Rund um Blankenheim/ Eifel

Reisezeit: Juni 2021  |  von Herbert S.

Blankenheim: Burg Blankenheim

Viele Jahrhunderte haben auf dieser Burg Landesherren, ihre Beamten, Bediensteten und Beschützer gelebt, ein kleiner Hofstaat also. Blankenheim war die Residenz der Grafen von Blankenheim und später der Grafen von Manderscheid. Die Burg ist Anfang des 12.Jahrhunderts über der Ahrquelle errichtet worden, weil die Vorgängeranlage „Alte Burg" bei Blankenheimerdorf zu klein geworden war.
Text: Infotafel vor Ort

Burg im 18. Jahrhundert - Abb. aus Infotafel.

Burg im 18. Jahrhundert - Abb. aus Infotafel.

Diverse Umbauten fanden vor allem Im 15. Jahrhundert statt, als die Blankenheimer Herrschaft durch mehrfaches Vererben im Jahre 1468 an die Grafen von Manderscheid fiel. Die Manderscheider ließen die Burg in den beiden folgenden Jahrhunderten immer wieder verändern, so dass aus der mittelalterlichen Ritterburg nach und nach ein barockes Schloß wurde; die Burg als Wehranlage hatte immer mehr an Bedeutung verloren.

Graf Johann Arnold von Manderscheid-Blankenheim und seine Gemahlin Antonia Elisabeth von Manderscheid-Gerolstein, 1634
Die beiden zusammengehörenden Ganzkörper-Porträts stammen von einem unbekannten Maler, vermutlich aus dem flämischen Raum, und sind auf das Jahr 1634 datiert. Graf Johann Arnold war zu diesem Zeitpunkt 28 Jahre alt, seine Frau Antonia Elisabeth aus der Linie Manderscheid-Gerolstein ein Jahr jünger. Die Gräfin starb bereits 1638 mit 31 Jahren während der Geburt ihres 11. Kindes, ihr Mann 1644 mit 38 Jahren.

Ruine des Blankenheimer Schlosses 1831
Die kolorierte Lithographie von Jean Nicolas Ponsart zeigt den Ort und das ehemals gräfliche Schloss Blankenheim in großer Detailtreue. Oberhalb des Pfarrhauses ist die Bastion zu erkennen, links daneben das Gebäude des älteren Rentmeisterhauses, rechts die neue Kanzlei von 1787.

Ruine des Blankenheimer Schlosses 1831
Die kolorierte Lithographie von Jean Nicolas Ponsart zeigt den Ort und das ehemals gräfliche Schloss Blankenheim in großer Detailtreue. Oberhalb des Pfarrhauses ist die Bastion zu erkennen, links daneben das Gebäude des älteren Rentmeisterhauses, rechts die neue Kanzlei von 1787.

Burg im 19.Jahrhundert (1803) und um 1900/1912

Burg im 19.Jahrhundert (1803) und um 1900/1912

Um den allmählichen Verfall der Mauern [Ende des 19. Jh.] aufzuhalten, wurden mit Hilfe des Landes Preußen ab 1894 Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. 1926 wurde die Burg von der Deutschen Turnerschaft übernommen, 1936 ging sie in das Eigentum des deutschen Jugendherbergswerks über. In mehreren Bauphasen wurde aus den Ruinen des Grafenschlosses eine Jugendherberge, die mit einer Unter brechung von 6 Jahren bis heute besteht..

Die Manderscheider Herrschaften wollten mit repräsentativen Bau- und Gartenanlagen Gaste beeindrucken. So entstand aus Anfängen des 17Jahrhunderts um 1730 hier im Vorgelände des ehemaligen Burggrabens ein prächtiger barocker Garten mit einem Orangeriegebäude, in dem exotische Pflanzen wie Citrusbäume und Palmen überwinteren. Der heute wie damals bewaldete Bergrücken nördlich der Burg - der Tiergarten - diente unter anderem dazu, gefangenes Wildbret in der Nähe der gräflichen Küche lebendig aufzubewahren, damit es die Herrschaft bei Bedarf frisch auf den Tisch bekam.

Barockgarten

Barockgarten

Wasserversorgung der Burg

Nachdem in den Jahren 1468/1469 die Blankenheimer Herrschaft durch Erbschaft an Graf Dietrich III. von Manderscheid-Blankenheim gegangen war, baute dieser eine Fernwasserversorgung zur Burg, um die bestehende Versorgung aus einer Zisterne quantitativ und qualitativ zu steigern. Er ließ zu diesem Zwecke eine rund einen Kilometer entfernt liegende Quelle im Tal "In der Rhenn" fassen und deren Wasser in einer Holzrohrleitung zu einem neuen Wasserbehälter im Burghof leiten. Die Leitung hatte in ihrem Verlauf ein 12 m tiefes Tal und daran anschließend einen 15 m hohen Bergsporn - den Tiergarten - zu durchqueren. Die Leitungstrasse war also in unterschiedlichen Techniken abschnittsweise als Gefälleleitung, als Druckrohrleitung und als Aquädukttunnel ausgebaut worden.
siehe hierzu gesondertes Kapitel 'Tiergartentunnel'

© Herbert S., 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ausschlag für den Aufenthalt in Blankenheim gab ein Fernsehbeitrag des WDR über zwei Attraktionen in der Eifel: Dreimühlenwasserfall und Kalvarienberg Alendorf. Bei genauerem Hinsehen gibt es aber viele weitere Dinge zu tun.
Details:
Aufbruch: 15.06.2021
Dauer: 4 Tage
Heimkehr: 18.06.2021
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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