Waldkarpaten - wo ist das ?

Reisezeit: August / September 2020  |  von Manfred Sürig

Im Osten kann noch Sommer sein !

Nachts hören wir den Wind ums Haus jaulen, eine Mülltonne weht von der Haustür den Abhang hinunter und morgens beim Kaffeekochen beschlagen alle Fensterscheiben - draußen sind noch 10 Grad ! Der Wetterbericht im Fernsehen zeigt, dass eine Gewitterstörung genau übers Orava ziehen wird und sich dann ein paar Tage an der Hohen Tatra festsetzen wird. Aber östlich davon hält der Sommer noch weiter - wie lange noch, das sagt man nicht. Also nichts wie hin, dorthin wollen wir ja sowieso! Dazu müssen wir aber erst einmal 35 Kilometer talabwärts, an Orava-Stausee entlang zum nächsten Bahnhof Trstena oder Tvordosin. Alle 2 Stunden fährt von dort ein Zug nach Kralovani im Oravatal bergab; von Kralovani kommen wir im Stundentakt weiter nach Osten. Kosice müsste so heute noch zu schaffen sein.
Aber zögern dürfen wir auch nicht. Also rein in die Regenklamotten und Starten!
Immerhin geht es erst einmal talabwärts entlang der Biela Orava. Die führt schon braunes Hochwasser nach wenigen Stunden Regen. Der Wind schiebt kräftig meistens von hinten, so lässt es sich ertragen und wir kommen gut voran, bleiben aber auf die Hauptstraße angewiesen, auf der uns viele Autos mit hoher Bugwelle überholen.
Auch den schönen Radwanderweg um den Orava-Stausee können wir nicht benutzen, hochbrechende Baumwurzeln haben ihn unpassierbar gemacht.
An der Staumauer halten wir kurz, danach geht es leicht bergauf auf einer breiten Straße ohne Verkehr nach Trstena. Der Anstieg verschafft uns die nötige Bewegung, um warm zu bleiben und nach einiger Suche finden wir in Trstena den Bahnhof so rechtzeitig, dass wir unsere Tickets in aller Ruhe bestellen können.
Nun folgen 6 Stunden Bahnfahrt mit Umstieg in Kralovani, Regen begleitet uns weiter, so dass wir weder von der Hohen noch von der Niederen Tatra zwischen den Regenschwaden etwas sehen. In Kosice sind die Wege noch nass, aber es tröpfelt nicht mehr. Wir finden ein schönes 4-Sterne-Hotel DALIA für uns beide für 69 € incl. Frühstück und nutzen den Rest des Tageslichts noch für einen Trip in die Innenstadt.
Die ist seit meinem letzten Besuch zu einem Touristenzentrum geworden ! Wir fahren die Hauptstraßen auf und ab, die Springbrunnen vor dem Theater sind weiter die große Sehenswürdigkeit, aber die früher so typischen Gasthäuser mit eigener Küche haben geschlossen und es gibt jede Menge Frittenbuden. Hat Corona jetzt die Touristen vertrieben ?

. Wir wollen uns heute Abend etwas gönnen und kehren direkt neben den Springbrunnen in ein gut besuchtes Gasthaus/Straßencafe ein. Doch bei der Lektüre der Speisenkarte stockt uns der Atem: Preise wie in London! So lassen wir es bei Spaghetti und zwei Bier für immerhin 28 Euro,

. Wir wollen uns heute Abend etwas gönnen und kehren direkt neben den Springbrunnen in ein gut besuchtes Gasthaus/Straßencafe ein. Doch bei der Lektüre der Speisenkarte stockt uns der Atem: Preise wie in London! So lassen wir es bei Spaghetti und zwei Bier für immerhin 28 Euro,

Damit sind wir bedient und fahren in unser Hotel.
Dort sind wir offenbar die einzigen Gäste, die Corona-Pandemie hat alle Besucher vertrieben. Und in der Slowakei sind heute die Sommerferien beendet worden.

Die Sommerhitze ist zwar vorbei, aber am nächsten Morgen erwartet uns wenigstens ein trockener Spätsommertag. Wir fahren noch einmal mit der Bahn so weit wie es in der Slowakei nach Osten möglich ist: über Humenne hinaus, an Snina vorbei bis nach Stakcin. Vor uns liegen die Waldkarpaten!

© Manfred Sürig, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Stanislaus, geboren 1951 in Wroclaw, kennt den äußersten Südosten Polens. Wie sieht es südlich davon aus, und kommt man auch in die Ukraine ? Diese Fragen werde ich ihm nicht nur beantworten, sondern das wollen wir gemeinsam erleben !
Details:
Aufbruch: 29.08.2020
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 05.09.2020
Reiseziele: Tschechische Republik
Slowakei
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (1/1):
Ullrich Schroeter 1605698629000
Lieber Man­fred, eine aus­sa­gek­räfti­ger, gut zu lesen­der Bericht Hil­freich wäre noch eine Eine Karte mit Eurer Tour wäre hil­freich ge­wesen.
Gäbe es noch Hin­wei­se auf Eure Kon­di­tion nach schwier­i­gen E­tap­pen­?
So ein e-bike ist doch eine feine Sache, und man bleibt dennoch ein "Rad­fah­rer­".
Kom­pli­ment für die Toeur und den Berich­t.
Ul­lrich