Kleine Rundreise in Italien

Reisezeit: Mai 2022  |  von Inge Waehlisch Soltau

Gubbio

Von Perugia ist es nicht weit bis an die Adria,- unserem nächsten Ziel - und so entschlossen wir uns, einen Stopp in Gubbio zu machen. Wir wunderten uns über die vielen Autos und hatten Mühe, einen Parkplatz zu finden.
Ausgerechnet heute war eines der bekanntesten und meist besuchten Festivals "Festa dei Ceir". Diese Tradition wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zu Ehren des Todes von Ubaldo Baldassini, dem mittelalterlichen Bischof von Gubbio, geboren. Die Kommune beschloss, den Schutzpatron der Stadt mit einer heiligen und geheimnisvollen Prozession zu gedenken, in der Männer der Stadt grosse Wachsstöcke durch die Straßen in Richtung der Basilika des Monte Ingino tragen.
Heutzutage wird das Festival noch in der gleichen Weise mit dem ikonischen Kerzenrennen oder Corsa dei Ceri gefeiert, aber die ursprünglichen Kerzen wurden durch drei riesige Holzkonstruktionen ersetzt - mit kleinen Statuen von St. Ubaldo, St. George und St. Anthony an der Spitze. Nach der Tradition können nur Männer Ceri tragen, indem sie traditionelle Kostüme tragen. Auch die Shirtfarbe hängt von dem Heiligen ab, den sie repräsentieren – blau für San Giorgio, gelb für Sant-Ubaldo und schwarz für Sant-Antonio.
Die Prozession beginnt früh am Morgen mit dem Schlagen von Trommeln,. Dann werden die Statuen der Heiligen aus der Kirche des Hl. Francesco della Pace heraugenommen - ein Anlass ein bisschen wie im Mittelalter.

Farbenprächtige Luftballons gehören zum Fest

Farbenprächtige Luftballons gehören zum Fest

Gubbio mit ca. 31.000 Einwohnern liegt in den Bergen am Fusse des Monte Ingino. In der Vergangenheit war es nicht einfach, den Ort zu erreichen. Und daher hat er sich wahrscheinlich auch seine "Zeitlosigkeit" bewahrt - im historischen Zentrum hat sich im Laufe der Jahre nicht viel verändert. Die Blütezeit hatte die Stadt zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert. Gubbio hat sein mitelalterliches Erscheinungsbild bewahrt mit den Stadmauern, die noch heute um das historische Zentrum mit Gebäuden aus verschiedenen Epochen verlaufen - vom Mittelalter bis zur Renaissance.
Am Ortsrand von Gubbio gibt es die Überreste eines Römischen Theaters für ca. 6.000 Zuschauer.
Die Altstadt mit dem mittelalterlichen Kopfsteinpflaster und den Treppen kann man gut zu Fuss erkunden - am besten mit bequemen Schuhen...
Gubbio ist eine der ältesten Städte von Umbrien. Wahrscheinlich war diese Gegend bereits im Mittelsteinalter besiedelt, wie die Funde von gebrannter Keramik, Äxten und anderen Steinwaffen zeigen.

Altstadt

Altstadt

Die Basilika di Sant’Ubaldo, Patron von Gubbio, steht auf dem Gipfel des Monte Igino. Der ursprüngliche Grundriss soll auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. Der heutige Grundriss ist das Ergebnis später durchgeführter Arbeiten, die zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert erfolgten.
Die Basilika di Sant’Ubaldo verfügt über imposante Formen. Das Tor am Eingang führt in den wunderschönen Kreuzgang. Die Basilika zeichnet sich durch eine einfache Fassade mit fünf Eingangstoren aus. Im Inneren der Basilika befinden sich zahlreiche Kunstwerke.
Der Duomo di Gubbio (Santi Mariano e Giacomo) wurde an höchster Stelle innerhalb des Stadtrings errichtet, erwies sich aber bald als zu klein und wurde 1240–43 durch den heutigen einschiffigen Dom ersetzt.
Gegenüber vom Dom steht der Palazo Ducale erbaut im Renaissancestil in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.. Im Inneren des Palastes ist das "Studiolo di Federico" mit wunderschönen Platten mit Einlegearbeiten besonders sehenswert.

Die Kathedrale und oben auf dem Berg die Basilika Sant'Ubaldo

Die Kathedrale und oben auf dem Berg die Basilika Sant'Ubaldo

Der Palazzo dei Consoli wurde zwischen 1332 und 1349 mitten im Stadtzentrum von Gubbio errichtet und ist eines der gewagsten mittelalterlichen Stadtbauprojekte.
Der Palast hat eine elegante aber nüchterne Fassade mit einem monumentalen Eingangstor und einer grosszügige Freitreppe.
Der Palazzo dei Consoli war zusammen mit der Piazza Grande und dem nahegelegenen Palazzo del Podestà Teil eines ehrgeizigen Stadtprojekts, das die Macht und Autonomie der Freien Stadt Gubbio in den Jahren ihrer grossen Expansion bezeugen sollte.
Im Erdgeschoss mit der riesigen Sala dell'Arengo - in früheren Zeiten Sitz des Generalrats des Volkes - befindet sich seit 1909 das Stadtmuseum mit einer reichen Sammlung an Inschriften, Skulpturen und Dekorationen über die Geschichte von Gubbio. Bedeutend sind die Bronzeplatten, die im Jahr 1442 gefunden wurden mit Inschriften in etruskischem und umbrischen Dialekt. Im Obergeschoss gibt es eine Gemäldegalerie..
Der Palazzo dei Priori wurde 1331 an einem steilen Hang erbaut. Der Palazzo dei Priori, in dem sich heute ein Versammlungssaal und ein Museum befinden, zählt zu den imposantesten und schönsten mittelalterlichen Rathäusern Italiens. Gegenüber dem Priorenpalast steht an der Piazza Grande der Palazzo Pretorio, in dem das heutige Rathaus untergebracht ist.

Palazzio dei Consoli

Palazzio dei Consoli

Palazzo dei Consoli

Palazzo dei Consoli

Die Kirche Madonna del Prato wurde im Barockstil im Jahr 1662 erbaut, um ein Bildnis der Madonna del Prato zu beherbergen, das für wundertätig gehalten wurde.
Die Fassade mit zwei Statuen ist eher schlicht gehalten, dafür findet man im Inneren Meisterwerke der Barockarchitektur.

Madonna del Prato Kirche

Madonna del Prato Kirche

Die Kirche San Franceso wurde bereits 1255 errichtet, aber die Arbeiten für das Innnere der Kirche erstreckten sich über Jahrzehnte bis 1291.
Die Kirche wirkt heute riesengross mit einem spitz zulaufenden Grundriss und einer unvollendeten Fassade, in der sich ein grosses gotisches Eingangstor befindet, das von einer dekorativen Rosette überragt wird.

San Francesco Kirche

San Francesco Kirche

Die Kirche San Giovanni Battista wurde zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert erbaut, wahrscheinlich an der Stelle, an der sich zuvor die primitive Kathedrale San Mariano befand. Die Kirche hat eine rein gotische Fassade, während der Glockenturm romanisch ist. Das Innere besteht aus einem einzigen Schiff mit einer quadratischen Apsis, während das Dach von Steinbögen auf Zwillingssäulen getragen wird.

Kollegkirche di San Giovanni Battista

Kollegkirche di San Giovanni Battista

Wir fanden trotz der vielen Leute noch Platz im Aussenbereich eines Restaurants, wo wir einen kühlen 'Drink nahmen und auch noch die Prozession ein wenig verfolgen konnte..Dann setzten wir unsere Reise fort an die Adria.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir kennen die oberitalienischen Seen und generell Norditalien recht gut, deshalb ging die Reise diesmal bis nach Umbrien. Start war in Bologna, dann Perugia und Umgebung und ein Abstecher an die Adria.
Details:
Aufbruch: 15.05.2022
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 29.05.2022
Reiseziele: Italien
San Marino
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.