Spanien-Reise 2017

Reisezeit: Juni / Juli 2017  |  von Heinz-Jürgen Frank

Narbonne - Avignon/Frankreich

Bei wunderschönem Wetter und 29 Grad sind wir in Montferrer aufgebrochen, wie bereits erwähnt hatten wir 241 Km zu fahren, davon aber mehr als die Hälfte Nationalstraße und heute sollte es knüppeldicke kommen. Zuerst hatten wir in Spanien die viel befahrene
N 260, die nach der Einreise in Frankreich als N 116 weitergeführt wurde. Es ging natürlich immer durch die Pyrenäen. Dann kam in Frankreich der Pass „Col de la Perche“, 1500 m hoch, es ging also ganz schön bergan. Und wenn es bergan geht, muß es irgendwann auch wieder bergab gehen. Als wir diese Stelle erreichten, fielen uns sofort die Schilder auch in deutscher Sprache auf: „Motorbremse einsetzen!“. Wir sahen sie dann und mußten sie natürlich auch bergab fahren, eine Serpentinenstraße, 10 % Gefälle auf 13 Km. So etwas hatten wir mit dem Gespann auch noch nicht. Also schön im kleinen Gang fahren, mehrmals unterwegs angehalten, um den nachfolgenden Verkehr überholen zu lassen. Als wir endlich unten angekommen waren, sagte meine „Beifahrerin“, die an der „Talseite“ gesessen hatte, „das brauche ich aber nicht noch mal!“ Sie hatte zudem Schmerzen in der Hüfte vom ständigen mitbremsen. Trotz der Fahrt im „kleinen“ Gang waren die Felgen am Auto und am Wohnwagen schwarz, wie wir unten im Tal feststellten.

Durch die Pyrenäen

Durch die Pyrenäen

Eisenbahnbrücke in Miniatur

Eisenbahnbrücke in Miniatur

Die restliche Fahrt bis nach Narbonne verlief danach völlig ohne Probleme, noch früh am Tag erreichten wir den Campingplatz

Camping la Nautique
254 Avenue des Etangs
11100 Narbonne
N 43°8´49´´
E 3°0´14´´

In unmittelbarer Nähe der Autobahn, mit einer schönen Badeanlage und einem guten Restaurant. Zu unserem Stellplatz gehörte ein eigenes Sanitärhaus. Das hatten wir auch noch nicht gehabt. Auf dem gesamten Platz war eine riesige Geräuschkulisse, die wir zunächst nicht einordnen konnten. Es war laut, ein hohes Sirren in der Luft. Bei näherem Hinsehen entdeckten wir dann kleine Tiere, Insekten, an allen Büschen, Hunderte, Tausende. Es waren Zikaden, die diese Geräusche verursachten.

Zikaden

Zikaden

Hier in Narbonne ging dann auch die Geschichte mit unserem reparierten Einstieg zu Ende. Keine 3 Km vom Campingplatz entfernt fand sich ein großes Campingzubehör-Geschäft. Hier gab es für 11 € einen neuen Einstieg, jetzt war alles wieder richtig stabil, keine Gefahr mehr.

Bei immer noch schönem Wetter haben wir das Schwimmbad besucht, hinterher Essen auf der Terrasse des Restaurants. Die französischen Preise hatten uns wieder eingeholt, es war doch deutlich gegenüber den Preisen in Spanien.

Aussicht von der Terrasse

Aussicht von der Terrasse

Am nächsten Morgen genossen wir unser privates Sanitärhaus. Bei über 30 Grad ging es weiter Richtung Avignon. Wir freuten uns, weil wir schon so früh unterwegs waren. Die Freude währte aber nur kurz. Wir kamen bis zur Autobahn, dann standen wir 1 ½ Stunden in der prallen Sonne, mit vielen anderen Verkehrsteilnehmern. Wegen eines LKW-Unfalls war die Autobahn gesperrt. Der Kühlschrank im Wohnwagen wurde auf Gas umgestellt, dann hieß es warten. Als es dann endlich weiterging und wir uns mittels Klimaanlage im Auto abgekühlt hatten, waren die restlichen 211 Km schnell geschafft. Kurz nach der Mittagspause erreichten wir den Platz

Camping les Fontaines
125 Chemin de la Chapelette
84210 Pernes-les-Fontaines
N 44°0´22´´
E 5°2´17´´

der uns im Bekanntenkreis empfohlen worden war. Die Empfehlung war sehr gut. Ein sehr gepflegter Platz, großzügiges Sanitärgebäude, tolles Schwimmbad mit Rutsche, schönes Restaurant, gepflegte Stellplätze. Der Platz liegt 22 Km von Avignon entfernt.

Nach dem Aufbau, fuhren wir zu einem nahegelegenen Intermarché, danach wurde am Wohnwagen gegrillt. Es waren immer noch 33 Grad. Auf der Terrasse des Restaurants gab es zum Tagesabschluß noch 2 Bier, auch zu deutlich anderen Preisen als in Spanien.
Am nächsten Tag stand Avignon auf unserem Programm.

Wieder traumhaftes Wetter, 35 Grad. Die 22 Km nach Avignon waren gut zu fahren. Im Parkhaus unter dem Papstpalast fanden wir sofort einen Parkplatz und waren damit direkt im Geschehen. Avignon ist ein Touristenmagnet. Auf dem Busparkplatz in der Nähe des Papstpalastes eine unüberschaubare Zahl an Bussen. Entsprechend viele Leute waren in den engen Gassen der sehr schönen Altstadt unterwegs. Weitere Ausführungen zu Avignon kann ich mir sparen, sie sind in jedem Reiseführer nachzulesen. Erwähnenswert sind noch einmal die Einkaufsstraßen in der Altstadt, schöne Geschäfte führender Ketten und Modemarken, es ist offensichtlich Geld in der Stadt. Imposant sind natürlich auch der Papstpalast mit dem dazugehörigen Park und natürlich die zerstörte Brücke von Avignon, die nicht mehr ganz über die Rhone führt. Um auf die Brücke zu kommen, müssen 10 € Eintritt bezahlt werden. Viel besser kann man die Brücke und auch das Ende der Brücke mitten über dem Fluß aber von unten sehen.

Papstpalast

Papstpalast

Brücke von Avignon

Brücke von Avignon

Darüber hinaus haben wir eine weitere Besonderheit in Avignon festgestellt, es ist die Stadt der angebundenen Plakate. Offensichtlich ist das Ankleben von Plakaten nicht erlaubt. Also bindet man die Plakate mit Bindfaden aneinander. So etwas hatten wir auch noch nie gesehen.

Plakate

Plakate

noch mehr Plakate

noch mehr Plakate

Nachdem wir uns in der Stadt bei den Temperaturen überwiegend im Schatten bewegt und die Sehenswürdigkeiten bewundert hatten, ging es zurück zum Platz.
Jetzt war das Schwimmbad mit der Rutsche angesagt, ein tolles Vergnügen. Der Wetterbericht sagte für den nächsten Tag immer noch schönes Wetter voraus, 37 Grad. Wir entschlossen uns spontan noch einen weiteren Tag auf diesem schönen Campingplatz zu bleiben, um das Schwimmbad intensiv zu nutzen. Laut Plan, den wir an der Rezeption erhalten hatten, hätte man hier auch schöne Radtouren machen können, aber nicht bei 37 Grad!

Der Wetterbericht hatte Recht behalten, am Folgetag Superwetter und superwarm. Direkt morgens sind wir noch einmal zum Intermarché zum Einkaufen und Tanken, dann ging es zurück zum Platz. Den ganzen Tag haben wir uns überwiegend im Schatten im Schwimmbad aufgehalten, gelesen, gefaulenzt, wunderbar entspannend. Abends haben wir am Wohnwagen noch einmal gegrillt, dann haben wir schon einige Sachen weggeräumt, morgen geht es weiter.

Badelandschaft mit Rutsche

Badelandschaft mit Rutsche

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Die Reise
 
Worum geht's?:
An der spanischen Atlantikküste entlang über San Sebastian, Bilbao, Santander bis nach Santiago de Compostela. Rückreise durch Landesinnere über Ponferrada, Léon, Burgos und Borja nach Andorra. Wir sind immer wieder auf den Jakobs-Weg getroffen.
Details:
Aufbruch: 01.06.2017
Dauer: 7 Wochen
Heimkehr: 16.07.2017
Reiseziele: Spanien
Der Autor
 
Heinz-Jürgen Frank berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.