Rund um Blankenheim/ Eifel

Reisezeit: Juni 2021  |  von Herbert S.

Ausschlag für den Aufenthalt in Blankenheim gab ein Fernsehbeitrag des WDR über zwei Attraktionen in der Eifel: Dreimühlenwasserfall und Kalvarienberg Alendorf.
Bei genauerem Hinsehen gibt es aber viele weitere Dinge zu tun.

Blankenheim

Für unseren Aufenthalt nehmen wir ein Zimmer mit Schlossblick im gleichnamigen Hotel

Für unseren Aufenthalt nehmen wir ein Zimmer mit Schlossblick im gleichnamigen Hotel

Burg Blankenheim vom Hotelbalkon aus gesehen

Burg Blankenheim vom Hotelbalkon aus gesehen

Die römische Provinz Niedergermanien, Germania inferior, war durch ein Netz gut ausgebauter Fernstraßen, die viae publicae, mit Rom und den übrigen Teilen des römischen Imperiums verbunden. So führte die „Limesstraße“ vom Alpenvorland über die niedergermanische Provinzhauptstadt Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) an die Nordsee. Die „Agrippastraße“ verlief von Köln über Trier nach Lyon und weiter nach Marseille. Die „Via Belgica“ verband Köln mit Boulogne-sur-Mer am Ärmelkanal. Über weite Strecken noch heute erhalten, haben diese Straßen die Entwicklung der Region bis in unsere Tage geprägt.
Text: Infotafel im Ort

Ein Herr von Blan­ken­heim wird erst­mals An­fang des 12. Jahr­hun­derts in ei­ner Köl­ner Ur­kun­de er­wähnt, ein­deu­ti­ge Nen­nun­gen von Burg und Ort da­tie­ren eben­falls aus die­ser Zeit. Ver­mut­lich gin­gen, nach Aus­weis des Wap­pens, die Blan­ken­hei­mer aus ei­ner Ne­ben­li­nie der Gra­fen von Jü­lich her­vor.
Text aus http://www.rheinische-geschichte.lvr.de
So ist es nicht verwunderlich, dass sich ein überschaubarer Ort mit mittelalterlichem Flair im Tal erhalten hat.
Ein abendlicher Spaziergang vermittelt einen esten Überblick:

Hirtentor

Hirtentor

Blick auf die Burg

Blick auf die Burg

Die katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Blankenheim , einer Gemeinde im Kreis Euskirchen .
Der nach Süden ausgerichtete sterngewölbte Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss wurde von 1495 bis 1505 nach einer Stiftung von Johann I. Graf von Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein und seiner Ehefrau Margarete errichtet. Die Kirche bildet zusammen mit dem Pfarrhaus des 17. Jahrhunderts und der darüber aufragenden Burg Blankenheim eine beeindruckende Baugruppe. Der Turm wurde 1616 vorgesetzt und unter dem Nordende des Saales ein zweischiffiger Kryptenraum angelegt. Dort wurde 1815 nach Abbruch der Burgkapelle die Grablege der Grafen von Manderscheid-Blankenheim eingerichtet. Die dekorativen spätgotischen Gewölbemalereien wurden von 1954 bis 1956 freigelegt und nach Befund ergänzt. Der Turm wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts um ein viertes Geschoss erhöht.

Wikipedia

St. Mariä Himmelfahrt

St. Mariä Himmelfahrt

Eifelmuseum

Eifelmuseum

Am nächsten Tag machen wir dann einen umfangreicheren Rundgang, der uns u. a. zur Burg, zum Tiergartentunnel und zur Rönmervilla führt. (cgl hierzu die Unterkapitel)

zentraler Platz mit Blick auf die Burg

zentraler Platz mit Blick auf die Burg

Mitten im historischen Ortskern von Blankenheim entspringt im Keller eines Fachwerkhauses die Ahr. Von dort aus zieht sie sich durch den Ort bis zu den Weiheranlagen, wo sie den Weiher unterhalb der Grafenburg füllt, und startet direkt im Anschluss über die Ahrkaskaden ihre Reise durch das ehemals mühlenreiche Obere Ahrtal.
Text: Infotafel im Ort
Am heutigen Morgen ist die Präsentation des brandneuen Eifelbieres 'Blanq macht Landlust' direkt an der Ahrquelle.

Unter dem aus dem Jahre 1726 stammenden Fachwerkhausesentspringt die Ahr in einem mit Bruchsteinen gemauerten Brunnenkeller und fließt dann in einem offenenKanal durch den Ort.Die durchschnittliche Schüttung der Quelle liegt bei 12 Litern / Sekunde.

Ahrquelle

Ahrquelle

Der im Jahr 1548 erstmals genannte Hirtenturm ist das einzige erhaltene von ursprünglich zwei Toren des älteren inneren Berings der Talbefestigung Blankenheims.
Die Talbefestigung Blankenheims bestand aus zwei Beringen: einem inneren, der im 16. Jahrhundert seine erste Erwähnung erfährt, über eine oberste und eine unterste Pforte verfügte, und einem weiter ausgreifenden jüngeren Bering. Über den Umfang des letzteren hinaus hatte sich der Ort noch zu Mitte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kaum ausgedehnt. Während die unterste Pforte des älteren Berings wohl im Zuge der Errichtung des ersten Hospitals in den Jahren 1607–1609 in Fortfall geriet und durch das ebenfalls nicht mehr vorhandene Mitteltor ersetzt wurde, blieb der Portenturm - in neuerer Zeit Hirtenturm genannt - erhalten.

Wikipedia

Wir beschließen die Burg zu Fuß zu erklimmen und steigen an weiteren Fachwerkhäusern allmählich hoch. Allmählich ergeben sich schöne Ausblicke auf den malerischen Ort. Viele Stufen machen dem Knie meiner Frau Ulrike zu schaffen.

ein Schlafwandler auf einem Dach (fällt meiner Frau Ulrike auf)

ein Schlafwandler auf einem Dach (fällt meiner Frau Ulrike auf)

Schließlich erreichen wir die Burg (vgl Unterkapitel) und versuchen anschließend zur Vermeidung der Stufen einen sanft abfallenden Weg in den ort zu finden. Dieser frührt uns dann zu diversen sehenswerten Punkten des Tiergartentunnels (vgl. Unterkapitel) bis wir schließlich den Wald verlassen und noch einen Blick auf die Römervilla (vgl. Unterkapitel) werfen können.

Wir erreichen der Ort wieder am Georgstor auch St. Georgs Porte, Obertor oder auswendiges Tor genannt. Es stellt einen Teil der Erweiterung der Talbefestigung aus dem 17. Jahrhundert dar. Die Räume des Obergeschosses beherbergen das Blankenheimer Karnevalsmuseum.
Graf Salentin Ernst von Manderscheid–Blankenheim ordnete im Jahr 1672 den Ausbau und die Wiederherstellung der Ortsbefestigung an. Mit deren Ausführung verbunden, war eine Einbeziehung der erweiterten Tallage des Ortes, über die dieser sich noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nicht wesentlich ausdehnen sollte. Teil der Ausbauten war das sogenannte „auswendige“ Tor, also das am weitesten abgelegene, das zugleich den Abschluss nach Westen darstellte. Nach Ernst Wackenroder liegen von dieser Toranlage Grund- und Aufrisse aus dem Jahr 1670 vor, die jedoch nicht zur Ausführung gelangten. 1702 wird das Tor als St. Georgs Porte genannt.

Wikipedia

Ein Rundgang durch das in einem restaurierten Fachwerkbau - Gildehaus - untergebrachte Eifelmuseum beschließt den Rundgang mit vielen zusätzlichen Information über die Ortsgeschichte, die Burg , den Tiergartentunnelbau und die römische Villa.
Der repräsentative Fachwerkbau der Blankenheimer Tuchmachergilde stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Ausbau zu einem stattlichen Wohnhaus. Seit 1960 gehört das Gildehaus zum Eifelmu-seum und erstrahlt in neuem Glanz und mit neuen Ausstellungen:
Text: Hausbeschilderung

© Herbert S., 2021
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 15.06.2021
Dauer: 4 Tage
Heimkehr: 18.06.2021
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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