Nicaragua

Reisezeit: Dezember 2013  |  von Anke Schlingemann

Somoto

Für uns geht es heute weiter nach Somoto im Norden von Nicaragua, etwa 210 km von Leon entfernt. Nachdem wir die Vulkankette hinter uns gelassen haben, ändert sich das Landschaftsbild. Vor uns tauchen die Gebirgszüge auf. Nach etwa drei Stunden erreichen wir den kleinen Ort Somoto. Etwa auf halber Strecke erreichen wir die Panamericana, der wir weiter bis nach Norden folgen. Die Panamericana ist ein System von Schnellstraßen, das Alaska mit Feuerland verbindet, sich also über die gesamte Nord-Süd-Ausdehnung des amerikanischen Kontinents erstreckt. Das Netzwerk umfasst etwa 48.000 km Schnellstraße und ist in seiner längsten Nord-Süd-Verbindung etwa 25.750 km lang. (Quelle: Wikipedia) Erwartungsgemäß ist das Verkehrsaufkommen hier erheblich höher. Sehr belebt ist die Gegend rund um Esteli. Diese ist berühmt für Tabakanbau und Zigarrenproduktion. Auf der Durchfahrt wirkt die Stadt fast ein bischen wie eine amerikanische Stadt.

Unser Tagesziel Somoto mit etwa 20.000 Einwohnern hat da weitaus weniger zu bieten. Der Ort ist eher ein Zwischenziel auf der Durchreise nach Honduras und zieht wenig Touristen an. Entsprechend gibt es wenige Hotels. Das für uns vorgebuchte Hotel Portal del Angel hat mit einem Mittelklasse-Hotel aus unserer Sicht wenig gemeinsam. Die Zimmer sind so klein, das gerade mal das 1,60 m breite Bett hineinpasst und man rundherum 60 cm Platz hat. Erwartungsgemäß versteht man hier kein Wort Englisch. So wundert es nicht, dass es nur ein Restaurant gibt, das auf uns wenig einladend wirkt. Wir entscheiden uns für die Hotel-Picknick-Variante und kaufen in einem Supermarkt ein. Zurück im Hotel werden wir leider von einem Stromausfall überrascht. Der Hotel-Besitzer führt uns mit einer Kerze zu unserem Zimmer. Im Innenhof des Hotels breiten wir unser Picknick aus und "genießen" unser improvisiertes Taschenlampen-Dinner. Der Stromausfall dauert einige Stunden an.

Canyon de Somoto

Ziel des Abstechers in den Norden ist die Besichtigung der Somoto-Schlucht. Von einem nur rudimentär englisch sprechenden Guide werden wir am Hotel mit dem Fahrrad abgeholt und zum Tour-Office begleitet.

Mit unserem Auto und dem Guide fahren wir zum 15 km entfernt gelegenen Besucherzentrum an der Somoto Schlucht. Dieses ist lediglich eine Hütte, wo wir unsere Daten hinterlassen müssen. Von hier aus geht es zu Fuß am Fluss entlang. Die etwa fünf Kilometer lange, enge Schlucht, die von 130 m hohen Felswänden eingerahmt wird, wurde vom Rio Coco gebildet.

Canyon de Somoto

Canyon de Somoto

Nachdem wir zweimal den etwa 40 cm tiefen Fluss Rio Coco über einige lose aufgeschichtete Steine überquert haben, erreichen wir kurz darauf das Boot, das uns zur Schlucht fahren soll. So werden wir etwa einen Kilometer in den engen Canyon hineingerudert, bis größere im Fluss liegende Felsbrocken die Weiterfahrt blockieren. Wir klettern auf einige Felsen, um weiter in die Schlucht hineinzublicken. Eine weitere Erkundung ist nur schwimmend möglich, wovon wir angesichts der Wassertemperaturen von etwa 15 Grad Celsius Abstand nehmen.

Den Canyon de Somoto hatten wir ehrlicherweise spektakulärer erwartet, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Fluss zur Zeit wenig Wasser hat und mit der angekündigten Wildwasserschlucht nichts gemeinsam hat.

Anschließend wandert Anke 20 Minuten hinauf zu einem Aussichtspunkt, der von oben den Blick in die Schlucht ermöglicht.

Zurück in Somoto wird uns noch der Besuch einer Rosquia-Bäckerei, eine lokale Spezialität aus Salzgebäck, empfohlen. Der Guide bietet sich an, uns dahin zu führen und ermöglicht es uns, eine kurze Bäckereibesichtigung zu machen. So können wir den Herstellungsprozess von der Teigzubereitung bis zum fertigen Endprodukt ansehen. In einem Raum sitzen einige Frauen und formen die keksgroßen Gebäckstücke. Anschließend werden diese in große, runde Öfen zum Backen geschoben. Nachdem sie ausgekühlt ist werden sie in Tüten verpackt und verkauft.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nicaragua bietet mit seinen vielen Vulkanen und großen Seen sowie unterschiedlichen Klimazonen ein tolles Naturerlebnis. Auf unserer zweiwöchigen Mietwagenrundreise haben wir den Westen des Landes entlang der Pazifikküste erkundet. Die Rundreise startete in Managua. Die weitere Tour durch das noch sehr unterentwickelte Land verlief über Leon, Somoto, Esteli, Granada, Insel Ometepe sowie San Juan del Sur an der Pazifikküste.
Details:
Aufbruch: 15.12.2013
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 30.12.2013
Reiseziele: Nicaragua
Der Autor
 
Anke Schlingemann berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Anke sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!