Spanien-Reise 2017

Reisezeit: Juni / Juli 2017  |  von Heinz-Jürgen Frank

Bordeaux - Dune du Pilat/Frankreich

Der eigentliche Start unserer Rundreise sollte Bordeaux sein. Da wir täglich nicht mehr als 500 km mit unserem Gespann fahren wollen (wenn es eben geht!!) hatten wir auf dem Weg dahin zwei Übernachtungen eingeplant. Anfang Juni 2017 war es dann soweit, die Planungen und Vorbereitungen waren abgeschlossen, es konnte losgehen.
Unser üblicher Weg nach Frankreich führt von uns aus über Luxemburg. Hier können wir für uns für die Reise noch einmal günstig einkaufen (Kaffee, Tabakwaren usw.) und auch noch einmal günstig tanken. Im Rahmen der täglichen geplanten 500 Km liegt dann der Campingplatz in Verdun

Camping Les Breuils
Allée des Breuils
55100 Verdun
N 49°9´13´´
E 5°21´56´´

Es handelt sich hier um einen üblichen Stadtcamping, für eine oder zwei Übernachtungen gut, die Gastronomie auf dem Platz ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung und ein Besuch der fußläufig zu erreichenden, geschichtsträchtigen Stadt Verdun lohnenswert.
Am nächsten Tag hatten wir etwa 460 Km zu fahren über französische Autobahnen, die man zwar bezahlen muß, die aber, genauso auch wie die Raststätten und Parkplätze, in einem sehr guten Zustand sind. Hier macht Autobahnfahren noch Spaß.

An dieser Stelle muß erwähnt werden, daß wir uns vor der Reise über Internet eine Chip-Karte des französischen Unternehmen Bip & Go bestellt hatten. Die Karte kostet einmal 10 €, hinzukommen 10 € für den Versand. Diese Karte wird mit dem mitgelieferten Halter an der Windschutzscheibe befestigt. Die Mautstellen in Frankreich (und auch in Spanien !!) können dann ohne Halt und Suche nach Kleingeld oder EC-Karte passiert werden. Abgerechnet wird später über Rechnung, die wir nach Hause bekommen haben. Als Gebühren fallen pro Monat Nutzung 2,50 € an. Wenn die Karte nicht genutzt wird, entstehen auch keine Gebühren. Es geht natürlich an den Mautstellen auch ohne die Karte, aber es macht schon Spaß, wenn man über die LKW-Spur (Höhenbegrenzung mit Gespann beachten!!) an dem Stau ohne Halt vorbeifährt. Wir waren natürlich gespannt, ob die Sache wirklich funktioniert, ja sie funktioniert wirklich. Auch später in Spanien, wo wir nach anfänglichen Pleiten feststellten, daß an den Mautstellen die Sender anders angebracht waren. Hier haben wir dann die Karte einfach auf das Armaturenbrett gelegt, sind langsam gefahren, fertig, es ging.

Jetzt wieder zurück zu unserer zweiten Tagesetappe. Hier hatten wir als Übernachtungsplatz einen Bauernhofcamping ausgesucht:

Camping-Ferme de Prunay
Ferme de Prunay
41150 Seillac
N 47°33´17´´
E 1°10´49´´

Er liegt etwas abseits der Autobahn, ist aber sehr gut und schnell zu erreichen. Es gibt sehr großzügig bemessene Stellplätze, allerdings keine Gastronomie, Brot und Brötchen gibt es aber. Der Platz ist offensichtlich auch Ziel für Schulklassen, um das Leben auf dem Bauernhof kennen zu lernen. Am nächsten Morgen habe ich in der Sonne vor dem Wohnwagen gesessen, Felder, soweit das Auge reicht und eine Stille, die man hören konnte. Klasse.

Heute lag also die letzte Etappe zu unserem ersten Ziel Bordaux vor uns. Wir hatten bei schönem Wetter (das Thermometer zeigte unterwegs bis 32 Grad an) 467 Km zu fahren, die wir gut geschafft haben. Gegen 16.30 Uhr erreichten wir unseren Zielcampingplatz direkt an der Dune du Pilat, etwa 50 Km von Bordeaux entfernt:

Pyla Camping
rte. de Biscarosse
33115 Pyla-sur-Mer
N 44°34´40´´
W 1°12´47´´ !!

Dieser Platz ist ziemlich hügelig und die Stellplätze sind teilweise schwierig zu erreichen. Wir hatten Glück und konnten uns einen relativ ebenen Stellplatz aussuchen, wir konnten uns aber vorstellen, daß sich auf den teilweise abschüssigen Wegen schon Dramen beim An- oder Abkuppeln abgespielt haben.
Diesen Campingplatz hatten wir uns ausgesucht, weil wir natürlich Bordeaux besichtigen wollen, wir wollten aber auch die bekannte Dune du Pilat sehen und wenn möglich zu Beginn der Reise ein paar Strandtage hier zu verbringen. Das Wetter spielte auf jeden Fall schon mal mit.

Blick auf die Düne

Blick auf die Düne

Gipfelstürmer

Gipfelstürmer

Von unseren Stellplatz hatten wir direkten Blick auf die Düne, es war schon beeindruckend. Der Gipfel der Düne ist etwa 100 m hoch und ein Eldorado für Paraglider. Sie soll sich pro Jahr 5 m weiter ins Landesinnere bewegen. Da kann man sich ausrechnen, wann es diesen Campingplatz nicht mehr geben wird, der jetzt für 3 Tage unser Zuhause war.

Vordach eines Sanitärgebäudes unter der Düne - schon begraben

Vordach eines Sanitärgebäudes unter der Düne - schon begraben

Nachdem wir einen ersten Erkundungsspaziergang über den Platz und zu Düne gemacht haben, ging es zum Essen ins Restaurant auf dem Platz. Es ist zu empfehlen, besonders auch der "Gourmet-Eisteller". Im Bereich des Restaurants gibt es kostenlosen WLan-Empfang.

"Gourmet-Eisteller"

"Gourmet-Eisteller"

Auch am nächsten Tag war das Wetter wieder so, wie wir es uns gewünscht hatten, wunderbares Sommerwetter. Mit unseren Fahrrädern haben wir uns an der Küste entlang auf den Weg nach Arcachon gemacht. Teilweise ging es ganz schön bergauf und bergab zu fahren, es ging aber. Insgesamt waren es bis zum Ziel 14 Km. Unterwegs führten immer Stichstraßen zum Strand. Wir kamen an den sehr schönen Ferienhäusern oder -villen vorbei. Aber alles noch leer, teilweise waren Handwerker dabei, die Häuser für die Saison herzurichten. Das mondän erscheinende Arcachon war bei dem schönen Wetter aber doch schon sehr belebt.

Strandpromenade Arcachon

Strandpromenade Arcachon

Seesteg in Arcachon

Seesteg in Arcachon

Auf dem Rückweg zum Campingplatz haben wir am Tourist-Info der Dune du Pilat angehalten und uns die Informationen angesehen.
Den Nachmittag haben wir zur Erkundung der Düne genutzt, natürlich sind wir zwischen den ganzen Paraglidern durch den tiefen Sand auch auf den Gipfel geklettert. Hier steht allerdings kein Gipfelkreuz, sondern eine Fahne. Der Aufstieg war ganz schön anstrengend, der Abstieg aber auch. Und als wir auf der Ebene des Campingplatzes wieder angekommen war und meinten, jetzt wären wir auch am Strand, lagen wir völlig falsch, zum Wasser ging es noch ein paar "Etagen" tiefer bis wir endlich am dort waren. Den Weg mußten wir natürlich durch den tiefen Sand auch wieder zurück zum Wohnwagen. Abends haben unsere Waden "geeiert"! Wir haben uns überlegt, wenn man hier 3 Wochen Urlaub macht und diesen Weg täglich oder gar mehrmals täglich zurücklegen muß, ist man wohl "fit wie ein Turnschuh", müssen aber dennoch zugeben, daß die Kletterei auf die Düne und die Aussicht von dort wirklich beeindruckend war.

Blick über den Campingplatz

Blick über den Campingplatz

Kletterei

Kletterei

"Gipfelkreuz"

"Gipfelkreuz"

Am Folgetag stand Bordeaux auf dem Plan. Nach den Informationen, die wir gestern bekommen hatten, bestand die Möglichkeit von Arcachon aus stündlich mit einem Zug für 9 € pro Person nach Bordeaux zu fahren. Wir haben uns aber entschlossen, um zeitlich unabhängig zu sein, die letztlich 70 Km mit dem Auto zu fahren. Es war auch kein Problem, wir fanden auch sofort ein Parkhaus, das Zentrumsnah gelegen war.
Die Altstadt von Bordeaux, Weltkulturerbe seit 2007, ist nach unserer Ansicht auch bei dem wunderbaren Sommerwetter und 35 Grad ein Erlebnis und sehenswert. Natürlich mit Touristen, Touristen. Weitere Einzelheiten kann ich mir dazu ersparen, da in jedem Reiseführer darüber ausführlich berichtet wird.
Bemerkenswert ist aber das Wasserspiel Miroir d´Eau am Ufer der Garonne, den Fassaden der Altstadt gegenüber. Es handelt sich hier um eine mehr als fußballfeldgroße Steinplatte, auf der wenige Zentimeter hoch Wasser steht. In regelmäßigen Abständen sprühen Nebelschwaden aus kaltem Wasser durch zahllose Öffnungen nach oben. Man steht bis zu den Knien im Nebel. Eine sehr willkommene Erfrischung bei 35 Grad im Schatten, dazu ein herrliches Fotomotiv.

Warten auf das Wasserspiel

Warten auf das Wasserspiel

Erfrischung !!

Erfrischung !!

Nach unserem ausgiebigen Rundgang mit Besichtigung durch Bordeaux ging es zurück zum Parkhaus. Am Kassenautomaten wurde das Parkticket ausgelesen, wir mußten 10 € Parkgebühren bezahlen. Auf eine Quittung haben wir verzichtet. In dem riesigen Parkhaus haben wir unser Auto unversehrt wiedergefunden. Als wir uns der Ausfahrtsschranke näherten, öffnete sich diese wie von Geisterhand. Unser bezahltes Parkticket brauchten wir gar nicht. Jetzt fiel es uns wieder ein....dem System Bip & Go für die Mautgebühren an den Autobahnen sind in Frankreich und Spanien auch sehr viele Parkplätze und Parkhäuser angeschlossen, das stand in den Informationen, die wir mit der Chipkarte erhalten hatten. Das hatten wir irgendwie verdrängt, und das große blaue "T" an der Zufahrt zum Parkhaus fiel uns jetzt erst auf. Alles klar, wir hatten keine Quittung über die Bezahlung der Parkgebühr am Parkautomaten, konnten das Geld demnach nicht zurückfordern, also Lehrgeld bezahlt. Zusätzlich wußten wir jetzt, daß die Chipkarte auch an Parkhäusern funktioniert.

Nach der Rückkehr auf dem Campingplatz gab es im Platzrestaurant 2 frische Bier und es war nur noch abhängen angesagt. Neben den "eiernden" Waden von gestern gab es heute noch zusätzlich "runde" Füße. Aber trotz alledem war der Tag in Bordeaux sehr schön gewesen. Man könnte hier sicherlich auch mehrere Tage verbringen. Wir hatten aber für den nächsten Tag einen "Tag zur freien Verfügung" festgelegt.

So wurde dann der nächste Tag an der Dune du Pilat bei wieder sehr schönem Sonnenwetter und 30 Grad ein wunderbarer Strandtag. Der An- und Abmarsch gehörte dazu. Wir haben gefaulenzt, gelesen, den Paraglidern zugesehen, den Tag in Bordeaux noch einmal Revue passieren lassen. Der schöne Strandtag wurde einfach genossen, allerdings war uns das Wasser doch noch etwas zu kalt, so daß wir leider auf Baden verzichten mußten.

Massenstart

Massenstart

Sehr schön

Sehr schön

Gegen Abend bewölkte es sich immer mehr, und es kam heftiger Wind auf. Vorsichtshalber haben wir schon einmal die Markise eingerollt und Tisch und Stühle weggeräumt. Morgen soll es ja sowieso weitergehen.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
An der spanischen Atlantikküste entlang über San Sebastian, Bilbao, Santander bis nach Santiago de Compostela. Rückreise durch Landesinnere über Ponferrada, Léon, Burgos und Borja nach Andorra. Wir sind immer wieder auf den Jakobs-Weg getroffen.
Details:
Aufbruch: 01.06.2017
Dauer: 7 Wochen
Heimkehr: 16.07.2017
Reiseziele: Spanien
Der Autor
 
Heinz-Jürgen Frank berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.