West-Kanada: Von Vancouver nach Calgary

Reisezeit: Mai / Juni 2019  |  von Matt Däumling

Von Saskatchewan nach Banff

Lene schlief wie ein Stein und öffnet erst morgens um Acht die Äuglein. Oh, jetzt aber Flott. Soooo schön ist es hier ja auch nicht. Heute ist das Wetter Bombe. Jetzt zeigt sich doch eine schöne Seite dieses Ortes inmitten der Berge. Echt nett.
Schnell wieder Sachen einpacken, Frühstücken und los. Das erste Highlight ist der Peyto Lake. Leider zeiht es sich gleich nach dem Frühstück wieder zu. Der Parkplatz ist etwas unterhalb des Aussichtspunktes. Es liegen gute 10cm Schnee, es ist kalt und ich glaube halb Asien ist hier. Lene wird in der Trage verstaut und dann gehts in Richtung Aussichtsplattform. Freses sind auch hier, wieder mal Zufall. Aber scheinbar laufen wir aneinander vorbei ohne uns zu sehen.
Von der Hauptstraße für ein kurzer Weg zur Plattform runter. Dieser besteht heute aus purem Eis. Auch irgendwie unpraktisch mit Kind vorm Bauch. Trotzdem schaffen wir und alle Asiaten es heile nach unten. Der See hat eine richtig kräftiges türkies Blau. Richtig klasse. Gegen Ende des Sommers soll die Farbe noch türkieser werden. Das liegt wohl an den Gesteinssedimenten, die das Sonnenlicht anders reflektieren.
Danach geht es weiter zum Lake Louise und zum Moraine Lake. Lake Louise ist einer bzw. der bekannteste See im Banff Nationalpark. Der Moraine Lake soll ähnlich schön sein, nur nicht so Touristisch überlaufen. Also ist unser eigentliches Ziel der Moraine Lake. Beide Seen liegen aber dicht beieinander.
Kurz vor Lake Louise müssen wir von dem Icefield Parkway auf den Trans Canada Highway wechseln. Ich erkundige mich bei der Kommandozentrale auf dem Beifahrersitz wo genau wir hin müssen. Als die Ausfahrt so gut wie vorbei war, kam das Kommando zum Abbiegen. Auf der letzten Rille sind wir die Ausfahrt runter gedonnert. Jetzt kam die Ernüchterung. Es war die falsche Richtung. Nächste Wendemöglichkeit in 25km. Na herzlichen Glückwunsch. Das ist der Nachteil bei so weitläufigen Regionen. Also entspannen wir uns und genießen die Landschaft. Dann sehe ich eine Lücke in der Betonwand zwischen dem beiden Highwayfahrspuren und sage ihr "Da hätte ich umdrehen können" und lachte dabei. Das war ja nicht ernst gemeint. Jetzt wurde der Ton rauer von rechts. Warum ich da nicht gedreht hätte. Äh, hallo? Highway, rote Schilder wo steht dass man hier auf keinen Fall drehen darf?! All das waren keine Aggumente. So kann man sich mal eben 50km sparen, war das Gegenargument. Also werfe ich bei der nächsten Gelegenheit den Anker und mache einen kleinen u-turn auf dem Highway. Zum Glück war weit und breit niemand zu sehen. Jetzt nichts wie weg hier. Sinja sagte die Tage noch, dass man ja sehr wenig Polizei sieht. Ich war froh keine Polizei zu sehen.

Jetzt sind wir bald in Lake Louise. Auf dem Highway lesen wir schon, dass alle Parkplätze am Lake Louise voll sind. Gut, dass wir da nicht hin wollen. Leider ist aber der Moraine Lake auch wegen Überfüllung geschlossen. Wir drängeln uns wieder zurück durch den Verkehr in Richtung Highway. Bei so einem getümmel haben wir keine Lust darum zu laufen. Also fahren wir jetzt noch das Stück bis Banff.
Kurzfristig entscheiden wir uns, doch noch einen kurzen Stopp am Lake Minniwanka zu machen. Auch dieser See sieht wieder fantastisch aus in Mitten der Berge. Da wird dunkle Regenwolken aufziehen sehen, eilen wir zum Auto und fahren Richtung Hotel. Jetzt regnet es bereits.
Für heute heißt es nur noch was essen und dann schlafen.
Jetzt haben wir noch 3 Übernachtungen bei unserer Reise. Jetzt lassen wir es ruhig angehen. Lake Louise und den Moraine Lake wird uns Google zeigen. Es ist wirklich Wahnsinn was im Jasper und Banff Nationalpark noch in der Vorsaison los ist. Damit hätte ich nicht gerechnet und so gefällt es mir auch nicht. Landschaftlich ist es jedoch nach wie vor ein Traum. Allerdings verliert man bei den Menschenmassen die Lust.
Der zweite Tag in Banff beginnt ruhig. Heute ist relaxen angesagt und viel Zeit für Lene haben. Wir schlafen aus und verpassen fast das Frühstück. Um 10 Uhr werden hier bereits wieder die Schotten dicht gemacht. Wir können aber noch das ein oder andere von dem mehr als übersichtlichen Buffet ergattern. Mit diesem Frühstück hier kann ich mich ja gar nicht anfreunden. Sinja auch nicht und Lene bringt ihr eigenes Frühstück mit. Nur süßes Zeug.
Jetzt starten wir unseren Rundgang durch Banff. Ein richtig schöner Ort, allerdings ist jedes zweite Geschäft ein Souvenirshop oder ein Restaurant. Der Ort hat 7500 Einwohner. Zur Hauptsaison können es aber schon mal gerne 50.000 Menschen sein. Das zeigt, was hier los ist. Täglich kommen zig Busse die Menschen bringen oder abholen.
Wir schlendern weiter und erreichen bald die Bow Falls. Das sind kleinere Wasserfälle am Ortrand. Nicht übermäßig spektakulär, aber wenn man schon mal hier ist...
So verbringen wir den Tag mit rum gucken, spielen und einem gemeinsamen Abendessen.
Morgen fahren wir nach Calgary, unserem letzten Stopp. Dort haben wir noch eine Übernachtung und dann geht der Flieger wieder gen Heimat.
Langsam haben wir auch genug gesehen und freuen uns auf zu Hause. Nichts desto trotz war es eine schöne Reise.

Peyto Lake

Peyto Lake

Banff

Banff

Banff

Banff

Immernoch Banff

Immernoch Banff

Eigentlich ganz schön hier

Eigentlich ganz schön hier

Bow Falls

Bow Falls

Bow River, sieht schon geil aus

Bow River, sieht schon geil aus

© Matt Däumling, 2019
Du bist hier : Startseite Die Amerikas Kanada Von Saskatchewan nach Banff
Die Reise
 
Worum geht's?:
"Oh wie schön ist Kanada" - oder war es doch Panama? Naja egal. Wir hörten immer wieder davon wie schön Kanada sein. Außerdem soll Vancouver zu den schönsten Städten der Welt gehören. Also schauen wir mal dort vorbei. Und wenn wir schon mal da sind, können wir auch gleich mal durch die Rocky Mountains düsen.
Details:
Aufbruch: 22.05.2019
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 11.06.2019
Reiseziele: Kanada
Der Autor
 
Matt Däumling berichtet seit 21 Monaten auf umdiewelt.