Mein Schottlandbericht

Reisezeit: Mai 2005  |  von Lena H.

Der 13.Tag-Oban/Inverary Castle/Loch Lomond

13. Tag, Sonntag, der 15.05.

Am nächsten Tag waren die Feuer erloschen und man konnte nach dem aufwachen wieder tief durchatmen. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit gekochtem Ei und vielem mehr, machten wir uns auf den Weg nach Oban. Vorher sahen wir uns aber noch das Dunstaffnage Castle an, welches ca. 4 km nördlich von Oban liegt. Man erreicht es, wenn man von Glencoe aus nach Oban auf der aussichtsreichen A85 fährt. Zuerst gingen wir in das Besucherzentrum, in dem sich eine Ausstellung zur Vergangenheit der Burg befindet. Danach besichtigten wir die Ruine selbst. Die Mauern sind noch gut erhalten und man kann noch auf ihnen laufen. Die 3 Rundtürme und die 3 m dicke Mauer stammen aus dem 15. Jh., als sich die Burg im Besitz des Campbell Clans befand. Der Wohnturm wurde im 17. Jh. erbaut. Außerdem kann man noch eine alte Kanone einer in der Tobermay Bay versunkenen spanischen Galeone bewundern. Aber besonders schön fand ich, die im benachbarten Wald, wenige Schritte entfernte kleine Kapelle. Sie wurde im 13. Jh. geweiht und beherbergt nun die Gräber der einiger Familienmitglieder der Campells und die Gräber einiger früher schottischer Monarchen. Der Eintrittspreis beträt 4 € pro Person und 1,50 € pro Kind. Mit einem Explorerpass bekommt man freien Eintritt. Öffnungszeiten: 9.30 - 18.00

Die nächste Station war Oban. Die, in einer geschützten Bucht gelegene Stadt an der Westküste Schottlands, Stadt Oban ist einer der beliebtesten Ferienorte Nordwestschottlands und wichtigster Fährhafen der Westhighlands. Von ihr aus kann man tolle Fahrten zu den vor der Küste gelagerten Inseln der inneren und äußeren Hebriden (z. B. Iona, Staffa, Barra und South Uist). Informationen können in dem großen Besucherzentrum der Fährgesellschaft eingeholt werden, welche direkt am Fährhafen liegt. Die Preise pro Fahrt mit oder ohne Landgang liegen zwischen 50 und 300 € und gehen je nachdem zu welcher Insel der Trip geht zwischen 3 und 12 Stunden. Es gibt auch Touren über mehrere Tage. Man kann die Karten vor Ort kaufen. Als wir vom Fährhafen zurück liefen, kamen wir an einem kleinen Seafoodimbiss vorbei. Es stand eine meterlange Schlange vor dieser Bude. Ein älterer Mann erzählte uns, dass diese Imbissbude vor kurzer Zeit im britischen Fernsehen zu sehen war und die Meeresfrüchte dort als die besten des ganzen Landes gelten würden. Die Chance die besten Meeresfrüchte ganz Großbritanniens zu probieren, ließen wir natürlich nicht an uns vorbei gehen und stellten uns auch an der Schlange an. Wir aßen ein Sandwich mit selbst geräuchertem Lachs und ein Schälchen mit Miesmuscheln. Sie waren wirklich super. Man sollte dort unbedingt mal vorbeischauen, wenn man schon einmal in Oban ist. Es gibt dort auch noch genug andere Restaurants und Cafés, in denen man sich die Zeit vertreiben kann. Von Oban aus lassen sich auch traumhafte Ausflüge in die Highlands unternehmen, denn diese Stadt befindet sich direkt am Anfang der Grampian Mountains. Da unsere Zeit wertvoll war, machten wir uns auch schon wieder auf den Weg.

An diesem Tag hatten wir uns noch vorgenommen das Kilchurn Castle zu besichtigen. Wir fuhren also die A85 ein Stück zurück und dann weiter Richtung Loch Awe, denn dort befand sich das besagte Castle. Ich kenne es aus dem Buch "Geisersuche" von Simon Marsden. Dort wird die Geschichte von einem jungen Paar erzählt, welches in den Mauern der Burg ihr Zelt aufgeschlagen hatte und in der Nacht von einem Geist überrascht wurde. Leider fanden wir den Eingang zum Castle nicht, da es auf einer kleinen Landzunge, die in das Loch Awe hinein ragt, liegt. Es gab keine Verbindung von der Straße zur Landzunge. So fuhren wir also nur daran vorbei und ich schoss von der Straße aus ein Foto.

In unserem Reiseführer las ich von dem Inveraray Castle in Inveraray, einem kleinen Örtchen (490 Einw.) in den westlichen Highlands. Die Bilder sahen sehr interessant und vor allem imposant aus. Das Schloss ist die Hauptattraktion von Inveraray und dessen Umgebung.

Viele Romane von Sir Walter Scott spielen in dieser Gegend. So beschlossen wir dieses Schloss, hier kann man schon nicht mehr von einer Burg sprechen, zu besichtigen. Inveraray liegt an der Kreuzung der A819, A83 und A816 an dem Nordufer des Loch Fyne. Das Schloss selbst liegt wenige km nördlich der Stadt in einem zauberhaften Park umgeben von einem dichten und grünem Wald. Es befindet sich ein großer und kostenloser Besucherparkplatz davor. Auf diesem steht ein Häuschen, in dem man die Eintrittskarten kaufen kann. Wir zahlten pro Person mit Studentenermäßigung 9 €. Inveraray Castle ist Sitz der Herzöge von Argyll, dem älteren Zweig des Campell Clans, der in der ersten Hälfte des 15. Jh. vom Loch Awe hierher zog. Das Märchenschloss mit runden Ecktürmen und zinnenbewehrten Kegeldächern entstand Mitte des 18. Jh. nach Plänen des Engländer Robert Morris auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Burg, die der 3. Duke of Argyll hatte abreißen lassen. Als ein verheerender Großbrand die Anlagen 1975 schwer beschädigte, mussten die Campells wegen der hohen Renovierungskosten ihre Insel "Iona" (eine Insel der inneren Hebriden im Atlantik) verkaufen. Heute erstrahlt der neogotische Bau wieder im vollen Glanze. Die Familie Campell bewohnt die eine Seite des Schlosses. Die andere Seite ist den Besuchern freigegeben. Die ersten Räume, die man betritt sind die Salons. Sie bestechen durch kostbare Möbel und vergoldete Stuckornamente. In einem kleinen Nebenraum kann man eine sensationelle Porzellansammlung sehen. Dort werden unter anderem Services aus Derby und Meißen ausgestellt. Besonders interessant ist die gigantische Waffensammlung in der hohen Eingangshalle. Der höchste Raum Schottlands. Dort werden auf eine sehr dekorative Weise alle Art von Kriegswaffen ausgestellt, von der kleinen Schusswaffe bis zum langen Sperr ist dort alles vorhanden. In den oberen Räumen befinden sich viele verschiedene Familienporträts aus alter und junger Zeit und originale Möbel, unter anderem das Arbeitszimmer der Tochter von Queen Viktoria, die einen Sohn der Campells heiratete. Auf der Treppe in das Erdgeschoss werden mehrere Roben ausgestellt, unter anderem auch das Hochzeitskleid der Frau des Sohnes des jetzigen Duke of Argyll, die Tochter des Schokoladenfabrikanten Cadbury. Das junge Ehepaar bewohnt einen Teil des Inveraray Castle. Im Keller des Schlosses befindet sich ein Café und ein Shop. Der wunderschöne Garten ist leider für die Öffentlichkeit verschlossen und nur der Familie Campell vorbehalten. Insgesamt ein wunderschönes und höchst interessantes Schloss und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Nach diesem sehr interessanten Besuch, sollte es weiter Richtung Loch Lomond gehen, denn dort wollten wir die Nacht in einer zur Jugendherberge umfunktionierten Burg verbringen, dem Loch Lomond Youth Hostel in Arden. So fuhren wir also die A83 Richtung Loch Lomond und bogen später auf die A82 ab, um am Westufer des Loch Lomond zu der Jugendherberge zu gelangen. Sie ist schon ab der A82 ausgeschildert und sehr einfach zu finden. Leider waren schon alle Zimmer vergeben. Auf dem Weg zur Burg kamen wir bereits an einem Campingplatz des Camping- and Caravaningclubs vorbei. Wir fuhren also wieder ein kleines Stück zurück bis nach Luss und schlugen unser Zelt auf dem Campingplatz auf. Wir zahlten wieder pro Person 7,50 € und wegen des non-members noch mal 7,50 €. Diesmal waren wir nicht das einzige Zelt, denn am Loch Lomond sind einige Rucksacktouristen unterwegs, die vorwiegend in Zelten übernachten. Nachdem wir uns frisch gemacht hatten und zu Abend gegessen hatten, gingen wir noch ein kleines Stückchen am Loch Lomond spazieren.

Es war wunderschön. Wir konnten die Sonne hinter den Bergen verschwinden sehen und es war unglaublich still dort. Auf dem Kiesstrand kann man wahrscheinlich den gesamten See umrunden. Wir kehrten aber nach ca. einer Stunde um und gingen zu unserem Zelt zurück. Es war schon spät und sollte bald dunkel werden.

© Lena H., 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Im Mai 2005 habe ich eine Rundreise mit einem Mietwagen und einem Zelt im Gepäck durch Schottland gemacht. Sind im Osten gestartet und durch den Norden in den Westen gereist. Vorbei an Wäldern, Seen, Hügeln, braunem Land, grauem Land, beigen Land und grünem Land...aber es war traumhaft und unvergesslich!!!!
Details:
Aufbruch: 03.05.2005
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 17.05.2005
Reiseziele: Großbritannien
Der Autor
 
Lena H. berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
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