren, überdimensioniert.

Trotz der Armut ist auch hier die Zivilisation angekommen. Hatten wir noch Bedenken, unser technisches Equipment mitzunehmen, ist der Anblick von Jugendlichen, die mittels Handy im Internet surfen, hier keine Seltenheit. Die meisten Hotels und Restaurants verfügen über einen kostenlosen Internetzugang.

Die Reise, die in Deutschland von Miller Reisen (www.miller-reisen.de) bzw. Explorer angeboten wird, arbeitet vor Ort mit dem Veranstalter Solentiname Tours zusammen. Die Tour war gut zusammengestellt und bot eine Rundreise zu den wichtigsten Zielen in Nicaragua. Mit der Durchführung waren wir sehr zufrieden. Wir hatten zu jeder Zeit einen deutschsprachigen Ansprechpartner und selbst kurzfristige Reiseänderungen stellten kein Problem dar.

Abgesehen von einigen "Abenteuern" haben wir einen wunderschönen Urlaub verlebt. Auch wenn es keine wirklichen atemberaubenden Naturwunder zu erleben gibt, so hat das Land doch eine wunderschöne vielfältige Natur zu bieten.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nicaragua bietet mit seinen vielen Vulkanen und großen Seen sowie unterschiedlichen Klimazonen ein tolles Naturerlebnis. Auf unserer zweiwöchigen Mietwagenrundreise haben wir den Westen des Landes entlang der Pazifikküste erkundet. Die Rundreise startete in Managua. Die weitere Tour durch das noch sehr unterentwickelte Land verlief über Leon, Somoto, Esteli, Granada, Insel Ometepe sowie San Juan del Sur an der Pazifikküste.
Details:
Aufbruch: 15.12.2013
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 30.12.2013
Reiseziele: Nicaragua
Der Autor
 
Anke Schlingemann berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Anke sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!