"Rio" oder wie ich endlich mal Deutschland besser kennenlerne

Reisezeit: August 2014  |  von Sabine H.

Sissi-Tag...

18.08.2014: Ich starte meinen Tag am wunderschönen Königsplatz. Gleichzeitig war diese Gegend allerdings auch die Aufmarschzone Münchens während der Nazi-Zeit und hier befinden sich der ehemalige "Führerbau" und das ehemalige NSDAP-Verwaltungsgebäude. Beide Gebäude werden heute von der Universität München genutzt. Auf dem Gelände des ehemaligen sogenannten "Braunen Hauses" (Parteizentrale NSDAP), das 1945 fast völlig zerstört wurde, entsteht heute mit dem NS-Dokumentationszentrum eine Erinnerungsstätte. 2015 soll Eröffnung sein.

Baustelle NS-Doku-Zentrum

Baustelle NS-Doku-Zentrum

Im Hintergrund der ehemalige Führerbau - heute Hochschule für Musik und Theater.

Im Hintergrund der ehemalige Führerbau - heute Hochschule für Musik und Theater.

Ich nähere mich nun dem eigentlichen Königsplatz, der von Ludwig I. so erbaut wurde. Er muss Griechenland-Fan gewesen sein, oder aber griechische Architektur war damals wohl gerade "in". Jedenfalls mutet hier alles irgendwie alt-griechisch an, aber seht selbst:

Glyptothek - Museum für griechische und römische Skulpturen

Glyptothek - Museum für griechische und römische Skulpturen

Staatliche Antikensammlung gleich gegenüber - Museum für griechische, römische und etruskische Kunst

Staatliche Antikensammlung gleich gegenüber - Museum für griechische, römische und etruskische Kunst

Propyläen - dem Tempeleingang der Akropolis in Athen nachempfunden

Propyläen - dem Tempeleingang der Akropolis in Athen nachempfunden

Der Königsplatz ist echt schön, großzügig und weit. An diesem Montag morgen aber auch sehr leer. Kein Wunder: Die Münchener sind bei der Arbeit und die Museen haben geschlossen, deswegen auch kaum Touristen. Der bombastische, klassizistische Baustil des Königsplatzes war natürlich genau nach dem Geschmack Hitlers und daher hat er hier auch seine braunen Truppen marschieren lassen und dafür extra die Grünflächen durch Granitplatten ersetzt, damit die Stiefel schön martialisch knallten beim Marschieren in braun mit ausgestrecktem rechtem Arm... Wie krank... Erst 1986 hat man übrigens den Granit-"Plattensee" wieder entfernt und mit den Grünflächen renaturiert.

Moderne Kunst: Heuballen aus Plastikstrohhalmen, das Herumlümmeln darauf ist erwünscht.

Moderne Kunst: Heuballen aus Plastikstrohhalmen, das Herumlümmeln darauf ist erwünscht.

Im Karrée hinter dem Königsplatz liegen ein paar der bedeutendsten Museen Münchens und sehr gern hätte ich sie mir angeschaut, aber es ist Montag und alle sind geschlossen. Das wusste ich zwar, aber wenigstens wollte ich sie von außen einmal gesehen haben. Für das Innere komme ich definitiv bald mal wieder !

Da muss ich mal rein ! Im Lenbachhaus hängt ziemlich viel moderne Kunst, das wäre genau mein Ding gewesen, aber eben erst beim nächsten Mal...

Da muss ich mal rein ! Im Lenbachhaus hängt ziemlich viel moderne Kunst, das wäre genau mein Ding gewesen, aber eben erst beim nächsten Mal...

Wie eine italienische Villa - wunderschön.

Wie eine italienische Villa - wunderschön.

Teil der TU - technischen Universität Münchens

Teil der TU - technischen Universität Münchens

Fast genauso (nur in antik) sehen die Eingänge zu den Pharaonen-Gräbern in Luxor in Ägypten aus, cool gemacht.

Fast genauso (nur in antik) sehen die Eingänge zu den Pharaonen-Gräbern in Luxor in Ägypten aus, cool gemacht.

Ich habe sehr viel Verständnis für moderne Kunst, aber was soll das denn ? Armloser Typ kotzt einen Blutstrahl auf den Rasen ? Das mag ich jetzt gar nicht !!!

Ich habe sehr viel Verständnis für moderne Kunst, aber was soll das denn ? Armloser Typ kotzt einen Blutstrahl auf den Rasen ? Das mag ich jetzt gar nicht !!!

Alte Pinakothek - steht auch ganz dringend auf meiner Agenda beim nächsten Besuch in M.

Alte Pinakothek - steht auch ganz dringend auf meiner Agenda beim nächsten Besuch in M.

Zurück am Odeon´s Platz, bei Ludwig I.

Zurück am Odeon´s Platz, bei Ludwig I.

In diesem Café soll Mozart schon Kaffee getrunken haben...

In diesem Café soll Mozart schon Kaffee getrunken haben...

Nachdem ich ja nun leider kein Museum von innen betrachten konnte, mache ich mich stattdessen auf zur Residenz und gehe gepflegt Schloss-Gucken. Ob die gute Sissi hier tatsächlich mal gewesen ist (ich gehe einfach mal davon aus) entzieht sich meiner Kenntnis. Aber es sieht einfach sehr Sissi-mäßig aus da drinnen...

Residenz München - hinein da !

Residenz München - hinein da !

Los geht´s mit einem total verschnörkelten "Ding"

Los geht´s mit einem total verschnörkelten "Ding"

Antiquarium

Antiquarium

chinesische Pötte

chinesische Pötte

Ich habe zwar diesen Audioguide am Ohr klemmen, aber ich kann mir unmöglich alles in voller Länge und Breite anhören, dafür habe ich nicht genug Zeit. Und so detailverliebt bin ich auch nicht, als dass ich mir zu jedem einzelnen Zimmer, Saal, Galerie usw. die Geschichte tutti-kompletti reinziehen muss. Rundgänge durch Schlösser sind für mich immer ein Augenschmaus, das genieße ich sehr und zudem mache ich mir lieber meine eigenen Gedanken zu dem, was ich gerade sehe. UND: Verrückt genug, aber ich mag das Geknarze der alten Parkettfußböden unter meinen Füßen so gerne hören...

Schlafzimmer waren damals nicht wirklich praktisch - geschweige denn, gemütlich...

Schlafzimmer waren damals nicht wirklich praktisch - geschweige denn, gemütlich...

Allerheiligen-Hofkapelle - im 2. Weltkrieg völlig zerstört und noch immer nicht ganz fertig wieder restauriert

Allerheiligen-Hofkapelle - im 2. Weltkrieg völlig zerstört und noch immer nicht ganz fertig wieder restauriert

Komische Betten

Komische Betten

unterwegs immer mal wieder lange Korridore

unterwegs immer mal wieder lange Korridore

Kaisersaal

Kaisersaal

auch Kaisersaal

auch Kaisersaal

Ahnengalerie

Ahnengalerie

In der Schatzkammer

In der Schatzkammer

Das wären jetzt so die Klunker, die ich gerne mal anprobieren würde, nur für ein Foto und 5 Minuten ! Aber weiter geht´s...

Das wären jetzt so die Klunker, die ich gerne mal anprobieren würde, nur für ein Foto und 5 Minuten ! Aber weiter geht´s...

Ich steige wieder in den Sightseeing-Bus Richtung Nymphenburg, denn hier möchte ich meinen Sissi-Tag fortsetzen mit einer weiteren Schlossbesichtigung. Die Fahrt dauert eine Weile, Zeit, um Wunden zu lecken. Ich habe heute zwar andere und vor allem offene Schuhe an, aber die gestern erlatschten Blasen quälen schon wieder. Die Riemchen der Sandalen scheuern genau an der gleichen Stelle, es ist zum Verrücktwerden. Egal, ich muss da durch. Wir erreichen das Nymphenburger Schloss und ich zockele los. Hier sind allerdings längst nicht soviele Zimmer zu sehen, wie im Residenzschloss und so bin ich einigermaßen schnell durch damit. Man könnte sich hier natürlich auch noch die Porzellan-Manufaktur + Museum ansehen, aber mit Porzellanzeugs habe ich es nicht so.

Tja, Löwenbräu - ich bin noch immer trocken und habe noch nicht ein einziges Bier getrunken...

Tja, Löwenbräu - ich bin noch immer trocken und habe noch nicht ein einziges Bier getrunken...

Nymphenburg - hammerschön. Von den berühmten Schwänen habe ich aber keinen einzigen gesehen...Märchenkönig Ludwig II. ist hier geboren und von hier soll er seine Begeisterung für Schwäne mitgebracht haben, deswegen Neuschwanstein und Neuenschwangau...

Nymphenburg - hammerschön. Von den berühmten Schwänen habe ich aber keinen einzigen gesehen...Märchenkönig Ludwig II. ist hier geboren und von hier soll er seine Begeisterung für Schwäne mitgebracht haben, deswegen Neuschwanstein und Neuenschwangau...

Nymphenburg - ein wunderschönes Schloss...die damalige Sommerresidenz der Wittelsbacher

Nymphenburg - ein wunderschönes Schloss...die damalige Sommerresidenz der Wittelsbacher

...nur für den Sommer. Voll dekadenter Luxus.

...nur für den Sommer. Voll dekadenter Luxus.

Hinein da ! Es sind nur ca. 21 Räume zu besichtigen und es ist relativ ähnlich, wie in M.

Hinein da ! Es sind nur ca. 21 Räume zu besichtigen und es ist relativ ähnlich, wie in M.

DAS gibt es aber nur hier: Die Schönheitengalerie ! Ludwig I. war kein Kostverächter und mochte die Ladies des Landes Bavaria sehr. In  diesem Raum hängen die Porträts von 36 Mädels aus allen gesellschaftlichen Schichten Münchens. Eine davon wurde ihm zum Verhängnis: Lola Montez, eine Engländerin, die ihn fast um Kopf und Kragen brachte. Elizabeth Rosanna Gilbert war er verfallen, der "Lola Montez". Sie hatte noch ein sehr bewegtes Leben nach Ludwig, ging in die Schweiz, zurück nach England, an den Broadway in die USA und nach Australien. Sie heiratete mehrfach und starb jung, aber reich. Mit 39 Jahren.
Das zweitberühmteste Porträt ist wohl das der Helene Sedlmayr, sie war "nur" eine Schustertochter aus dem Chiemgau, die als 14-jährige Dienstmagd nach München kam. Mit dem königlichen Hof hatte sie gar nichts zu tun, sie war Botin für ein Spielwarengeschäft und lieferte als solche auch ab und zu Spielzeug für die Königskinder in der Residenz ab. Dort fiel sie Ludwig I. als außergewöhnliche Schönheit auf und insofern wurde auch sie porträtiert von Hofmaler Joseph Karl Stieler für die Schönheiten-Galerie in Nymphenburg. Sie galt als Inbegriff Münchener Schönheit. Später heiratete sie einen Kammerdiener vom Hofe und bekam 10 (!) Kinder, womit zumindest ihre tolle Figur dahin gewesen sein dürfte...Aber sie wurde stolze 85 Jahre alt und 3 ihrer Kinder hatten Taufpaten aus der königlichen Familie, was ja nun auch nicht jeder vorzuweisen hatte damals und heute.
Warum ich darüber so ausführlich schreibe ? Das sind so Geschichten neben der Spur, die ich immer total interessant finde...

DAS gibt es aber nur hier: Die Schönheitengalerie ! Ludwig I. war kein Kostverächter und mochte die Ladies des Landes Bavaria sehr. In diesem Raum hängen die Porträts von 36 Mädels aus allen gesellschaftlichen Schichten Münchens. Eine davon wurde ihm zum Verhängnis: Lola Montez, eine Engländerin, die ihn fast um Kopf und Kragen brachte. Elizabeth Rosanna Gilbert war er verfallen, der "Lola Montez". Sie hatte noch ein sehr bewegtes Leben nach Ludwig, ging in die Schweiz, zurück nach England, an den Broadway in die USA und nach Australien. Sie heiratete mehrfach und starb jung, aber reich. Mit 39 Jahren.

Das zweitberühmteste Porträt ist wohl das der Helene Sedlmayr, sie war "nur" eine Schustertochter aus dem Chiemgau, die als 14-jährige Dienstmagd nach München kam. Mit dem königlichen Hof hatte sie gar nichts zu tun, sie war Botin für ein Spielwarengeschäft und lieferte als solche auch ab und zu Spielzeug für die Königskinder in der Residenz ab. Dort fiel sie Ludwig I. als außergewöhnliche Schönheit auf und insofern wurde auch sie porträtiert von Hofmaler Joseph Karl Stieler für die Schönheiten-Galerie in Nymphenburg. Sie galt als Inbegriff Münchener Schönheit. Später heiratete sie einen Kammerdiener vom Hofe und bekam 10 (!) Kinder, womit zumindest ihre tolle Figur dahin gewesen sein dürfte...Aber sie wurde stolze 85 Jahre alt und 3 ihrer Kinder hatten Taufpaten aus der königlichen Familie, was ja nun auch nicht jeder vorzuweisen hatte damals und heute.

Warum ich darüber so ausführlich schreibe ? Das sind so Geschichten neben der Spur, die ich immer total interessant finde...

Weiter geht es: Deckenfresko

Weiter geht es: Deckenfresko

und noch eines.

und noch eines.

Die Räume, Säle und sonstiges sehen aus, wie im Residenzschloss. Ich will mich nicht wiederholen. Der Park - allerdings - ist sensationell.

Die Räume, Säle und sonstiges sehen aus, wie im Residenzschloss. Ich will mich nicht wiederholen. Der Park - allerdings - ist sensationell.

So, Ende im Gelände und aus-die-Maus mit dem Sissi-Schlösser-gucken-Ding. Hinein in den nächsten Doppeldecker-Sightseeing-Bus und los zum Olympiapark von 1972.

1972 war ich 4 Jahre alt. Ich habe keinerlei Echtzeit-Erinnerungen an die damaligen olympischen Spiele in München, alles, was ich darüber weiß, habe ich später aufgeschnappt. Aber durchaus noch in den 70ern. Ulrike Meyfarth gewann Gold im Hochsprung und es gab das gräßliche Attentat auf die israelische Olympia-Mannschaft.

Der Olympiaturm ist eigentlich vor-olympisch, er stand schon 1968 und ist der Fernsehturm Münchens. Die damalige Deutsche Bundespost hat ihn erbaut.

Der Olympiaturm ist eigentlich vor-olympisch, er stand schon 1968 und ist der Fernsehturm Münchens. Die damalige Deutsche Bundespost hat ihn erbaut.

Das gesamte Areal des Olympiageländes steht eigentlich auf einer gigantischen Schutthalde des 2. Weltkrieges und auf einem ehemaligen Flughafen. Früher hieß die Gegend Oberwiesenfeld und war der Flughafen Münchens bis 1938. 1939 wurde dann schon der neue Flughafen München-Riem eingeweiht, aber bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurde das Oberwiesenfeld weiterhin genutzt. In der unmittelbaren Nachkriegszeit mussten Unmengen von Schutt des völlig zerbombten Münchens irgendwohin und man schaffte Millionen von Tonnen der Trümmer nach Oberwiesenfeld, denn da war ja nix mehr. Da war Platz. Bis zu 56 m hoch türmten sich die Schuttberge auf dem ca. 3 qkm großen Gelände. Es war nicht die einzige Schutthalde Münchens, aber die größte. 1966 wurden die olympischen Spiele nach München vergeben und schon begannen die Bauarbeiten. Jetzt fasse ich mich kurz: Es wurden Millionen von Kubikmetern Erdreich bewegt, Bombenblindgänger aus dem 2. Weltkrieg entfernt und mithilfe von Landschaftsarchitekten eine ganz neue Umgebung geschaffen. Die olympischen Sportstätten sollten ganz, ganz anders aussehen als die von 1936 in Berlin. Man wollte Leichtigkeit und Luftigkeit. Der Architekt Frei Otto reichte die Entwürfe für die Plexiglas-Zeltdach-Konstruktionen ein und man fand Gefallen daran. Ob sich so etwas Bahnbrechendes überhaupt wirklich bauen lassen würde, musste man damals zunächst schwer anzweifeln. Aber, wie man sieht: 42 Jahre später steht auch heute noch alles perfekt so da (obwohl man ursprünglich geplant hatte, nach den olympischen Spielen alles wieder abzureißen), Gott sei Dank hat man es nicht getan.

Zurück zum heutigen Besuch meinerseits: Es ist irgendwie viel los, so eine Art Jahrmarkt. Viele Buden zu Essen und Trinken, Fahrgeschäfte, Verkaufsstände für diversen Schnickschnack. Dinge, die die Welt nicht braucht.

Zurück zum heutigen Besuch meinerseits: Es ist irgendwie viel los, so eine Art Jahrmarkt. Viele Buden zu Essen und Trinken, Fahrgeschäfte, Verkaufsstände für diversen Schnickschnack. Dinge, die die Welt nicht braucht.

Der gesamte Olympiapark ist echt einmalig schön und grün

Der gesamte Olympiapark ist echt einmalig schön und grün

Nur ins eigentliche Stadion selbst bin ich nicht hineingekommen - irgendwie war der Eingang offensichtlich auf der ganz anderen Seite und da ich schon wieder extrem fußkrank bin, kann ich mich einfach nicht mehr auf die richtige Seite hinbewegen und habe nur durch die den Zaun gelinst. Eigentlich verstehe ich auch nicht, warum man das Stadion einzäunt, naja wegen der Eintrittsgelder natürlich...aber heute hätte man doch aufmachen können ???

Nur ins eigentliche Stadion selbst bin ich nicht hineingekommen - irgendwie war der Eingang offensichtlich auf der ganz anderen Seite und da ich schon wieder extrem fußkrank bin, kann ich mich einfach nicht mehr auf die richtige Seite hinbewegen und habe nur durch die den Zaun gelinst. Eigentlich verstehe ich auch nicht, warum man das Stadion einzäunt, naja wegen der Eintrittsgelder natürlich...aber heute hätte man doch aufmachen können ???

Auch heute noch sehr modern aussehende Olympia-Schwimmhalle

Auch heute noch sehr modern aussehende Olympia-Schwimmhalle

Es ist heute übrigens ein sehr heißer Tag. Zwischendurch habe ich immer wieder Wasser in mich hineingeschüttet und mir auch irgendwo wieder eine Bratwurst reingezogen. Bier ? Noch immer Fehlanzeige. Ich habe immer noch etwas Besseres vor und es ist noch nicht Feierabend !

Mit dem Bus erreiche ich wieder das Zentrum Münchens und steige am Viktualienmarkt aus. Eine Kirche geht noch, eine geht noch rein... Am Rindermarkt auf dem sogenannten Petersbergl steht die älteste Kirche Münchens: Sankt Peter. Es ist eigentlich ein Wunder, dass hier und heute dort wieder diese Kirche steht, denn sie wurde im 2. Weltkrieg durch 2 Bomben-Volltreffer fast völlig zerstört und galt als nicht wieder-aufbaubar. Die Ruinen waren schon zur Sprengung freigegeben und das Dynamit steckte quasi schon in den Bohrlöchern, aber letztendlich wurde die Aktion gestoppt auf Initiative zweier Pfarrer und Sankt Peter wurde mithilfe der Spenden aus der Bevölkerung sogar relativ schnell wieder aufgebaut: 1945 waren nur noch ein Turm-Stumpf und ein paar Außenmauern vorhanden, 11 Jahre später stand die ganze Kirche schon wieder da ! Respekt !!!

Der Alte Peter steht am Viktualienmarkt und hier kann man auf den Turm klettern und von oben (bei Föhn) bis zu den Alpen sehen, was die Leute auf diesem Foto auch garantiert gerade tun. Sankt Peter hat aber keinen Fahrstuhl, ich bin völlig kaputt und ich habe - wie ich gerade feststelle - schon Blut im Schuh. Ich könnte niemals mehr 306 Stufen in meinen quälenden grün-gelb-blauen Rio-Sandalen hinauflaufen... Aber die waren ja auch für einen ganz anderen Zweck gekauft und hätten nur im warmen, weißen Copacabana-Sand stecken müssen und nicht deutschen Asphalt fressen müssen...

Der Alte Peter steht am Viktualienmarkt und hier kann man auf den Turm klettern und von oben (bei Föhn) bis zu den Alpen sehen, was die Leute auf diesem Foto auch garantiert gerade tun. Sankt Peter hat aber keinen Fahrstuhl, ich bin völlig kaputt und ich habe - wie ich gerade feststelle - schon Blut im Schuh. Ich könnte niemals mehr 306 Stufen in meinen quälenden grün-gelb-blauen Rio-Sandalen hinauflaufen... Aber die waren ja auch für einen ganz anderen Zweck gekauft und hätten nur im warmen, weißen Copacabana-Sand stecken müssen und nicht deutschen Asphalt fressen müssen...

In Sankt Peter

In Sankt Peter

Mal wieder Decken-Fresko

Mal wieder Decken-Fresko

So, ich hab´s dann mal für heute. Ich humpele vom Hbf. zu meinem Hotel, verpflastere meinen rechten Fuß gründlich, packe meinen Krempel zusammen, telefoniere nach Hause und denke nun an ein munich-must-have-and-do: Ein Bier ! Das Bier muss aber innerhalb von ca. 30 Sekunden und max. 30 Schritten erreichbar sein, sonst kann das nicht losgehen. Ja, das scheint machbar zu sein: Gegenüber meines Hotels befindet sich ein kleines Café, Restaurant, Mini-Biergarten, whatever... Ich rein da. Ein Bier, bitte ! Ehrlich gesagt, habe ich absolut keinen blassen Schimmer, was für ein BIer ich da getrunken habe, aber es war Bier und kalt und viel und okay.

Zurück im Hotel bleibt mir nur noch, meine Tasche zusammenzupacken und zeitig ins Bett zu gehen, denn morgen geht es weiter. Relativ früh 06.20 Uhr, oder so, mit dem Zug via Nürnberg, wo ich einmal umsteigen muss, nach Dresden.

© Sabine H., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
"mas que nada" ist ein toller brasilianischer Song und stimmt mich auf 10 Tage Rio de Janeiro ein. 2 Tage vor Abflug geht alle Planung den Bach runter und die deutsche Übersetzung des Songs passt plötzlich wesentlich besser: "Was soll´s ?"
Details:
Aufbruch: 15.08.2014
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 24.08.2014
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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