"Rio" oder wie ich endlich mal Deutschland besser kennenlerne

Reisezeit: August 2014  |  von Sabine H.

Berlin, Berlin - ich fahre nach Berlin !

21.08.2014: Menno, meine Reisetasche wiegt eine Tonne ! Warum, bloß ? Tja, zuviel unnützen Kram von zuhause aus mitgenommen und unterwegs zuviel geshoppt. Aber meine ca. 8 Jahre alte, heißgeliebte Reisetasche auf Inlineskater-Rollen (das beste Weihnachtsgeschenk, ever...) erweist sich mal wieder als wahres Platzwunder. Ich rollere damit zum DD-Hbf. und entere einen Zug am frühen Vormittag nach Berlin. Ich freu´mich tierisch auf Berlin.
Vom Hauptbahnhof gönne ich mir wegen der schweren Tasche ein Taxi zum Grimm´s Hotel, das noch so gerade eben in Mitte in der Nähe des U-Bahnhofes Spittelmarkt liegt. Das Grimm´s Hotel hat sich nach den Gebrüdern Grimm benannt und die Zimmer jeweils mit entsprechenden Märchen-Motiven ausgestattet. (Was aber nur Märchen-Zitate an der Wand sind, ansonsten sind es hyper-moderne, helle, freundliche, cleane Hotelzimmer). Mein Zimmer ist "Hans im Glück"... Zufall ??? Mein Vater heißt Hans und hat momentan leider wenig Glück mit seinem Gesundheitszustand.
Wie üblich, werfe ich nur meine Sachen ab und ziehe pronto los zur U-Bahnstation und eile zum Alexanderplatz. Ich war ja nun seit ca. 8 Jahren nicht mehr in Berlin und ich erkenne den Alex kaum wieder. Das riesige neue Einkaufszentrum Alexa kenne ich nicht und auch ansonsten bin ich irgendwie irritiert. Soviele neue Geschäfte und irgendwie habe ich fast das Gefühl, dass noch nicht mal mehr der Fernsehturm am gleichen Platz steht, geschweige denn die Weltzeituhr...es streikt wohl einfach nur mein Gedächtnis...

Nee, alles gut und an Ort und Stelle..

Nee, alles gut und an Ort und Stelle..

sie scheint mir irgendwie aus dem Zentrum des Platzes gerückt zu sein, aber der Standort hat sich nicht geändert, nur der Blickwinkel.

sie scheint mir irgendwie aus dem Zentrum des Platzes gerückt zu sein, aber der Standort hat sich nicht geändert, nur der Blickwinkel.

Ich bin jetzt echt kurz am überlegen, was ich eigentlich vorhabe. Ja, Mauer-Nachmittag ist angesagt. Am bequemsten geht das auch hier wieder mit den hop-on-hop-off-Bussen, nächster zentraler Haltepunkt: Neptunbrunnen am Roten Rathaus. In Berlin hat man sogar die Qual der Wahl, weil hier gleich mehrere Busunternehmen am Start sind, deren Vehikel sich farblich unterscheiden. Aber ich bleibe bei "rot" und kaufe das entsprechende Ticket für wiederum 48 Stunden. Preislich tun die sich eh nix. Der erste Stopp ist an der Museumsinsel, aber das ist Programm für morgen. Wobei ich mir da schon etwas Sorgen mache, ob ich ohne vorgebuchtes Ticket eine Chance auf Einlass werde haben können.

Altes Museum am Kustgarten

Altes Museum am Kustgarten

wir kommen an der Humboldt-Universität vorbei

wir kommen an der Humboldt-Universität vorbei

Angekommen an der Gedenkstätte "Berliner Mauer" an der Bernauer Straße, wo heute noch ein 1,4 Km langes Stück Original-Mauer steht. Und genau das will ich sehen, weil ich zwar altersmäßig durchaus die Möglichkeit gehabt hätte, Berlin zu DDR-Zeiten zu besuchen, es aber nie getan habe. Berlin in den 80ern war für mich so weit weg, wie der Mond.

Angekommen an der Gedenkstätte "Berliner Mauer" an der Bernauer Straße, wo heute noch ein 1,4 Km langes Stück Original-Mauer steht. Und genau das will ich sehen, weil ich zwar altersmäßig durchaus die Möglichkeit gehabt hätte, Berlin zu DDR-Zeiten zu besuchen, es aber nie getan habe. Berlin in den 80ern war für mich so weit weg, wie der Mond.

All diese Menschen auf der versuchten Flucht erschossen...mehr Männer, als Frauen

All diese Menschen auf der versuchten Flucht erschossen...mehr Männer, als Frauen

Es stehen auch noch Reste von Wachtürmen und anderen Anlagen. Die Mauer an der Bernauer Straße verlief praktisch auf dem Bürgersteig zwischen Ost- und West-Berlin und war ein neuralgischer Punkt für die DDR-Grenzer. Anfangs konnte man an der Bernauer Straße praktisch aus dem Fenster in den Westen springen....

Es stehen auch noch Reste von Wachtürmen und anderen Anlagen. Die Mauer an der Bernauer Straße verlief praktisch auf dem Bürgersteig zwischen Ost- und West-Berlin und war ein neuralgischer Punkt für die DDR-Grenzer. Anfangs konnte man an der Bernauer Straße praktisch aus dem Fenster in den Westen springen....

Ein extrem berühmtes Foto !

Ein extrem berühmtes Foto !

die wunderschöne Oberbaumbrücke

die wunderschöne Oberbaumbrücke

In Friedrichshain. Die East Side Gallery. Auch hier steht noch ein langes Stück Mauer, bunt bemalt und beschriftet.

In Friedrichshain. Die East Side Gallery. Auch hier steht noch ein langes Stück Mauer, bunt bemalt und beschriftet.

Für den Rest des Nachmittages bleibe ich an Bord des Busses und lausche den wirklich interessant erzählten 'Geschichten. Wir durchqueren Gegenden, in denen ich noch nie war, wie z.B. Prenzlauer Berg. Am Ende steige am Alexanderplatz aus und mache einen ernsthaften Shopping-Versuch in meinem Lieblingsladen TK Maxx. Diese Filiale feiert gerade heute Neueröffnung in einem riesigen Laden und es ist gestopft voll mit Menschen. Zu voll. Das macht dann so keinen Spaß. Ich schaue mir noch das Einkaufszentrum Alexa an, werde aber auch hier nicht fündig, was allerdings sicher auch daran liegt, dass ich genug habe für heute, also over and out. Zurück zum Hotel, kleine Pizza geordert und Pläne schmieden für morgen.

Im "Hans-im-Glück"-Zimmer

Im "Hans-im-Glück"-Zimmer

© Sabine H., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
"mas que nada" ist ein toller brasilianischer Song und stimmt mich auf 10 Tage Rio de Janeiro ein. 2 Tage vor Abflug geht alle Planung den Bach runter und die deutsche Übersetzung des Songs passt plötzlich wesentlich besser: "Was soll´s ?"
Details:
Aufbruch: 15.08.2014
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 24.08.2014
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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