Mal was Anderes erleben - Unser Abenteuer im Land der langen weißen Wolke

Reisezeit: Oktober 2014 - April 2015  |  von Carolin H.

Die Südinsel ruft...: Dunedin und die Otago-Peninsula

Am Samstag, den 27. Februar, setzten wir unsere Reise also nach Dunedin fort. Wir erreichten die Stadt am frühen Nachmittag und da uns noch Zeit blieb, bis wir bei Margaret, unserem neuen Wwoofhost, eintreffen konnten, machten wir erst einmal die Stadt unsicher. Recht schnell stellten wir fest, dass Dunedin wohl die einzige Stadt Neuseelands ist, die so etwas wie Charme und schöne Gebäude besitzt. Der Einfluss ihrer schottischen Gründer ist überall zu spüren. Tatsächlich ist Dunedin die gälische Übersetzung zu Edinburgh. Wir verbrachten also 2 Stunden in dieser schönen Stadt und fühlten uns gleich richtig wohl, was wohl nicht zuletzt am studentischen Flair überall lag. Von 125 000 Einwohnern sind ein Fünftel Stundenten und das bringt viel Leben in die Stadt.

Wwoofing bei Margaret

Gegen 4 Uhr parkten wir bei Margaret vorm Haus. Sie stellte sich als eine sehr nette Frau heraus, die uns die kommende Woche (fast schon zu) gut füttern sollte. Anders als während unserer bisherigen Wwoofaufenthalte, durften wir diesmal nicht nur Unkraut jäten und sauber machen, sondern Gartenwege anlegen und erweitern und auch Mäuerchen im Garten bauen. Für letzteres mussten wir Bretter sägen, Pfeiler betonieren und hämmern. Nicht übel! Wir aßen nicht nur recht viel, sondern vor allem auch sehr gesund. Es gab ausschließlich Gemüse, Obst und Beeren in allen möglichen Zubereitungsformen aus dem Garten. Neben den 3 Hauptmahlzeiten gabs dann zum Morning und Afternoon Tea immer was Süßes oder Cracker mit Käse und selbst angebauten Tomaten. Was will man mehr?!
Nach unserer 4-wöchigen Reisephase genossen wir am Sonntag und Montag erstmal den Alltag (so seltsam das vielleicht klingen mag). Erst am Dienstag verließen wir mal das Grundstück, um im nahen Mosgiel ein bischen einzukaufen.
Für Mittwoch, den 4. März, hatten wir vorgearbeitet und so blieb uns alle Zeit der Welt für unseren Tagesausflug auf die Otago-Peninsula. Wir besuchten unter anderem die Sandfly Bay, die anders als von uns angenommen nicht wegen der Fliegen, sondern wegen des fliegenden Sandes ihren Namen hat. Dort bekamen wir auch wieder einen Gelbaugenpinguin und neuseeländische Seebären zu Gesicht. Weiter ging es dann zu hohen Sandsteinklippen im Südosten der Halbinsel.

Lovers Leap - beeindruckende Klippen auf der Halbinsel vor Dunedins Haustüre.

Lovers Leap - beeindruckende Klippen auf der Halbinsel vor Dunedins Haustüre.

Auf der Otago Peninsula, hier mit Blick auf das Hoopers Inlet.

Auf der Otago Peninsula, hier mit Blick auf das Hoopers Inlet.

Am Nachmittag erreichten wir dann Taiaroa Head, wo sich die weltweit einzige Albatrosskolonie auf Festland befindet. Auch wir waren natürlich dorthin gefahren, um die Königsalbatrosse beim Nisten und ihrem Gleitflug zu beobachten. Mit bis zu 3 Metern Flügelspannweite sind diese Tiere tatsächlich Könige der Lüfte. Sie sind aber auch Könige der See, denn sie verbringen nach dem Verlassen des Nests die nächsten 5-7 Jahre ununterbrochen auf den Meeren der Südhalbkugel ohne einen Fuß auf Land zu setzen. Nach unserer Führung im Royal Albatross Centre stand für uns am Abend ein weiteres Highlight an. Wir hatten eine geführte Tour zu den kleinsten Pinguinen der Welt gebucht, den Zwergpinguinen. Mit kaum 30 cm Körpergröße und einem Gewicht von nicht mal einem Kilo kommen die Kleinen jeden Abend in Grüppchen an Land. Anschließend wird das Gefieder geputzt und der Weg zu den Höhlen, zum Teil mehrere hundert Meter landeinwärts gelegen, fortgesetzt. Kaum zu glauben, wie gut diese niedlichen Vögel klettern können! Etwa halb 10, es war inzwischen stockfinster, machten wir uns schließlich auf den Rückweg.

Ein Königsalbatross nistet auf Taiaroa Head.

Ein Königsalbatross nistet auf Taiaroa Head.

Am Pilots Beach auf Taiaroa Head kommen jeden Abend diese Zwergpinguine an Land, um ihre Jungen zu füttern und zu schlafen.

Am Pilots Beach auf Taiaroa Head kommen jeden Abend diese Zwergpinguine an Land, um ihre Jungen zu füttern und zu schlafen.

Wer in Neuseeland unterwegs ist und Schokolade liebt, kommt kaum an Cadbury-Schokolade vorbei. Der Sitz des Unternehmens, welches in den letzten Jahren auch Toblerone und Milka aufgekauft hat, ist im Herzen Dunedins. Eine Führung durch die Produktion war für uns ein Muss, nicht zuletzt weil wir erfahren hatten, dass während der Tour gratis Schokolade verteilt werden würde. Zwar wurden unsere Erwartungen an die Schokoladenmenge zum Mitnehmen nicht ganz erreicht, aber die Führung war dennoch sehr interessant und lecker! Mit viel Schokolade im Bauch machten wir dann noch einen Spaziergang über den Campus der University of Otago. Für leidenschaftliche Exstudenten ein absolutes Muss! Neben modernen Gebäuden vermitteln ältere, nach schottischem Vorbild erbaute Häuser den Eindruck einer altehrwürdigen Universität. Tatsächlich wurde die Universität bereits im Jahre 1869 als erste Universität Neuseelands gegründet. Beim Besuch der Uni lohnt auch ein Abstecher in den University Book Shop!

Nach unserem erfolgreichen Besuch der Cadbury-Schokoladenfabrik.

Nach unserem erfolgreichen Besuch der Cadbury-Schokoladenfabrik.

Auf dem Campus der University of Otago - hier hätte man mal ein Auslandssemester einlegen können!

Auf dem Campus der University of Otago - hier hätte man mal ein Auslandssemester einlegen können!

Ursprünglich hatten wir vorgehabt genau eine Woche bei Margaret zu bleiben. In Anbetracht des zunehmen herbstlich kühlen Wetters und der Tatsache, dass wir uns einfach pudelwohl fühlten, beschlossen wir 2 Tage länger und somit bis Montag, den 9. März, zu bleiben. Wir pflückten noch das ein oder andere Obst in Margarets Garten und assistierten ihr beim Einkochen und Marmelade machen. Samstagmorgen schlenderten wir mit vielen Kiwis und anderen Touristen über den Dunedin Farmers Market und kauften dort erstmals in Neuseeland richtig leckeres Brot. Und der tolle Käse erst...
Am Sonntag, unserem letzten Tag, besuchten wir am Nachmittag den bekannten Tunnel Beach, wobei uns weniger der Strand als viel mehr die Steilküste beeindruckten.

Bei der Arbeit.

Bei der Arbeit.

Die beeindruckende Kalkstein-Steilküste am Tunnel Beach.

Die beeindruckende Kalkstein-Steilküste am Tunnel Beach.

© Carolin H., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es ist soweit... nach einer richtig tollen Studentenzeit in Freiberg wollen wir nochmal "was Anderes erleben" und haben uns dazu das wohl schönste Ende der Welt ausgesucht. Nach einem kurzen Stopover in Sydney gehts für mindestens ein halbes Jahr mit dem Campervan durch Neuseeland. Wir sind gespannt, was uns erwartet und halten euch hier auf dem Laufenden. Viel Spaß :)
Details:
Aufbruch: 13.10.2014
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 23.04.2015
Reiseziele: Australien
Neuseeland
Der Autor
 
Carolin H. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.