Faszination Peru

Reisezeit: August / September 2016  |  von Beatrice Feldbauer

Fahrt nach Nasca

Abschied von Paulina. Herzlich und sehr persönlich verabschiedet sich Paulina von jedem von uns. Vergessen sind die Misstöne von gestern. Sie nennt uns eine tolle Gruppe und schenkt uns allen eine ganz feste Umarmung. Vorher ist sie mit uns noch zum Busbahnhof gefahren und hat mir gezeigt, wo ich meine Voucher in Tickets eintauschen, wo das Gepäck aufgegeben wird und kontrolliert, ob mit unseren Papieren alles in Ordnung ist. Wir werden sie vermissen und ihre Sprüche werden wir noch lange in den Ohren haben.

Und dann sitzen wir im Warteraum von Oltursa, der Busgesellschaft, die uns nach Nasca fahren wird. Eine lange Fahrt liegt vor uns. Zur Abwechslung nicht mit dem eigenen Bus, sondern mit einem der grossen Überlandbusse.

René hat schon bei der Reservation darauf geachtet, dass wir gute Plätze haben und hat die vordersten vier Plätze und den Rest auf der Meerseite, der linken Seite reserviert.

Paulina, geboren unter dem Vulkan, darum so impulsiv und emotionell

Paulina, geboren unter dem Vulkan, darum so impulsiv und emotionell

Wir beziehen unsere reservierten Plätze und der Bus fährt pünktlich los. Zehn Stunden bis Nasca.

Zuerst fahren wir durch Steinwüsten wo kein Halm mehr wächst, Berge von hartem Gestein, kaum eine Pflanze, nur Steinbrocken auf beiden Seiten der Strasse.

Manchmal, auf dem Grund von Tälern, durch die ein ausgetrockneter Fluss führt, gibt es Kulturland. Sobald auch nur während ein paar Monaten im Jahr Wasser vorhanden ist, ist die Erde fruchtbar.

Manchmal stehen am Hang kleine Hütten, manchmal gibt es eine Stelle wo Steine oder Sand abgebaut wird, manchmal treffen wir auf kleine verlotterte Siedlungen.

Foto: Bruno

Foto: Bruno

Foto: Bruno

Foto: Bruno

Foto: Bruno

Foto: Bruno

Bei Camana erreichen wir das Meer, den wilden Pazifik. Von unserem Hochsitz, wir sind alle im oberen Stock des zweistöckigen Busses, haben wir eine wunderbare Aussicht auf das Meer. Und jetzt bewährt es sich auch, dass wir auf der linken Seite des Busses sitzen. Spektakulärer ist die Sicht nur noch auf den vordersten Plätzen. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich wie in einem Himmelfahrtskommando oder einer Berg- und Talbahn fühlen, denn die Strasse führt über enge Kurven immer wieder hinauf an die Bergflanken, um bald wieder hinunter ans Meer zu gelangen.

Wir durchqueren grüne Täler und steigen in karge Höhen. Es herrscht viel Verkehr. Vor allem sind es die schweren Lastwagen, die zum Teil die Hänge hinauf kriechen. Ein paar Touristenbusse, andere grosse Busgesellschaften und ganz wenig Privatautos. Es wird überholt, in Kurven ausgeholt, Sicherheitslinien sind zwar vorhanden, sogar doppelte, doch sie scheinen nur als Markierung für die Strassenmitte zu dienen. Jedenfalls hält sich niemand daran.

Unser Chauffeur fährt recht umsichtig, aber ein paarmal wird man auf den vordersten Sitzen tief durchgeatmet haben. Die Geschwindigkeit wird übrigens im Businneren angezeigt. Oft sind es nur 30, manchmal 60 und auf einigen Strecken sogar 90 Stunden Kilometer. Irgendwann gibt es ein kleines Mittagessen. Schade nur, dass der Reis trocken und das Fleisch kalt ist.

Stunde um Stunde kommen wir voran. Manchmal können wir eine Strassentafel lesen, auf der die Strecke steht. Noch 200 km bis Nasca. Es heisst Geduld haben, hinaus schauen, plaudern, dösen.

Die Aussichten auf das Meer sind grandios, hohe Wellen schlagen an die schroffen Felsen und lassen das Wasser meterhoch spritzen. Zwei-bis dreimal liegt eine grosse Fischerflotte vor der Küste, einmal sehen wir zwei einsame Personen am Strand laufen. Manchmal gibt es Hütten an beiden Strassenseiten, manchmal sogar ein kleines, verlottertes Dorf. Wie lebt es sich wohl an einem solchen Ort?

Nasca liegt mitten in der Wüste, das können wir auf unserer Fahrt gut erkennen. Zwar gibt es rund um die Stadt Plantagen, auf denen Kakteen und Mais angebaut wird. Dies funktioniert aber nur wegen einem ausgeklügelten Wassersystem, das schon in der alten Nasca-Kultur funktioniert hat und weil Nasca ungefähr zwei Meter tiefer liegt als die ganze Umgebung.

Gegen fünf Uhr erreichen wir die Stadt. Wir nehmen unsere Koffer in Empfang und gehen zu Fuss zum Hotel, das ganz nahe vom Busbahnhof ist. Dass es einen grossen Pool hat, haben alle gleich erkannt und so trifft man sich kurz darauf bei einem erfrischenden Bad.

Später treffen wir uns wieder an der Bar. PiscoSour und Bier ist angesagt. Und dann geniessen wir gemeinsam ein feines Nachtessen in den Lauben des Hotels.

Sonnenuntergang über dem Hotel Nasca Lineas

Sonnenuntergang über dem Hotel Nasca Lineas

Hotel-Restaurant

Hotel-Restaurant

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Noch einmal durch dieses fantastische Land reisen. Für mich wird es die letzte Reise durch dieses farbige Land sein, für meine Begleiter die erste Reise. Im Moment sind wir in den letzten Vorbereitungen, Koffer packen, Geld und Pass bereit legen, Reisefieber kühlen. Bald geht's los...
Details:
Aufbruch: 22.08.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 10.09.2016
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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