Nicaragua

Reisezeit: Dezember 2013  |  von Anke Schlingemann

San Juan del Sur

Am frühen Nachmittag erreichen wir San Juan del Sur. Das Hotel Colonial liegt zentral, eine Parallelstraße vom Strand entfernt, lässt aber an Komfort und freundlichem (englischsprachigem) Service zu wünschen übrig.

Das ehemalige Fischerdorf San Juan del Sur (15.000 Einwohner) liegt an der Pazifikküste an einer großen geschwungenen Sandbucht. Das an der Einmündung des 190 km langen Rio San Juan gelegene Städtchen stellte zu Zeiten des Goldrauschs um 1848 eine wichtige Verbindung zur Karibikküste dar, so gab es von Greytown an der Karibikküste eine Dampfschiffverbindung über den Rio San Juan und dem Nicaragua See.

Nachdem wir uns in einem der vielen Lokale an der Strandpromenade erfrischt haben, schlendern wir nachmittags den breiten Sandstrand entlang. Einige kleine Boote liegen in der Bucht vor Anker. Neben einigen Fischerbooten scheinen dies insbesondere die Boote einiger Ausländer zu sein, die sich hier ihre Feriendomizile gekauft haben.

Die langgezogene Bucht wird von einer Hügelkette eingerahmt. Eine Jesusfigur an einer imposanten Stelle überragt die Bucht. Unsere Suche nach einem Touranbieter, um eine Segel- oder Katamarantour zu buchen bzw. ins La Flor Naturschutzgebiet zu fahren, ist leider nicht von Erfolg gekrönt.

An der Südseite des Strandes liegt das im Südstaaten-Stil erbaute Hotel Victoriano, eines der besseren des Ortes. Im Reiseführer wird ebenfalls das dazugehörige Restaurant als eines der besten hervorgehoben. Auf der sehr gepflegten Anlage ist allerdings nicht viel los, so dass wir unseren Sun-Downer lieber in einem Lokal an der Strandpromenade einnehmen. Einen wirklichen Sunset können wir allerdings nicht genießen, da die Sonne bereits vorher hinter einem Felsen verschwindet. Im Restaurant El Timón an der Strandpromenade speisen wir in lebhafter Gesellschaft. Zudem gibt es am heutigen Donnerstag Live-Musik.

Playa El Coco

Am nächsten Morgens ist es zunächst noch etwas bewölkt. Wir fahren zum 18 km südlich von San Juan del Sur gelegenen Playa El Coco, von wo es auch einen Zugang zum Naturschutzgebiet Vida Silvestre La Flor gibt. Der Strand ist nur über eine unbefestigte Straße zu erreichen, laut Reiseführer sind hierfür allerdings trotz einiger Flussüberquerungen keine Allrad-Fahrzeuge erforderlich. Dies können wir erfreulicherweise bestätigen, denn der Untergrund besteht weitestgehend aus festgefahrenem Sand. Spitze Steine bleiben uns erspart, lediglich auf einige ausgewaschene Schlaglöcher ist zu achten.

Im Hotel Parque Maritimo el Coco erkundigen wir uns nach Touren ins Naturschutzgebiet. Diese werden hier ebenfalls nur nachts durchgeführt, da das Naturschutzgebiet Vida Silvestre La Flor im Wesentlichen die oliven Bastardschildkröten, die zwischen Juli und Januar nachts zur Eierablage hierherkommt, schützt. Allerdings wurden in den letzten Nächten lediglich vereinzelt Tiere gesehen.

Das Hotel liegt direkt am schönen, langgezogenen Strand Playa El Coco. Wir suchen uns einen schönen Platz in einem Liegestuhl am feinen Sandstrand und genießen das paradiesische Fleckchen Erde.

Playa el Coco

Playa el Coco

Die seichten Wellen des Pazifik und der leichte Zugang über den Sandstrand laden zu einer Abkühlung ein. Bei einer angenehmen Wassertemperatur von etwa 25° Celsius genießen wir das Wellenbad. Nur wenige Touristen führt es zu diesem fantastischen Ort. Die zum Hotel gehörende Strandbar versorgt uns mit Erfrischungen. Die Bucht lädt zudem zu einem Strandspaziergang ein.

Am späten Nachmittag fahren wir zurück nach San Juan del Sur und machen noch einen Abstecher zum Mirador El Jesus. Von hier oben haben wir einen wundervollen Blick über die Buch von San Juan del Sur und die Küstenlinie und können einen wunderschönen Sunset genießen.

Abends zieht es uns wieder an die Strandpromenade.

Playa Ocotal

Der gestrige Strandtag hat uns so gut gefallen, dass er einer Wiederholung bedarf. Unsere Aktivitäten bezüglich einer Katamaran- oder Bootstour haben wir inzwischen aufgegeben. Diese touristische Einnahmequelle hat man hier noch nicht wirklich entdeckt, so dass es nur ein äußerst spärliches Angebot gibt. Auf dem Wasser haben wir bislang kaum Boote gesehen und wenn, dann waren es Bootes zum Hochseefischen, ein Sport, den insbesondere die US-Amerikaner lieben.

Heute wollen wir die nördlichen Strände erkunden, die ebenfalls nur über unbefestigte aber gut befahrbare Straßen erreichbar sind. Einer der schönsten Strände ist der Playa Ocotal. Eines der wenigen Luxus-Resorts in Nicaragua, das Hotel Morgan's Rock, liegt hier. Mit nur 15 Bungalows und Übernachtungspreise ab 420 USD eine sehr elitäre Anlage. Entsprechend ist diese nur mit einer Reservierung und somit für uns nicht zugänglich.

Der öffentliche zugängliche Strand ist jedoch ebenfalls nicht zu verachten. Die kleine Bucht wird von schroffen Felsformationen eingerahmt. Offensichtlich haben sich hier einige Aussteiger niedergelassen. Erfreulicherweise gibt es eine kleine Strandbar, in der wir uns zwei Liegestühle ausleihen können. Wir sichern uns einen der wenigen Schattenplätze unter einem Baum und genießen das Strandleben. Ein Wellenbad im Pazifik ist immer wieder für eine Abkühlung gut. Einige Surfer versuchen sich mit Wellenreiten, angesichts der nicht besonders hohen Wellen ein sehr kurzes Vergnügen. Ansonsten haben nicht viele dieses paradiesische Fleckchen für sich entdeckt. Die kleine Strandbar versorgt uns mit Erfrischungen und bietet Snacks und sanitäre Einrichtungen an.

Playa Ocotal

Playa Ocotal

Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg. Zum Sun-Downer legen wir noch einen Stopp am Playa Marsella ein. Der erste der nördlichen Strände ist weitaus stärker frequentiert und wird gerne von Quad-Bikes befahren. Ein ruhiges Relaxen am Strand ist hier weniger möglich, doch für einen Sunset-Cocktail ganz nett.

Abends besuchen wir das am nördlichen Strandende von San Juan del Sur gelegene Restaurant Bambu Beach Club und genießen leckere Fischgerichte.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nicaragua bietet mit seinen vielen Vulkanen und großen Seen sowie unterschiedlichen Klimazonen ein tolles Naturerlebnis. Auf unserer zweiwöchigen Mietwagenrundreise haben wir den Westen des Landes entlang der Pazifikküste erkundet. Die Rundreise startete in Managua. Die weitere Tour durch das noch sehr unterentwickelte Land verlief über Leon, Somoto, Esteli, Granada, Insel Ometepe sowie San Juan del Sur an der Pazifikküste.
Details:
Aufbruch: 15.12.2013
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 30.12.2013
Reiseziele: Nicaragua
Der Autor
 
Anke Schlingemann berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Anke sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!