China und Luzon 2017

Reisezeit: August - Oktober 2017  |  von Stefan Böhm

19.09. Abschied von China

19.05. Letztes Sightseeing

Heute darf ich wieder etwas länger ausschlafen. Wir müssen erst um 09:30 los. Bevor wir uns auf den Weg nach Hongkong machen, besichtigen wir noch den Ahnentempel der Familie Chen. Durch glückliche Umstände ist er während der Kulturrevolution erhalten geblieben. Der Tempel ist insgesamt sehr schön. Am eindrucksvollsten finde ich aber die Reliefs an der Vorderfront des Tempels. Sowohl die einfarbigen als auch die bemalten. Sie sind richtig dreidimensional. Eine tolle Arbeit. Im Tempel gibt es mehrere Shops. Im hintersten kommt ein älterer Herr um die Theke herum als er mich sieht und auf mich zu. Was er wohl will? Da zieht er ein Maßband auseinander und fängt an, mich zu messen. Er ist ganz begeistert. Verkaufen will er mir nichts. Das habe ich in Asien schon öfter erlebt, dass der Geschäftssinn in dem Moment vernachlässigt wird.

Weiter geht es zum Altstadtviertel von Guangzhou. Es ist vergleichbar mit dem Bund von Shanghai nur dass es sich hier um Privathäuser auf einer kleinen Flussinsel handelt die nicht so mondän sind wie die Gebäude am Bund in Shanghai. Die Shamian Da Jie ist eine schöne Fußgängerzone zum Flanieren durch das Viertel. Zum Schluss also kein Highlight mehr, aber etwas ganz nettes.

Für unser letztes Mittagessen in China halten wir in einer Einfahrt, die nach Industrieansiedlung aussieht. Wir fahren mit einem Aufzug in den fünften Stock. Das Essen ist auch noch einmal ganz gut. Witzig ist, dass es etwas frittiertes gibt, bei dem uns niemand, auch Frau Zhang oder die Bedienungen uns nicht sagen können, was es eigentlich genau ist. Es gibt wieder Ente. Außerdem gebratenen Reis, Frühlingsrollen (die es nicht oft gegeben hat) und noch einmal kleine leckere Shrimps auf einem Algenbett. Die Algen habe ich weggelassen, aber nachdem die meisten keine wollten, habe ich die halbe Platte Shrimps gegessen. Schweinefleisch süßsauer und Rind mit Zwiebeln war wie üblich. Nur waren beim Rind statt Paprika Peperoni verarbeitet. Bei denen musste man höllisch aufpassen.

Wieder am Bus machte Karin den Startschuss und übergab Frau Zhang ihren Umschlag. Ich habe mich etwas gewundert warum jetzt schon, bin dann aber gleich hinterher und daraufhin haben sich alle anderen angeschlossen. Kurz darauf zeigte sich, dass das vielleicht gar nicht so verkehrt war. Unser Bus hatte nämlich prompt eine Panne. Er hat Wasser verloren. Der Fahrer hat während der Fahrt schon einen Ersatzbus angefordert. Der war aber noch nicht da, als er in einer kleinen Werkstatt ein zweites Mal halten musste um Wasser nachzuschütten. Dafür hat einer der Busfahrer, die hier herumgestanden sind sich wohl bereit erklärt, uns zum Schiffsterminal zu fahren. Wie das möglich war weiß ich zwar nicht, aber immerhin ist es gegangen und wir sind gerade rechtzeitig zum Boarding angekommen. Jetzt mussten wir allerdings auch noch durch den Zoll. Wir hatten also gerade noch Zeit, Frau Zhang zuzuwinken und ihr alles Gute zu wünschen.
Es haben zwar bei weitem nicht so viele Ausländer angestanden wie bei einem Flugzeug aber es hat dennoch seine Zeit gedauert. Insbesondere bei „meinem“ Zollbeamten hatte ich den Eindruck, das ist ein 250 prozentiger. Er hat sich genau jeden Eintrag im Reisepass angeschaut und alles verglichen. Enttäuscht war ich über den Sitzplatz. Es gibt eine Reihe in der Kabine, die die Sitzreihen quasi teilt. Hier gibt es reichlich Platz für meine Beine. Die Reihe ist ziemlich ausschließlich von unserer Gruppe belegt, aber ich selbst habe einen Platz in einer mittleren Reihe wo ich meine Beine wieder einmal nicht unter bekomme. Zum Glück meint Heike gleich, dass sie mit mir tauscht. Das finde ich ausgesprochen nett. Die Fahrt dauert 2 Stunden. Um 17:00 haben wir mit leichter Verspätung angelegt.

Unser Schiff nach Hongkong

Unser Schiff nach Hongkong

Hongkong

Nach dem Zoll sammeln wir uns erst bis alle ihr Gepäck haben und treffen dann auf Wincent, unseren Hongkonger Guide. Der ist für einen Chinesen ziemlich Groß und ganz anders als Frau Zhang sehr locker drauf, wenn es ihn auch gleich nervt, als die beiden alten Herren aus Gruppe B meinen, sie müssten jetzt erst Geld wechseln. Das hat ihm gar nicht gepasst, weil er los wollte. Ich bin hinterher und sagte es ihnen. Als Antwort bekam ich nur das sei Ihnen egal. Die beiden müssen nach allem, was wir bisher schon gehört haben, unglaubliche Stinkstiefel sein. Gott sei Dank war ich nicht in Gruppe B. Mit dem einen bin ich bei der Radtour schon zusammengerasselt als der einfach mal in meine Fahrbahn reingefahren ist und dann gemeint hat ich solle aufpassen wo ich hin fahre.

Die Rolltreppe vom Pier zur Zollkontrolle ist gespickt mit AC-Apparaten

Die Rolltreppe vom Pier zur Zollkontrolle ist gespickt mit AC-Apparaten

Dann gab es noch eine Verzögerung, weil noch ein Paar aus Gruppe B verloren gegangen ist auf dem Weg zu den unterirdischen Busparkplätzen.
Wie sind wir nicht gekommen, bis wir in einem dicken Stau gestanden sind. Vor uns hat es gleich zwei Unfälle an einer Stelle gegeben. So sind wir glücklich um 19:30 im Hotel angekommen. Dieses liegt wie befürchtet weit abseits jeglicher Metrolinie. Das Hotel selbst ist in Ordnung. Wenn einmal die Metrolinie die sie gerade hier bauen fertig ist, ist das schon auch eine Wahl. Bis dahin eher nicht. Trotzdem beschließen wir zu sechst noch auf den Peak hoch zu fahren. Zwei Ehepaare und einer aus Gruppe B wollen gerne hin und fliegen morgen schon ab. Für die Light & Sound Show ist es zu spät, aber zum Peak können wir es noch schaffen. Der Concierge erklärt mir, dass wir mit Bus 1a oder 9 zur Fähre kommen. Von da aus weiß ich dann weiter.

Wir treffen uns um 20:30. Ich habe immer noch keine Dollar weil ich ja in der Post holen möchte. Ich muss mich im Moment also weiter durch schnorren. Wir finden den Bus, der uns 6 $ pP kostet, also etwa 80 Euro Cent. Es dauert gute 20 Minuten bis wir zum Hafen kommen. Hier bekomme ich leider wieder nicht meine Octopus Card. Mit der Fähre geht es rüber nach Hongkong Island. Das ist schon einmal eine schöne Fahrt, die mich immer wieder begeistert. Die Fahrt kostet für uns 6 knapp 17 $. Ein paar Meter weiter rechts sind die Bushaltestellen. Wir finden die Haltestelle für Linie 15C. Es steht auch Peak Hill als Ziel dran. Ich beschließe, erst auf dem Rückweg auf die Post zu gehen. Nicht dass wir noch auf dem Peak hängen bleiben. Nach wenigen Minuten kommt der Bus. Es ist ein Doppeldecker und wir setzen und oben hin. Diese Fahrt kostet knapp 10 $ pro Person. Das ist sie bei der steilen Strecke den Peak rauf auch wert.

Angekommen fahren wir noch für weitere 50 $ auf die Aussichtsplattform. Das meiste hat mir Thomas ausgeliehen. Da muss ich sehen, dass ich ihm das Geld morgen noch zukommen lasse bevor er abfliegt. Die Reaktionen hier oben sind wie ich schon erwartet hatte leicht ungläubiges Staunen. Gerade bei Nacht ist der Ausblick von hier oben auf die Skyline absolut einmalig. So haben die fünf noch einmal ein richtiges Aha-Erlebnis. Trotzdem drängle ich nach einiger Zeit, wieder aufzubrechen. Es ist auch schon 23:00 und die Terrasse macht sowieso gleich zu. Wir beschließen spontan, mit der Peak Tram wieder runter zu fahren, sofern keine allzu lange Warteschlange davor wartet. Ich kenne die Bahn bisher nur mit endlosen Warteschlangen davor. Dieses Mal laufen wir hin, steigen ein und fahren ab. Die Fahrt kostet 32 $ pro Person. Das ist das Abenteuer absolut Wert. Noch nie bin ich mit einer so steilen Zahnradbahn oder was auch immer das ist gefahren. Die Hochhäuser, an denen wir vorbei kommen sehen aus, als ob sie schräg im 45 Grad Winkel gebaut wären. Irre. Unterwegs fragt mich Thomas, ob wir noch in das Ausgehviertel gehen. Erst meine ich, wir fragen einmal die anderen, aber ich merke, dass sie nicht glücklich darüber sind. Zu Fuß dorthin zieht sich die Strecke auch noch ein ganzes Stück. Da muss Thomas wohl alleine hin. Ich kann die beiden Paare jetzt nicht hier stehen lassen. Also zweigt Thomas irgendwann ab und wir verabschieden uns. Vielleicht sehen wir uns noch beim Frühstück. Ich habe ja nichts vor und werde erst später aufstehen.
Als wir bei der Post vorbei kommen ist alles verriegelt. So ein Mist. Das war wohl nichts. Wir laufen weiter zu den Bushaltstellen. Ich habe mir überlegt, von hier aus einen der Busse zu nehmen, die bis zu unserer Hotelhaltestelle fahren. Bei unserer Abfahrt habe ich zwei oder drei gesehen. Aber abgesehen davon, dass wir die Nummern hier nirgends gefunden haben, scheint sowieso nichts mehr zu fahren. Ich vermute, dass hier nur die Busse auf Hongkong Island abfahren. Für die anderen muss man zum Busbahnhof in der Mall etwa hundert Meter weiter. Also versuchen wir, ein Taxi zu bekommen. Aber auch das ist nicht einfach. Wir sind zu fünft. Es gibt Taxen für 4 oder 5 Passagiere. Das steht immer hinten auf einem Schild. Wir sind zu fünft. Soweit, so gut. Jetzt gibt es aber auch noch Taxen, die nur hier auf Hongkong Island fahren und solche, die nach Kowloon fahren und davon gibt es im Moment gar keines für 5 Gäste. Ich überlege schon irgendeinen Notfallplan aber dann hält Gott sei Dank doch noch ein Taxi für 5 Gäste der nach einem Blick auf die Hotelkarte auch bereit ist uns zu fahren. Wir sind etwa 20 Minuten unterwegs und zahlen einschließlich 20 $ Tunnelgebühr insgesamt 130 $, also etwa 13 – 14 €. Dazu noch als Nachtfahrt. Da kann man echt nicht meckern.

© Stefan Böhm, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich werde dieses Jahr meine letzte Große Lücke in Asien schließen und eine Rundreise durch China starten. Da es nach ganz überwiegenden Informationen äußerst aufwendig ist, dies auf eigene Faust durchzuführen habe ich mich nach über 10 Jahren schweren Hezens entschieden, die Reise nicht auf eigene Faust durchzuführen und habe bei DER-Tour gebucht.
Details:
Aufbruch: 30.08.2017
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 01.10.2017
Reiseziele: China
Philippinen
Der Autor
 
Stefan Böhm berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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