Faszination Peru

Reisezeit: August / September 2016  |  von Beatrice Feldbauer

Paracas

Noch einmal früh aufstehen, noch einmal holt uns der Alexander mit dem Bus um halb Sieben ab. Ein letztes Mal haben wir die Koffer gepackt. Wenn wir sie das nächste Mal auspacken, werden wir zu Hause sein.

Doch vorher haben wir noch einen weiteren Höhepunkt auf dem Programm. Wir verlassen die Sanddünen und die Oase von Huacachina und erreichen nach einer Stunde Fahrt das Meer. Hier in Paracas erwartet uns Sheila von der Agentur zur Bootsfahrt zu den Islas Balestas.

"Einstellen in Zweierreihen", befiehlt sie und bei solch eindeutigen Befehlen kommt uns Paulina wieder in den Sinn. Dann wird eine Liste herumgereicht, in die Name, Alter und Passnummer eingetragen werden soll. Ich mag den Pass nicht hervorkramen, schreibe irgendeine Nummer auf, denn wer will das schon kontrollieren.

Ich frage mich immer wieder, was mit all dem Papierkram passieren soll. Schon bei der Busgesellschaft vor zwei Tagen wurden unsere Tickets im Computer mit allen Angaben erfasst, im Doppel ausgedruckt, nur um die Doppel dann achtlos wegzulegen. Auch die Hälfte des Resttickets wurde am nächsten Schalter abgerissen, so dass wir am Schluss noch einen kleinen Zettel bekamen, den niemand mehr beachtete.

Fischreiher am Ufer - Foto: Bruno

Fischreiher am Ufer - Foto: Bruno

Also warten wir diszipliniert in Zweierkolonnen. Im Hafen haben sich schon sehr viele Leute eingefunden und schon bald öffnet sich die Schranke, die Motorboote stehen am Pier bereit, man kann einsteigen.

Knapp 30 Leute haben in einem Boot Platz. Sheila gibt uns noch den Tipp, uns auf die linke Seite zu setzen, dann übernimmt Louis, der Bootguide das Kommando. „Schwimmwesten anziehen, auf Hüte und Kappen achten, vorerst sitzen bleiben“, sind seine Anweisungen.

Foto: Bruno

Foto: Bruno

Und dann fahren wir hinaus auf den Pazifik. Leider will sich die Sonne heute gar nicht zeigen, aber dafür ist das Wasser sehr ruhig.

Wir fahren hinaus zur Halbinsel, wo gross das Kandelaber, eine Felszeichnung aus der Paracas-Epoche tront. Man weiss nicht viel über diese Kultur. Warum und wozu die Zeichnung gemacht wird. Sie wird mit der Nasca-Zeichnungen in Verbindung gebracht. Louis erzählt in Spanisch und englisch und als er merkt, dass er deutsch sprechende Gäste hat, versucht er es auch in Deutsch. Das ganze ergibt einen lustigen Sprachsalat in dem er alle Infos sprachlich mischt und alle irgendwie das erfahren, was sie wissen möchten.

Vogelzüge fliegen über uns hinweg, Pelikane schweben knapp über dem Wasser, wir fahren weiter. Hinaus zu den Vogelfelsen.

Pelikan im Tiefflug

Pelikan im Tiefflug

Wow, oh… von weitem sieht man nur die vielen Vogelschwärme, die von den Inseln aufsteigen, aus der Nähe sehen wir, dass die Inseln komplett von Vögeln eingenommen sind. Riesige Kolonien von schwarz-weissen Tölpeln leben hier. Schwarze Kormorane spannen ihre Flügel zum Trockenen aus.

Ganz oben tront ein kleiner Humboltpinguin und guckt erstaunt hinunter auf die Touristenboote, die vor den Felsen hin und her kurven. Und dort watschelt einer den Felsen hoch. Lustig, wie er mit seinen kurzen Beinen hinauf klettert. Ganz ohne sich festzuhalten, denn seine kleinen Flüegel eignen sich nicht zum greifen.

Der kleine Pinguin auf dem Weg nach oben...

Der kleine Pinguin auf dem Weg nach oben...

tapfer meistert er jedes Hindernis.

tapfer meistert er jedes Hindernis.

Und da hinten auf dem Felsen liegt Familie Seehund. Faul liegen sie zusammen, brüllen sich gelegentlich an „Familie halt“, meint Luis, und dösen weiter. „Sie jagen in der Nacht“, erklärt Louis, "tagsüber ruhen sie aus“.

Familie Seehund hat Stress... - Foto: Bruno

Familie Seehund hat Stress... - Foto: Bruno

... um gleich darauf wieder zu kuscheln  - Foto: Bruno

... um gleich darauf wieder zu kuscheln - Foto: Bruno

.... kleine Neckereien eingeschlossen - Foto: Bruno

.... kleine Neckereien eingeschlossen - Foto: Bruno

Schafen ist ja so schön - Foto: Bruno

Schafen ist ja so schön - Foto: Bruno

Überall sitzen Vögel, fliegen Vogelschwärme, kreischt und krächzt es. Und dazwischen das Brüllen eines Seelöwen, der seine Familie in Schach hält. Und dazu das Klicken der Fotoapparate. Denn niemand sitzt jetzt mehr. Alles staunt, schaut, lacht, ist begeistert.

Foto: Bruno

Foto: Bruno

Das versteckte Gesicht

Das versteckte Gesicht

Unbeschreiblich. Ich fühle mich inmitten eines Dokumentarfilmes. Mit dem grossen Unterschied, dass es hier zusätzlich noch stinkt. All die Exkremente der Vögel stinken buchstäblich zum Himmel. Allerdings waren sie bis vor ein paar Jahren noch eine wichtige Einnahmequelle, denn die Hinterlassenschaft wurde eingesammelt und als Guano-Dünger weltweit vermarktet. Heute scheint dafür kein grosser Bedarf mehr zu sein.

Nach zwei Stunden sind wir zurück im Hafen. Wieder einmal voller neuer Erlebnisse, voller Emotionen, Staunen ob den vielen Varianten der Natur.
Nach einem Kaffee und Besuch des Baños steigen wir wieder in unseren Bus. Unser letztes Ziel wartet: Lima und der Flughafen.

Rosa Nautica, eines der besten Restaurants von Lima

Rosa Nautica, eines der besten Restaurants von Lima

Noch einmal: feine Fischspezialitäten...

Noch einmal: feine Fischspezialitäten...

Nach vier Stunden erreichen wir Lima. Und es reicht noch für ein verspätetes Nachtessen in der Rosa Nautica.

Wir kehren in diesem eleganten Lokal am Meer ein, bestellen noch einmal ein feines Fischgericht und lassen uns einen excellenten argentinischen Weisswein schmecken.

Und dann bringt uns unser Bus zum Flughafen. Wir verabschieden uns von Lima, von Peru, von drei spannenden Wochen voller Abenteuer, voller unerwarteten Begegnungen, voller Überraschungen.

Drei Wochen Peru gehen zu Ende und es ist, als ob wir vor drei Wochen eingetaucht und jetzt unversehens wieder den Kopf aus dem Zauberteppich 'Ferien' stecken würden.

Adios Lima...

Adios Lima...

Bemerkung

Diesen Reisebericht habe ich aus meiner Sicht geschrieben. Er enthält meine ganz persönliche Sicht. Er soll für die Teilnehmer ein Nachschlagewerk sein, eine Inspiration für ihre ganz persönlichen Geschichten, die sie in ihrem eigenen Freundeskreis erzählen sollen.

Es gibt selbstverständlich ganz viele kleine Episoden, die ich nicht aufgeschrieben, oder die ich nicht selber erlebt oder gesehen habe.

Für mich war es vorläufig die letzte Reise nach Peru. Nach acht spannenden Jahren mit ganz vielen tollen Freunden.

Ich habe in dieser Zeit eine Lodge im Dschungel aufgebaut und dabei ganz viele ungewöhnliche Begegnungen gehabt. Doch das sind wieder ganz andere Geschichten...

Die Lodge habe ich Keyla, einer tollen jungen Frau übergeben und ich wünsche ihr dazu all das Glück und den Erfolg, den es für den Weiterbetrieb braucht.

Hier findet ihr den Link zu diesem Erlebnis voller Abenteuer im Regenwald von Iquitos - Peru. Iquitos, diese Stadt zu der keine Strasse hinführt, ist auf jeden Fall eine Reise und jede Mühe wert.

Beatrice Feldbauer

Fuente del Amazonas Lodge: Da wo das Abenteuer beginnt.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Noch einmal durch dieses fantastische Land reisen. Für mich wird es die letzte Reise durch dieses farbige Land sein, für meine Begleiter die erste Reise. Im Moment sind wir in den letzten Vorbereitungen, Koffer packen, Geld und Pass bereit legen, Reisefieber kühlen. Bald geht's los...
Details:
Aufbruch: 22.08.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 10.09.2016
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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