Tansania

Reisezeit: Februar - Mai 2021  |  von Bernd Feurich

Sansibar: Fumba Verlängerung

Ich habe in Fumba Town um einen Monat verlängert. Einiges sprach dagegen. Die Lage ist sehr südlich. Wenn ich den Norden erkunde, muss ich lange fahren. Auch gibt es hier nicht die schönen Strände, wie im Osten der Insel. Und man ließ nicht so richtig mit sich handeln. Auf der anderen Seite ist der Norden teurer und touristischer. Ich muss auch nicht unbedingt vorn am Strand wohnen. Nach einem Monat oder zwei schaut man da eh nicht mehr soviel hin. Ich habe hier Ruhe, super Internet, es ist hell und freundlich und ich habe AC, eine gute Küche eine WM. Eigener Herd ist Goldes Wert. Selber Kochen ist abwechslungsreicher und billiger. Und so kann ich mit 800 USD/ Monat sehr gut Leben.
​Und es gibt Sonnenuntergänge.

Irgendwann hat es mich dann mal voll erwischt, Durchfall, Schüttelfrost, Bauchkrämpfe. Die deutsche Ärztin ist zwar meine Nachbarin aber ich schaffe es gerade bis auf`s Klo und wieder zurück. Außerdem kenne ich das, es kommt überall und immer wieder mal vor. Da heißt es es leiden und aussitzen ( liegen).

Nach drei Tagen ist der Spuck vorbei und was mich nicht umbringt, macht mich härter.

​Nach einer Woche Homeoffice habe ich heute per Selbstverordnung den Lock Down beendet und mich wieder auf das Motorrad gesetzt. Es geht zum Mangapwani Beach. Hier soll ein gestrandetes Schiff am Beach liegen.

So sieht das Foto auf Google aus und

So sieht das Foto auf Google aus und

so sieht es jetzt aus

so sieht es jetzt aus

Es ist Regenzeit, das heißt an manchen Tagen regnet es viele, viele Stunden, aber an manchen Tagen auch gar nicht. Deshalb mache ich nur wenig Touren momentan und bin viel zu Hause. Ich koche, lerne etwas Suaheli und überarbeite meine Webseite. An Ostern habe ich die Geschirrspüler repariert. Jetzt läuft er zwar, aber die Teller werden nicht richtig sauber.

Gestern war ich in Stone Town. Erst hat mich die Polizei angehalten, warum ich denn keinen Helm trage. Muss ich das ? Achsoooo ! Dann haben sie mich wieder fahren lassen ohne Bußgeld. Die Einheimischen warnen mich immer, es würde 30.000 TZS kosten. Aber von mir wollte noch kein Polizist Geld fordern, seltsam. Vielleicht haben sie eine Anweisung bekommen, Touristen zu verschonen ? Dann war ich auf der Immigration. Hier durfte man auch in kurzen Hosen rein, anders als in Daressalam. Aber man musste Maske tragen. Ich habe mir von jemanden der raus kam, seine Gebrauchte geben lassen. Schade das Lauterbach das nicht sehen konnte. Ich habe gefragt, ob ich ein Resident Visa bekommen könnte, wenn ich z.B. 10.000 USD in eine lokale Bank einzahle und somit zeige, dass ich genügend Geld zum Leben habe. Aber so richtig ja haben sie nicht dazu gesagt. Dafür habe ich so nebenbei erfahren, dass mein Tourist Visa nur noch einen Monat, statt wie zuvor drei Monate verlängert wird. Das ist neu , da muss ich jetzt mal überlegen.

Ich habe 90 Tage Aufenthalt + 30 Tage sind 120 Tage. Das heißt ich müsste am 13.06.2021 das Land verlassen. Dann sollte die Regenzeit eigentlich vorüber sein. Ich könnte ja dann mit dem Motorrad auf der Fähre nach Tanga fahren und von dort auf der Straße weiter nach Kenia. In Mombasa könnte ich einen Monat am Strand etwas mieten und danach über Uganda, Ruanda und Burundi wieder nach Tansania reisen. Klingt gut - muss ich mal recherchieren. Wie es aussieht kommt man auf dem Landweg nach Kenia ohne PCR Test rein, muss zu mindestens nicht in Quarantäne.
Das stellt sich leider als falsch heraus, ich brauche einen PCR Test und manche Gebiete in Kenia sind zu , z. B Nairobi. Es ist also keine gute Variante. Gestern war ich bei der Immi im Hafen. Die haben mir gesagt, eigentlich gibt es nur einen Monat , aber wegen Corona würden sie mir drei Monate geben. Es ist schwierig, weil jeder sagt hier etwas anderes und man weiß nicht so genau, woran man ist.

Gestern war es dann soweit, nach zwei Monaten Fahren ohne Helm und mehreren harmlosen Polizeikontrollen, wurde ich nun endlich mal zur Kasse gebeten. Der Beamte meinte, er müsse mich wegen des Verstoßes zum Gericht bringen. Dann gingen wir zum Auto, ich legte ihm 10 t Schilling hin, er forderte mehr, ich sagte nein, es kostet soviel und dann war die Sache erledigt. Alles lief sehr entspannt, ja schon fast lustig ab. Jetzt fahre ich mit dieser Eierschale durch die Gegend und meine Nase bekommt einen starken Sonnenbrand. 10 t Schilling sind 3,60 €, also nicht die Welt. Wenn man das aber jeden Tag bezahlen würde, dann kämme schon was zusammen.

Ich habe mein Motorrad zum Kauf angeboten und lege somit die Entscheidung über den weiteren Verlauf meiner Reise in die Hand des Zufalls oder des Schicksals. Wenn ich es für einen guten Preis losbekomme, fliege ich zurück nach Deutschland mit der Idee im Hinterkopf, die Wohnung auf zu lösen und im Herbst für ein Jahr lang durch Afrika zu fahren, falls es dann auch noch geht. Bekomme ich es nicht verkauft, hole ich mir die drei Monate Verlängerung und fahre mit dem Motorrad weiter.
Also, schaun ma mal, dann werd ma schon sehe.

© Bernd Feurich, 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich fahre nach Tansania, eigentlich nach Sansibar weil es dort keinen Lockdown, keine Maskenpflicht und keinen PCR Test gibt oder geben soll. Na, schaun ma mal, dann werd ma schon sehe.
Details:
Aufbruch: 06.02.2021
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: Mai 2021
Reiseziele: Tansania
Der Autor
 
Bernd Feurich berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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