Radtour von Bremen nach Wien

Reisezeit: August / September 2021  |  von Thomas Eggers

Von Wolfsburg nach Schönebeck

30.08.2021

Nachts hatte es ordentlich geregnet. Aber morgens um 6:00 Uhr war es trocken. Nachdem ich mich gewaschen hatte, stand ich noch ein wenig mit einer Frau am Waschhaus. Sie fragte mich, wo es denn hin geht mit dem Rad. Es ist tatsächlich mal ganz schön, wenn man sich morgens ein wenig unterhalten kann.

Ich baute mein Zelt ab und dachte an die heutige Regenfront. Laut Svens Karte würde ich die Unwetterfront lediglich leicht streifen. Aber das war sicherlich längst überholte Theorie. Ich rechnete mit ordentlich Wasser von oben.

Um 7:00 Uhr war ich wieder abfahrbereit.

Um 7:00 Uhr war ich wieder abfahrbereit.

Ich fuhr zunächst direkt am Mittellandkanal bis ich über eine Brücke nach Vorsfelde Süd gelangte. Ab hier gelangte ich in das Biosphärenreservat Drömling und den Forst Danndorf. Gut, dass es hier noch nicht regnete, denn die Waldwege waren ohnehin schon mit einem überladenen Rad schlecht zu fahren. Trotzdem war der Weg gut ausgeschildert, auch wenn mal ein Schild einfach auf dem Boden lag.

Ich fuhr die letzten km durch Niedersachsen. Grafhorst war das letzte Dorf vor der ehemaligen Grenze. Hier stand bis zum 23.12.1989 der eiserne Vorhang. Ab jetzt lag das Bundesland Sachsen-Anhalt vor mir. Die nächsten 20 km sollten in direkter Nähe zur Grenze verlaufen. Ich sollte auch noch mal für ein paar Kilometer nach Niedersachsen reinfahren, durch die Ortschaft Saalsdorf bis ich endgültig in Sachsen-Anhalt bleiben sollte.

Ehemalige Grenze bei Grafhorst

Ehemalige Grenze bei Grafhorst

Ich kam durch das erste Dorf in Sachsen-Anhalt. Das Dorf Oebisfelde. Hier besorgte ich mir Brötchen und Getränke bei Edeka. Leider brach hier meine Tourenaufzeichnung von komoot ab.
Ich nutzte bei dieser Tour zum ersten Mal ein Navigationssystem. Bei meinen früheren Touren hatte ich mich immer auf meine Karten verlassen.
Nun fuhr ich wieder mit Karte, was auch gut ging, da der Allerradweg gut ausgeschildert war. Später sollte die Komoot App wieder funktionieren.
Ich folgte der Straße durch Gehrendorf und Lockstedt direkt der Grenze entlang. In diesem Bereich war wirklich der Hund begraben.

In Saalsdorf auf der Niedersächsischen Seite kam ich an eine riesengroße Eiche mit Grenzpfahl.

Die Dörfer hier waren menschenleer, irgendwie bedrückend. Auf einmal preschte ein Trecker mit einem Anhänger voll Ziegen an mir vorbei. Ich fuhr ihm etwas hinterher.

Es folgte eine einsame Strecke. An der Straße und an den Wegen standen ab hier überall Birnen- und Apfelbäume.

So langsam setzte der Regen ein. Es war aber kein Starkregen sondern leichter Regen . Nach Weferlingen wurde es leicht bergig und Wald-- und Flurwege waren nicht mehr so gut befahrbar. Ich stellte mir vor, wie sich dieser Tourenabschnitt bei gutem Wetter darstellen würde. Bestimmt ziemlich schön. Leider wirkte die Landschaft bei Regenwetter ziemlich trostlos.

In Beendorf kam ich an einen Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus. Hier begegnete ich einem holländischen Paar, welches mit Rädern auf dem Weg von Hamburg nach Bamberg war. Sie suchten den Weg nach Marienborn um zu ihrem heutigen Etappenziel Vienenburg zu gelangen. Sie fuhren eine ganze Zeit vor mir. In diesem Abschnitt war es echt sehr hügelig. Ich kämpfte mich bei schlechtem Wetter Richtung Wanzleben

Ich kam dann irgendwann in Eggenstedt an. Hier sollte sich die Quelle der Aller befinden. Ich irrte ein wenig im Dorf herum bis ich den ernüchternden Platz der Quelle fand. Hier floss kein Wasser!!!

Der Saaleradweg führte von hier noch weiter bis nach Magdeburg. Ich folgte meiner Radkarte über Wirtschaftswege und teilweise Hauptstaße über Seehausen nach Wanzleben. In Wanzleben verließ ich den Saaleradweg. Ich hatte mir hier eine Tour bei Komoot erstellt, welche mich auf direkten Weg zum Elberadweg nach Schönebeck führen sollte. Der Plan war von Schönebeck auf dem Elberadweg, zur Saalemündung in die Elbe zu fahren. Den Rest der heutigen Tour musste ich also nach Routenplaner Komoot fahren, eine Karte hatte ich nicht. Das hieß also auch ich musste darauf achten, dass ich genug Saft auf dem Akku und der Powerbank hatte.
Der Weg Richtung Magdeburg führte über holprige Betonplattenwege.

Endlich Magdeburg

Endlich Magdeburg

Kurz vor Magdeburg, in Langeweddingen, besorgte ich mir im Supermarkt nochmal Getränke und was zu Essen. Außerdem nahm ich noch eine Dose Nudeln mit, denn ich wusste nicht, ob es auf dem Campingplatz in Schönebeck irgendein Restaurant oder Laden geben sollte.

In Westerhüsen kam ich dann an die Elbe. Etwas weiter kam ich dann nach 116 km auf dem Campingplatz "Magdeburg" in Schönebeck an. Der Campingplatz lag auf einer Landzunge in einem Hafengelände. Dieser Platz war sehr schlicht und spartanisch ausgestattet und wirkte zunächst einmal auf mich recht speziell. Mein Zeltplatz direkt an der Elbe war echt top. Ich stellte mein Zelt direkt neben einer überdachten Holztischkonstruktion auf.

Zelt direkt an der Elbe

Zelt direkt an der Elbe

Nach dem Duschen im Sanitärcontainer kümmerte ich mich ums Essen. Super, dass ich die Dose Nudeln aus dem Supermarkt mitgenommen hatte, denn hier auf dem Campingplatz gab es nichts. Ein kleiner Imbisstand hatte zu.
Leider waren meine Streichhölzer durch den Regen feucht geworden und ein Dosenöffner fehlte mir. Aber hier waren mir meine Wohnwagennachbarn behilflich. Vielen Dank.

Mein Handy und meine Powerbank musste ich im Büro des Besitzers laden, da es im Waschraum verboten war und es ansonsten keine Steckdosen gab. Gegen Abend kam nochmal der Starkregen. Das sollte es aber dann gewesen sein. Laut Wetterbericht sollte es ab dem morgigen Tag nur noch trocken bleiben. Super, ich freute mich darauf, denn so langsam musste ich auch mal daran denken, meine Wäsche zu waschen und irgendwie musste sie dann ja auch noch trocknen.

Tag 3:
Von Wolfsburg zum Campingplatz "Magdeburg" in Schönebeck
Tagestour 113 km
Gesamttour 328 km

Wolfsburg am Mittellandkanal-Vorsfelde Süd-Südlicher Drömling-Grafhorst-Breitenrode-Oebisfelde-Strasse nach Gehrendorf-Lockstedt-Saalsdorf-Weferlingen-Walbeck-Schwanefeld-Beendorf-Morsleben-Marienborn-Belsdorf-Landesstraße 40 nach Ummendorf-Wormsdorf-Gehringsdorf-Eggenstedt-Seehausen-Remkersleben-Wanzleben-Blumenberg-Langenwedding-Osterweddingen-Dodendorf-Sohlen-Westerhüsen-Schönebeck

© Thomas Eggers, 2022
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Rad von Kirchweyhe bei Bremen nach Wien. Über den Weserradweg, Allerradweg, Elberadweg, Saaleradweg, Fichtelnaabradweg, Waldnaabradweg, Naabtalradweg und Donauradweg.
Details:
Aufbruch: 28.08.2021
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 13.09.2021
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Thomas Eggers berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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