Waldkarpaten - wo ist das ?

Reisezeit: August / September 2020  |  von Manfred Sürig

Rundtour um den Stausee

Natur pur und unten am Stausee eine verlassene Kirche, so hatte ich den See vom Jahr 2000 in Erinnerung. Damals gab es nur eine Stichstraße von Oravska Lesna aus, die übrige Umgebung des Sees war Wasserschutzgebiet und Betreten verboten. Heute dagegen soll es einen Radweg rund um den See geben, eine etwa 36 km lange erholsame Strecke im Süden und im Nordteil eine kürzere, aber steilere Strecke.
Das sehen wir uns heute an!
Zunächst müssen wir aus Oravska Lesna heraus wieder bergauf, erreichen dann aber die Stichstraße auf deutlich niedrigerer Höhe als gestern auf der Passhöhe der neuen Autostraße. Bergab zum See hat sich in 20 Jahren nichts verändert, es wird überall nur deutlich mehr Holz geschlagen als damals. Von der Kirche unten ist nichts mehr zu sehen außer einem Gedenkschild.
Wir entschließen uns, den nördlichen, steileren, aber kürzeren Weg am See entlang zu nehmen. Unsere Hoffnung auf eine Asphaltierung ist aber vergebens, der Radweg ist in erster Linie ein Holzabfuhrweg mit tiefen Furchen der Lastwagen in den Kehren. Alle Aufmerksamkeit müssen wir der Strecke unmittelbar vor unseren Reifen schenken

. Nur in den Pausen können wir die schöne Aussicht genießen, die leider heute von mehr Wolken beeinträchtigt wird.

. Nur in den Pausen können wir die schöne Aussicht genießen, die leider heute von mehr Wolken beeinträchtigt wird.

Der Weg über größere Höhen verschafft uns aber auch die schöneren Ausblicke.

Der Weg über größere Höhen verschafft uns aber auch die schöneren Ausblicke.

Unser Ziel, Nova Bystrica am Fuß der Staumauer, erreichen wir leicht enttäuscht.

Unser Ziel, Nova Bystrica am Fuß der Staumauer, erreichen wir leicht enttäuscht.

Diese versteckte Markierung hatten wir gestern an der Abzweigung übersehen. Im Nachhinein sind wir aber froh, dass wir gestern diesen Weg nicht gefunden hatten, denn mit Gepäck wäre der nicht überwindbar gewesen.

Diese versteckte Markierung hatten wir gestern an der Abzweigung übersehen. Im Nachhinein sind wir aber froh, dass wir gestern diesen Weg nicht gefunden hatten, denn mit Gepäck wäre der nicht überwindbar gewesen.

So schwer sind also die Holzabfuhrwagen, die den Weg zerfurchen ! Aber Radfahrer dürfen ihn benutzen, wir hatten von einem asphaltierten Wonneweg geträumt !

So schwer sind also die Holzabfuhrwagen, die den Weg zerfurchen ! Aber Radfahrer dürfen ihn benutzen, wir hatten von einem asphaltierten Wonneweg geträumt !

Nach einem Mittagessen sieht die Wetterlage nicht sehr vertrauenerweckend aus. da verzichten wir lieber auf die 36 km Südstrecke um den See, auch wenn sie nicht so steil sein soll. Aber der Rückweg über die Autostraße nach Oravska Lesna lockt mich auch nicht. Bleibt aber noch die alte Straße, auf der ich vor 20 Jahren gefahren war. Die ist jetzt nur noch für Anlieger und Radfahrer frei !

Regen zieht über die Berge, die sich weiter oben in Nebel verhüllen, außerdem scheint der Wind dort oben kräftig zuzulegen. Wir ziehen unser Regenzeug an und folgen dem Anstieg. Viele Radfahrer begegnen uns, vielleicht sind das die, die sich per Bus auf die Passhöhe haben bringen lassen und sich unten an der Staumauer wieder abholen lassen..... Wir sollten uns nach solchen Beförderungsmöglichkeiten auch mal umsehen, kommt uns in den Sinn, aber im Moment fahren wir wohl in die falsche Richtung.

Das niederschlagsreichste Gebiet der Slowakei, so wird das Orava beschrieben. Wir können es bestätigen, aber der viele Niederschlag beschert dem Gebiet im Winter beste Schneeverhältnisse.

Das niederschlagsreichste Gebiet der Slowakei, so wird das Orava beschrieben. Wir können es bestätigen, aber der viele Niederschlag beschert dem Gebiet im Winter beste Schneeverhältnisse.

Nach 2 Stunden sind wir oben, auch wieder längst nicht so hoch wie auf der Autostraße, aber der Rückweg über nasse Bergwiesen auf und ab bis Oravska Lesna liegt noch vor uns.
Dort angekommen, bleibt uns noch ein schönes Abendessen und 400 Meter Aufstieg zu unserem Ferienhaus. 65 km heute reichten uns; der Wetterbericht für morgen sagt einen Temperatursturz um 20 Grad voraus und viel Regen, Zeit. um hier zu verschwinden in eine Gegend, wo vielleicht noch Sommer ist. Doch die nächste Startmöglichkeit per Bahn ist 30 km entfernt in Trstena, da müssen wir morgen erst mal hin strampeln.

© Manfred Sürig, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Stanislaus, geboren 1951 in Wroclaw, kennt den äußersten Südosten Polens. Wie sieht es südlich davon aus, und kommt man auch in die Ukraine ? Diese Fragen werde ich ihm nicht nur beantworten, sondern das wollen wir gemeinsam erleben !
Details:
Aufbruch: 29.08.2020
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 05.09.2020
Reiseziele: Tschechische Republik
Slowakei
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.