Ecuador-Reisebericht :Weltreise 2005

Ecuador: Nebel- und Regenwald

Nach den Galapagosinseln sind wir nun nordwestlich von Quito in den Nebelwald gefahren. Mindo ist ein kleines Dorf, dass vor ein paar Jahren in der ganzen Welt fuer Schlagzeilen gesorgt hat. Die Menschen hier haben gegen den Bau einer neuen Oelpipeline durch ihren Wald demonstriert. Leider ohne Erfolg, denn gerade hier regiert das Geld!!!

Was wir hier fanden sind dichte Waelder, viele Schmetterlinge (ca. 250 verschiedene Arten), Voegel (mindestens genauso viele), Ruhe und Erholung. Haben auch gleich ein verwachsenes Hostal mit Terasse und Haengematten gefunden. Waehrend unseren Wanderungen suchten wir verzweifelt die Voegel und Schmetterlinge, die wir dann von den Haengematten im 2.Stock ploetzlich direkt vor unserer Nase hatten!! Ganz suess war ein kleiner Kolibri der auf seinem Nest mit 2 Eiern fleissig gebruetet hat. Die Eier sind ca. 1cm gross, der ausgewachsene Vogel dazu ca. 5cm.
Der Wald war wegen seiner Pflanzenvielfalt sehr schoen!! Stefan war von den grossen Farnen, die hier richtige Baeume werden, sehr fasziniert.

Die naechste Station war Baños. Nach dem verwaisten Mindo war Baños am Wochenende der Partytreffpunkt der Ecuadorianer!! Da ging die Post ab: Feuerwerk, Essensstandl (hier haben wir die ersten gegrillten Meerschweinchen (= Nationalgericht) gesehen - nicht probiert!! ;o) ), Strassenmusik, bunte Bummelzuege und an jeder Ecke eine Agentur, die Ausfluege in die Umgebung anbietet. Eigentlich wollten wir ja mit dem Bike die Berge erkunden, haben uns dann aber fuer so ein 4-raedriges Expeditions-Gefaehrt entschieden. Sind mit dem Ding 1000 Hoehenmeter raufgeklettert und haben dann vor lauter Wolken den noch aktiven Vulkan Tunguarhua leider nicht gesehen.

Wir haben dann auch gleich eine 4 Tagestour in den Regenwald gebucht. Am Programm standen immer wieder 2-4 stuendige Dschungelexpeditionen. Ist schon unglaublich, wieviele verschiedene Pflanzen hier wachsen. Sebastian, unser Guide (dessen Grossvater noch ein richtiger Schamane ist, und der zu dem Volk gehoert, dass noch bis vor 100 Jahren Schrumpfkoepfe von Feinden gemacht hat) hat uns sehr viel ueber die Verwendung der Pflanzen als Nahrungsmittel und Medizin erzaehlt. Mussten auch so einiges kosten und uns mit Pflanzenfarben bemalen lassen. Nun koennen wir im Dschungel ueberleben ;o)
Am Abend ging es dann entweder zu Fuss oder mit dem Einbaum zur neuen Unterkunft. Das waren immer Huetten auf Stelzen, Lagerfeuer und Haengematten. In den offenen Huetten mit Palmenblaetterdaechern waren wir nicht die einzigen Bewohner. Hier haben wir die erste Bekanntschaft mit Kakerlaken gemacht!

Ist am Anfang schon ein eigenartiges Gefuehl, so auf engen Pfaden durch den dichten Wald zu gehen, und zu wissen, dass man von unzaehligen Tieren beobachtet wird, die man aber selbst nicht sieht! Grosse Tiere sind hier sehr schwierig zu entdecken. Mit der Zeit haben wir dann immer mehr kleine Krabbeltiere gefunden.

Bewaffnet mit Gummistiefeln und gelben Regenjacken, dreckig bis ueber die Ohren, gaben wir sicher ein super Bild ab.
Um so richtig ins Dschungelbild zu passen, hat Stefan sich als Tarzan versucht und ist (ohne dem beruehmten Schrei) an einer 30m Liane zwischen den Baeumen geschwungen. Der Schrei kam dann beim 2. Versuch, als er mindestens 5 Meter abgestuerzt ist!!! Ausser blauen Flecken ist nichts passiert.
Bei einer Wanderung wateten wir teilweise bis zum Bauch durch einen Bach. An dessen Ufer wir dann eine Schlange fanden... angeblich ungiftig!
Die Urwaldvoelker gingen frueher mit Blasrohren auf die Jagd. Auch wir durften bei stroemenden Regen das Schiessen probieren. Stefan haette unser Ueberleben durch einen glatten Herztreffer in den (Holz)Vogel gesichert. Ich waere mit dem Pfeilesuchen im Wald auch einige Zeit beschaeftigt gewesen ;o)

Nach dem sehr erlebnisreichen Ausflug in den Regenwald, entspannten wir uns in den heissen Schwefelbaedern von Baños.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
In einem Jahr um die Welt: Südostasien, Australien, Neuseeland, Mittel- und Südamerika, Afrika. Nur um zu sehen, ob die Welt wirklich rund ist ...
Details:
Aufbruch: 02.05.2005
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 12.04.2006
Reiseziele: Ecuador
Chile
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Der Autor
 
Iris Lumetzberger und Stefan Pointner berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Iris Lumetzberger und sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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