Nicaragua

Reisezeit: Dezember 2013  |  von Anke Schlingemann

Insel Ometepe

Unser nächstes Ziel ist die Insel Ometepe. So fahren wir weiter auf der Panamericana nach Süden. Wieder einmal werden wir von der Polizei angehalten. Diesmal haben wir offensichtlich an einer Stelle überholt, wo dies nicht erlaubt war. Erfreulicherweise gibt man sich mit einem Blick in unsere Papiere zufrieden und wir können unsere Fahrt fortsetzen.

Von San Jorge / Rivas gibt es eine Fähre über den Nicaraguasee zur Insel Ometepe. Im Hafen gibt es erfreulicherweise Helfer, die uns bei den Formalitäten behilflich sind. Unser Gutschein wird nicht ohne weiteres akzeptiert, so dass wir erneut unsere Kontaktperson anrufen müssen. Doch auch diesmal wird die Angelegenheit geklärt. So müssen wir nur noch die Steuern bezahlen und werden in den weiteren Ablauf eingewiesen. In der Ferne sehen wir die Fähre, die sich langsam nähert. Das Bild, das sich uns bietet ist leider wenig Vertrauen erweckend. Die schon etwas in die Jahre gekommene Fähre scheint völlig überladen. Die Autos stehen dicht an dicht und sogar ein Lkw (mit Seilen befestigt) ist auf dem Schiff. Zusätzlich stehen überall Menschen.

Nachdem die Fähre entladen wurde, stürmen zunächst die Fußgänger das Schiff. Das Einparken der Autos nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch, denn jeder Millimeter wird ausgenutzt. Mit über einer halben Stunde Verspätung und einem unguten Gefühl legen wir ab. Einen der wenigen Sitzplätze im Innenraum konnten wir leider nicht mehr ergattern, so müssen wir an der Reling gestehen. Wir sind erstaunt, was für einen Wellengang es auf dem Binnensee gibt. So werden wir schön durchgeschaukelt und das ein oder andere Mal nass gespritzt. Immerhin scheint die Sonne und wir können den Ausblick auf die Insel genießen. Die Überfahrt überstehen wir Auto problemlos und legen nach etwa einer Stunde Fahrt im Fährhafen von Moyogalpa an.

Auf der Vulkaninsel Ometepe leben 30.000 Einwohner. Die Insel wird von den beiden Vulkanen Conception (1.610 m) und Maderas (1.340 m) gebildet und hat die Form einer "8". Eine Landbrücke aus herabgeflossener Lava verbindet die beiden Vulkane miteinander. Der vulkanische Boden ist außerordentlich fruchtbar. Insbesondere werden hier Bananen angebaut, aber auch andere Pflanzen wie beispielsweise Mais, Sesam, Zuckerrohr und Tabak.

Vulkan Conception Insel Ometepe

Vulkan Conception Insel Ometepe

Das gebuchte Hotel liegt im Ostteil der Insel. Eine scheinbar gut ausgebaute Straße führt um den Vulkan Concepcion herum. Wir entscheiden uns für die südliche Strecke und erreichen nach knapp 30 km Santo Domingo. Das Hotel Villa Paraiso gehört zu den besseren der Insel und hat einen eigenen kleinen Sandstrand. Unsere Hütte ist zweckmäßig eingerichtet und es gibt eine kleine Terrasse mit Schaukelstühlen und einer Hängematte und direkten Blick auf den See.

Nachmittags gehen wir zu den Quellen El Ojo de Agua, die auf der Finca Tilgue, ca. einen Kilometer nördlich von Santo Domingo liegen. Hier gibt es eine Badegelegenheit, die aus den Quellen gespeist wird.

Die Anlage ist leider wenig gepflegt. Von den Wanderwegen, die es hier geben soll, ist nichts zu erkennen. Kaum angekommen, gibt es einen heftigen Platzregen. Nach fünf Minuten hat sich der Regen wieder verzogen und es zieht erneut die Sonne auf.

Zurück im Hotel erfreuen wir uns am Ausblick von unserer Terrasse. Auf der Ostseite der Insel scheint es permanent zu winden. Durch das aufgewühlte Wasser hat man das Gefühl am Meer zu sein.

Am heutigen Heiligen Abend hatten wir gehofft, angemessen speisen zu können. Im Hotelrestaurant gibt es aber leider nur mittelmäßige Essensqualität, dafür aber immerhin sehr passable Cocktails.

Auf der Südseite des Vulkans Maderas gibt es den San Ramon Wasserfall, der angeblich über eine dreistündige Wanderung zu erreichen ist. Unseren Ausflug brechen wir allerdings ab als wir die befestigte Straße verlassen und erneut durch unwegsames Gelände fahren müssen. Von Erfahrungen dieser Art haben wir inzwischen genug und sind nicht scharf darauf, erneut eine Reifenpanne oder womöglich wieder Probleme mit dem Unterboden zu bekommen. Außerdem lassen erfahrungsgemäß die Qualität der Straßen auch auf die Qualität des Wanderweges bzw. dessen Ausschilderung schließen.

Naturreservat Charco Verde

Nachdem es zum Sonnenaufgang relativ wolkenfrei war, ist der Himmel eine Stunde später schon wieder wolkenverhangen.
Südlich des Vulkan Concepcion liegt das Naturreservat Charco Verde, das einige gut ausgebaute Wanderwege um die Lagune Verde zu bieten hat. Von einem Aussichtspunkt haben wir einen traumhaften Blick auf die kleine Lagune.

Hier können wir auch einige Affen beobachten, die durch die Bäume klettern und es gibt einige Vögel. Doch auch hier sind wir von einem Platzregen nicht gefeit. Es gibt zwei zwar kleine, aber sehr schöne Strände mit schwarzem Lavasand. Die knapp zweistündige Wanderung durch das Naturreservat gefällt uns ausgesprochen gut.

Nachdem wir an der Finca noch etwas den Strand genossen haben, fahren wir weiter nach Moyogalpa. Am heutigen 1. Weihnachtstag ist die Stadt bei weitem nicht so lebhaft wie bei unserer Ankunft, fast alles ist geschlossen. Nachdem wir uns in einer Pizzeria ausgezeichnet gestärkt haben wollen wir über die Ostseite des Vulkan Concepcion zurückfahren. Leider verlässt uns schon bald die geteerte Straße und wir müssen unerwartet fast 10 km über zum Teil sehr unwegsame Strecken fahren. Genau das, was wir eigentlich vermeiden wollten. Auf der Karte im Reiseführer war die Straße als gut ausgebaut eingezeichnet. Erfreulicherweise meistern wir die Strecke ohne weitere Komplikationen.

Im Osten der Insel ist es immer noch ziemlich zugezogen und immer wieder gibt es einen Schauer. Den restlichen Tag verbringen wir in der Hotelanlage. Auf dieser Inselseite scheint permanent ein Wind zu wehen und heute ist es leider sehr bewölkt.

Unsere Fähre fährt am nächsten Tag erst mittags, so dass wir noch einige Stunden am schönen Hotelstrand verbringen. Der Vulkan Macera ist beinahe wolkenfrei.

Nachdem wir die Tickets für die Fährüberfahrt organisiert haben, was diesmal etwas stressfreier abläuft, laufen wir noch etwas durch Moyogalpa, wo es heute wieder lebhafter ist.

Der 2. Weihnachtstag ist in Nicaragua kein Feiertag. Die ankommende Fähre ist gut gefüllt, diesmal wird ein ganzer Reisebus transportiert. Erfreulicherweise ist die Fährüberfahrt zurück zum Festland weniger voll. Wir bekommen einen Sitzplatz auf dem Oberdeck und haben einen schönen Blick auf die relativ wolkenfreie Insel. Es ist auch nicht so schaukelig wie auf der Hinfahrt. Von San Jorge aus fahren wir wieder auf die Panamericana in Richtung Süden.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nicaragua bietet mit seinen vielen Vulkanen und großen Seen sowie unterschiedlichen Klimazonen ein tolles Naturerlebnis. Auf unserer zweiwöchigen Mietwagenrundreise haben wir den Westen des Landes entlang der Pazifikküste erkundet. Die Rundreise startete in Managua. Die weitere Tour durch das noch sehr unterentwickelte Land verlief über Leon, Somoto, Esteli, Granada, Insel Ometepe sowie San Juan del Sur an der Pazifikküste.
Details:
Aufbruch: 15.12.2013
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 30.12.2013
Reiseziele: Nicaragua
Der Autor
 
Anke Schlingemann berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Anke sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!