China und Luzon 2017

Reisezeit: August - Oktober 2017  |  von Stefan Böhm

Peking 01.09.-05.09.

1.9. Besichtigung auf eigene Faust

Heute Nacht habe ich schlecht geschlafen. Das war einfach nicht meine Zeit. Um 08:30 kam dann mein Weckruf. Es hat noch gefühlt Stunden gedauert, bis ich halbwegs wach war. Wirklich fit bin ich erst irgendwann am Nachmittag geworden.
Das Frühstückbuffet finde ich recht ansprechend, auch wenn es leider kein Obst gibt. Sonst ist die Auswahl aber ordentlich. Nur der Kaffee ist leider etwas arg dünn.
Dann bin ich losgelaufen Richtung der Metrohaltestelle, die ich gestern schon gesehen hatte. Ich kann sie bloß in meinem Stadtplan nirgends finden. Irgendwann im Laufe des Tages stelle ich fest, dass die Haltestelle zur Linie 7 gehört, die in meinem Stadtplan noch nicht eingezeichnet ist. Toll, nachdem ich gestern schon keine der Straßen die ich im gesucht habe im Straßenverzeichnis gefunden habe, jetzt das. Da wollte ich mir extra einen ordentlichen Stadtplan kaufen bei 5 Tagen Peking und dann so was. Egal, in den Metrohaltestellen hängen ja Pläne und damit sind die Unklarheiten beseitigt auch wenn ich erst dachte, „kann ja nicht sein, alles auf Latein ausgeschrieben und dann die Linienpläne nur noch in Chinesischen Zeichen. Auf den zweiten Blick ist mir dann aufgefallen, dass unten drunter kleine noch einmal die Lateinumschrift steht. Anders als gestern Abend ist heute auch ein Schalter besetzt und er reagiert sogar auf meine Frage nach einer Prepaidkarte. Ich zahle 50 Yuan, davon sind 20 Yuan Kaution und 30 kann ich verfahren.

Fahrkartenautomat in der U-Bahn - kann auf Englisch umgestellt werden.

Fahrkartenautomat in der U-Bahn - kann auf Englisch umgestellt werden.

Aushang - etwas unscheinbar in Lateinumschrift unter den chinesischen Schriftzeichen.

Aushang - etwas unscheinbar in Lateinumschrift unter den chinesischen Schriftzeichen.

Auch auf den Wegweisern in der U-Bahn steht noch einmal alles auf Englisch.

Auch auf den Wegweisern in der U-Bahn steht noch einmal alles auf Englisch.

Weil es sich anbietet fahre ich als erstes zum Südbahnhof. Aus der Metro man quasi in der Eingangshalle vom Bahnhof hoch. Alles ist ganz ordentlich ausgeschildert – bis ich zu den Schaltern komme. Ich bin den Wegweisern gefolgt und an einer Reihe Fahrkartenautomaten und dem Fahrkartenschalter „5“ gelandet. Hier steht alles nur noch auf Chinesisch. Nur die Zahlen stehen in Arabischen Zahlen. Ich suche weiter und finde am Nordende der Halle Schalter 6. Da sieht aber alles aus wie bei 5. Deshalb gebe ich erst einmal auf. Sollte es einen Tourist Schalter oder so etwas geben, hat der sich sehr gut versteckt.

Fahrkartenautomaten im Südbahnhof

Fahrkartenautomaten im Südbahnhof

Am Fahrkartenschalter finde ich nichts mehr auf englisch.

Am Fahrkartenschalter finde ich nichts mehr auf englisch.

Ich begebe mich wieder zur Metro Linie 4 und fahre damit bis zur Haltestelle Ping’Anli wo ich in die Linie 6 umsteige und noch eine Haltestelle bis Baihei Nord fahre. Ich will dort den Baihei See einen von zwei Seen anschauen und stolpere dabei nach kleineren Umwegen auf das Prince Kung Mansion, angeblich eines der am besten erhaltenen alten Herrschaftshäuser in Peking. Eher ein Palast und dazu noch ein außerordentlich sehenswerter. Ein paar wenige „Langnasen“ sind zu sehen, sonst nur chinesische Touristen, die aber offensichtlich genauso gute Opfer für Rickschafahrer und Verkäufer überteuerter Getränke abgeben.

Ein Model des Anwesens

Ein Model des Anwesens

Drei verschiedene Pläne habe ich zur Verfügung, die sich alle unterscheiden. Ich habe meinen Stadtplan, der zeigt das Gelände von Süd nach Nord, mein Reisehandbuch, quasi von Ost nach West und immer wieder einmal eine Tafel (nach der ich mich richte) die von Nord nach Süd ausgerichtet ist. Jedenfalls bin ich erst einmal in der falschen Richtung am Palast außen entlang und bin dann einmal um ihn herum. Immerhin bin ich so doch ein ganzes Stück am See entlang spazieren gegangen und habe dabei ein echt interessantes Ausgehviertel entdeckt. Hier reiht sich am See entlang eine Kneipe an die andere – fast alle mit Livemusik und urig eingerichtet. Hier könnte es Abends echt nett sein.

Eine der zahlreichen Kneipen mit Livemusik

Eine der zahlreichen Kneipen mit Livemusik

Am Ende lande ich an der Hauptstraße, zu der ich auch wollte, gehe über eine Brücke und biege dann auf Verdacht rechts in eine Gasse ein. Bei uns gehen Gassen allenfalls ein paar Meter, aber nie arg lange. Das ist hier anders. Bestimmt eine viertel Stunde laufe ich durch die Gasse und entdecke dabei ein neues Hutong, das definitiv nichts mit Tourismus zu tun hat. Am anderen Ende lande ich wieder auf einer größeren Straße, vor mir eine Kurve, dahinter eine laaaaaaange Mauer und ein großer Wegweiser zu einem Parkplatz. Meine Nase sagt mir, dass das gut aussieht und ich laufe zu Parkplatz, daran vorbei und komme zu einem Eingang – der Kohlehügel, zu dem ich will. Wer sagt es denn. Mein letztes Ziel für heute erreicht. Das ist auch gut so. Mir tun schon die Füße weh. Der Eintritt kostet 2 Yuan, aber die Treppen dafür noch einmal ordentlich Kraft. Leider ist von oben die Sicht so schlecht wie fast schon befürchtet. Es ist so diesig, dass die verbotene Stadt direkt zu Füßen des Hügels nur im Dunst zu sehen ist.

Blick auf die verbotene Stadt. Die Gebäude sind die Hauptgebäude und bilden die Mittelachse der Anlage.

Blick auf die verbotene Stadt. Die Gebäude sind die Hauptgebäude und bilden die Mittelachse der Anlage.

Hauptpavillon auf dem Kohlehügel

Hauptpavillon auf dem Kohlehügel

Das Bild vermittelt einen kleinen Eindruck wie groß die Anlage insgesamt ist.

Das Bild vermittelt einen kleinen Eindruck wie groß die Anlage insgesamt ist.

Nachdem aus jeder Richtung Treppen nach oben zum Pavillon führen, nehme ich runter die Treppen in südliche Richtung, genau auf die verbotene Stadt zu. An der Straße, die den Hügel vom Palast trennt fahren diverse Busse. Die grobe Richtung stimmt schon einmal, also steige ich einfach in den nächsten ein und halte meine Prepaidkarte an den Schalter neben dem Fahrer. Damit erübrigt sich schon einmal, was für eine Fahrkarte man benötigt. Dummerweise biegt er bei der nächsten Gelegenheit „falsch“ ab und ich lande wieder bei meinen Ausgangspunkt in der Nähe der Haltestelle Baihei Nord ohne aber die Haltestelle selbst zu sehen. Also fahre ich weiter bis ich mich irgendwann entschließe, doch auszusteigen. Ich laufe ein Stück zurück weil da ein Wegweiser zu einer Metro war, finde aber keine Haltestelle. Ich beschließe, in einem kleinen Laden noch etwas zu trinken zu kaufen und dann ein Taxi anzuhalten. Bevor ich dazu komme, stehe ich vor einer Haltestelle der Linie 4. Optimal sozusagen. Mit der Linie muss ich nur noch ein Mal umsteigen und bin am Hotel.
Es ist 15:15. Ich gehe unter die Dusche, schreibe Tagebuch und nach etwa einer Stunde klingelt das Telefon. Frau Zhang ist inzwischen angekommen und wir verabreden uns um 18:00 zum Essen gehen.
Wir gehen schräg gegenüber vom Hotel in ein kleines Restaurant, dass sie von einer Kollegin empfohlen bekommen hat. Es ist ein Feuertopf Restaurant aber es gibt auch andere Sachen. Frau Zhang bestellt für mich Schweinefleisch mit Zwiebeln und Paprika und scharfe gedämpfte Auberginen. Obwohl ich keine so besonderer Freund von Auberginen bin, schmeckt es recht gut. Für sich selbst bestellt sie eine Suppe mit Mehlklösschen. Wie in China üblich kommt eine riesen Schüssel. Die schmeckt leider absolut fade. Es bleibt etliches übrig. Wir unterhalten uns so dass die Zeit vergeht und wir um 20:00 wieder aufbrechen. Inzwischen ist das Lokal auch ganz gut gefüllt.
Sie geht ins Hotel und ich laufe noch eine Runde durch das Viertel bevor ich mich auch aufs Zimmer zurück ziehe und noch Internet surfe, Tagebuch schreibe und lese.

© Stefan Böhm, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich werde dieses Jahr meine letzte Große Lücke in Asien schließen und eine Rundreise durch China starten. Da es nach ganz überwiegenden Informationen äußerst aufwendig ist, dies auf eigene Faust durchzuführen habe ich mich nach über 10 Jahren schweren Hezens entschieden, die Reise nicht auf eigene Faust durchzuführen und habe bei DER-Tour gebucht.
Details:
Aufbruch: 30.08.2017
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 01.10.2017
Reiseziele: China
Philippinen
Der Autor
 
Stefan Böhm berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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