Lanzarote - Insel im Atlantik zwischen Mythen und Mythos

Reisezeit: Dezember 2005  |  von Martina Schwesinger

Südwestküste: El Golfo

- urtümlicher kleiner Fischerort und traumhafte Lagune am Atlantik -

Obwohl der kleine Ort Casas de El Golfo am Strand entlang bald mehr Fischrestaurants als Einwohner besitzt, konnte er bisher viel von seinem natürlichen Charme bewahren.

Wir sitzen direkt am Meer, beobachten, wie die Fische vor Augen der Besucher geschuppt und ausgenommen werden und sich anschließend die Möwen mit Riesengezeter auf die Fischreste stürzen.

Unser Blick schweift weiter ... Wellen brechen sich an den Felsen ... in der Ferne der unendliche Horizont - die Gedanken gehen auf die Reise.

Natürlich kommt auch unser Gaumen nicht zu kurz. Für uns als Fischliebhaber ein kulinarisches Muss: pescado (fangfrischer Tagesfisch), dazu die typischen Papas arrugadas (kleine schwarze Kartoffeln mit Salzkruste), die hervorragende Mojosauce und ein leckerer Salat - gibt es etwas Besseres?

Anschließend ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz am Ortseingang und schon bietet sich ein atemberaubender Blick zum Lago Verde - der grünen Lagune - das Smaragdgrün ist einfach überwältigend (ein Danke an die Algen, die an der Wasseroberfläche leben!).

1793 war an dieser Stelle nach einem Vulkanausbruch ein Krater entstanden. Allerdings waren dessen Wände so weich, dass sie im Laufe der Zeit vom Meer weggespült wurden. Später bildete sich dieser kleine See.

Die Caldera-Wände aus Lava und Tuff sorgen für ein wahres Farbenspektakel in Gelb-, Ocker-, Braun- und Orangetönen und Schwarz.

Um die Mittagszeit war es dort meist menschenleer, die wenigen, die wir trafen, hatten alle die gleiche Haltung: gebückt mit Kopf nach unten oder sitzend - d.h. jeder sucht und pult nach Lavasteinen mit Olivineinschlüssen oder kleinen ausgespülten Olivinsteinchen.

Hier könnten wir stundenlang verweilen. Ein Gefühl von Geborgenheit und tiefer Freude ergreift uns. Liegt es am Olivin?

Olivin- so grün schimmernd wie der Lago: nach der Überlieferung trug Moses einen Olivin als göttl. Schutzstein. Er steht für liebevolle Beziehung, Freude, Freundschaft und Frohsinn.

Der Olivin aus Lanzarote ist leider sehr brüchig und kann nicht für die Schmuckherstellung verwendet werden.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Lanzarote, nach dem italienischen Seefahrer Lancelloto Malocello (1312) benannt, ist die eigentümlichste und überraschendste der Kanarischen Inseln. Über 100 Vulkane und 300 Krater prägen das Landschaftsbild. Sie wird aber auch gerne als mystische Insel bezeichnet.
Details:
Aufbruch: 04.12.2005
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 18.12.2005
Reiseziele: Spanien
Der Autor
 
Martina Schwesinger berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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