Generalprobe in Down Under

Reisezeit: Dezember 2012  |  von Gernot u. Kathi

Fraser Island

It´s amaaaaaaaaaaaaaaazing

Am 19.12. war es endlich soweit: wir treffen uns mit Tim und Kelly am Rainbow Beach, um mit ihnen ein paar Tage auf Fraser Island zu verbringen. Was würde uns wohl erwarten? Also gleichmal vorweg würden wir es so formulieren: WE SURVIVED FRASER ISLAND!

Die Überlebenden. Von links: David (Vielfresser), Anja (Frau von David und aus Polen), Tatz, wieder ein Tatz, Kelly (Prinzessin und Frau von Tim) und last but not least, Tim (der relaxeste und netteste Kerl ever). PS: Meine Wampe ist nich so groß wie auf dem Bild.

Die Überlebenden. Von links: David (Vielfresser), Anja (Frau von David und aus Polen), Tatz, wieder ein Tatz, Kelly (Prinzessin und Frau von Tim) und last but not least, Tim (der relaxeste und netteste Kerl ever). PS: Meine Wampe ist nich so groß wie auf dem Bild.

Die Wiedersehensfreude war natürlich groß; endlich wiedermal bekannte Gesichter zu treffen ist schon nett . Neben einem riiiiiieeeeesen Auto war noch ein riiiiiieeeeesen Anhänger mit dabei. Australier sind wahre Camping-Weltmeister, wie sich noch herausstellen sollte. Aber eins nach dem anderen...!

Neben Tim und Kelly kamen auch noch sein Cousin David (ich habe noch nie in meinem Leben einen Menschen so viel essen sehen) und dessen Frau Anja aus Polen. Wie lustig ist das denn? In Europa hätten wir uns nie getroffen. Die beiden waren echt lustig und wir sechs hatten eine super Zeit.

Aber jetzt zu den Fakten.
Wir ließen den Camper am Parkplatz zurück und fuhren mit Tim und Kelly weiter. Man bewegt sich auf Fraser ausschließlich auf sandigem Untergrund und damit das nicht in die Hosen geht (Steckenbleiben ist uncool), lässt man Luft aus den Reifen, damit diese breiter werden und somit mehr Fläche haben (auf Fraser selbst kommt man nur per Boot oder Fähre).
Währenddessen wir die Luft ausließen konnten wir beobachten, wie die ersten im Sand stecken bleiben. Ein bisschen mulmig war mir (Kathi) schon, denn beim Anblick der "Sandstraßen" konnte ich mir nicht vorstellen, NICHT irgendwo steckenzubleiben.
Runter von der Fähre gings mal einige Kilometer den Strand entlang, bis wir einen geeigneten Platz zum Campen gefunden haben. Dort angekommen (in sengender Hitze) wurden erst mal der Hänger abgeladen und das Zelt aufgebaut.
Leute, sowas habt ihr noch nicht gesehen...am Hänger war ein riesiges Zelt, das einfach auszuklappen war und ungefähr so groß war wie unsere Wohnung und im Inneren des Hängers war sämtliches Zeugs verstaut, angefangen von Campingstühlen, Tischen, BBQ, Unmengen an Essen und Trinken, einfach Wahnsinn. Tim braut übrigens sein eigenes Bier und auch Scotch und so Zeug macht er selber. Man muss wissen, dass Bier & Co in Australien schweineteuer sind. Gernot hat sich ein bisschen vorm Selfmade-Bier gefürchtet, aber es war echt das beste Bier, was wir in Australien getrunken haben. Wir waren uns nicht ganz sicher, wer oder was mit diesen Nahrungsmittelmengen hätte gefüttert werden sollen, den für uns 4 bzw. 6 war es definitiv viel zu viel. Gut, das Bier hat grad und grad gereicht .

Autoanhänger mit Zelt -- was wir übrigens ziemlich genial finden.

Autoanhänger mit Zelt -- was wir übrigens ziemlich genial finden.

Das Zelt am Anhänger, neben das Versorgungszelt, welches die Dingos gestürmt haben und noch weiter links (hier nicht zu sehen das dritte Zelt).

Das Zelt am Anhänger, neben das Versorgungszelt, welches die Dingos gestürmt haben und noch weiter links (hier nicht zu sehen das dritte Zelt).

Nachdem wir alles aufgebaut und Lunch zu uns genommen haben, gings zu einem Fluss, in dem wir uns erstmal abkühlten. Zu Fuß gings flussaufwärts, um sich anschließend mit der Strömung wieder gen Strand treiben zu lassen. Glasklares kühles Wasser zwischen Mangroven, Palmen und kleinen Fischen, das war schon cool.

Tim ist ja begeisterter Fischer und wir versuchten am ersten Abend unser Glück. Wir brauchten noch Köder und suchten am Strand nach Pipis (kleine Muscheln, die im Sand wohnen). Dies wurde zu Gernots Lieblingsbeschäftigung haha. Ich (Kathi) wollte fischen unbedingt mal ausprobieren und fing gleich 5 davon. Mahlzeit . An einem See zu sitzen und zu warten was passiert, stell ich mir ziemlich langweilig vor. Aber wir standen knietief im Meer am superschönen Sandstrand, die Wellen schlugen einem entgegen und man musste sich echt konzentrieren und genau "hinfühlen", ob da jetzt einer angebissen hat oder nicht.

Alle beim Pipis suchen. Schaut komisch aus, ist es auch gg!

Alle beim Pipis suchen. Schaut komisch aus, ist es auch gg!

Unsere ersten Dingos, quasi Dingo-Frühstück gg.

Unsere ersten Dingos, quasi Dingo-Frühstück gg.

Der Supervisor und der Azubi . Der Tatz macht sich aber gut.

Der Supervisor und der Azubi . Der Tatz macht sich aber gut.

Die Ausbeute --> es war so lecker.

Die Ausbeute --> es war so lecker.

Nach ausreichend BBQ, Bier und Scotch mit Cola gings dann ab ins Bett. Die Sonne, der Wind und das Bier machen ganz schön müde. Am 2. Tag gings auf zum Lake Mc Kenzie. Ein riesen See mitten in der vermeintlich trockenen Landschaft. Tatsächlich ist es aber so, dass es sehr viele Quellen auf Fraser gibt. Wenn man den Strand entlangfährt, sieht man alle paar Meter richtige Bäche, wo Wasser aus dem Inselinneren ins Meer fließen. Also nix mit trocken und dürr. Wir waren früh genug dran und konnten den See fast für uns alleine in Anspruch nehmen. Die Touris ließen aber nicht lange auf sich warten und wir fuhren weiter. Am Strand zu fahren ist schon super, aber die Tracks im Inselinneren sind echt cool. Tiefe Löcher, steile An- und Abstiege fordern die Autos ganz schön.
Wir hatten noch weitere Anlaufpunkte, jedoch schreiben wir hier nur über die richtig guten Sachen, da es sonst eine endlose Schreiberei bzw. Leserei wird. Wer mehr wissen will, kann uns gerne schreiben oder eben zu Hause fragen!
Ständige Begleiter hier auf der Insel sind "Horse Flies", bei uns Bremsen genannt mit dem Unterschied, dass die Dinger braun sind und laut Kathi -- man glaube ihr kein Wort -- größer sind. Sie sind es nicht. Egal auf jeden Fall sind die Dinger richtig hart im Nehmen. Du ziehst dem Monster eines über den Schädl, dass es mir nur beim hinsehen brummt, aber die fliegen weiter, ich schwöre. Und wenn sie nicht gleich weiter fliegen, liegen sie für 5 Minuten bewusstlos am Boden, drehen sich um und fliegen dann weiter - echt scary. Aber jetzt kommt das Beste überhaupt: Tim nahm eine Fliege, drückte sie für 10 Minuten unter Wasser, die war mit Sicherheit tot.
Er legte sie auf den Tisch begrub sie unter Salz und weitere 10 Minuten später flog sie davon - ich hab sie dann trotzdem erschlagen! Neben den Fliegen waren auch die Dingos immer allgegenwärtig. Wir dachten es sei Glück welche zu sehen, aber die Dinger standen zu fünft in der Nacht vor unserem Zelt und rissen 2 Löcher in unser Versorgungszelt, wo wir die Lebensmittel untergebracht hatten. Morgens, wenn wir aufstanden, lagen sie rund um unsere Zelte und schauten uns an, liefen aber davon, wenn man ihnen zu nahe kam. Dennoch würde ich vor allem mit kleinen Kindern sehr vorsichtig sein, wenn die süßen verspielten Hundchen in der Nähe sind.
Spannend war das nächtliche Pipi-machen. Dazu muss man wissen, Camping auf Fraser bedeutet keine Dusche und kein Klo (zumindest nicht in der Nähe des Zeltes). Wir haben uns also ein Stückchen hinterm Zelt ein Loch gebuddelt und da wurde reingepieselt und so . Tim hat aus einer Getränkekiste ein Klo gebastelt (Bush Crapper), damit die Mädls wenigstens ein bisschen Komfort hatten. Auf jeden Fall wars ganz schön unheimlich im Dunkeln sein Geschäft zu verrichten, nicht zu wissen, ob dir nicht jeden Moment ein Dingo in den Popo beisst.

Abkühlen im Lake Mc Kenzie. Einfach Fun, bevor hunderte von Touris kamen.

Abkühlen im Lake Mc Kenzie. Einfach Fun, bevor hunderte von Touris kamen.

Dingos überall rund um unsere Zelte. Lieb anzusehen aber nicht zu Spaßen mit den Burschen.

Dingos überall rund um unsere Zelte. Lieb anzusehen aber nicht zu Spaßen mit den Burschen.

Die wahnsinnigen Fliegen. Sie waren überall und echt lustig was die Viecher alles aushalten haha.

Die wahnsinnigen Fliegen. Sie waren überall und echt lustig was die Viecher alles aushalten haha.

Tim am Klo auch Bush Crapper genannt, ich persönlich denke ja, dass das dafür verantwortlich war, dass so viele Fliegen fliegen haha.

Tim am Klo auch Bush Crapper genannt, ich persönlich denke ja, dass das dafür verantwortlich war, dass so viele Fliegen fliegen haha.

Jetzt aber weiter. Am dritten Tag fuhren wir zu den Champagner Pools und es war echt super dort, aber als die Touris auftauchten - wieder Scharenweise - fuhren wir erneut weiter zum "Garawanga"-See. Wir nannten ihn auch den "Earl Grey Lake". Das kam wie folgt. Wir aßen unseren Lunch und wollten uns dann im See abkühlen. Dort war keine Menschenseele und im Nachhinein wissen wir auch warum. Der See ist total schwarz/braun/gelb und das kommt daher, dass die Blätter von den umliegenden Eukalyptusbäumen fallen, sich am Boden ablegen und dem See die Farbe von Schwarzen Tee verleihen und eben auch wie Tee riecht. Der Boden ist richtig ekelig, weil in Wirklichkeit sah er so aus, als ob hunderte vor uns ins Wasser gepinkelt hätten, aber was solls, wenn es schön macht gg. Abkühlung wars übrigens keine ....... da er auch so warm wie Tee war.

So jetzt aber zurück zum Wesentlichen. Nachdem der ersten beiden Abende ziemlich ausgelassen waren (wir hatten lustige Bilder von David gemacht - er ist eingeschlafen haha selber schuld), waren an dem Abend alle ziemlich müde und verschwanden gleich nach dem Abendessen im Zelt. In dieser Nacht haben die Dingos das Versorgungszelt dann komplett zerfetzt und auch an unserem Zelt geknabbert, aber da hatten sie keine Chance. Es begann dann auch zu schütten (ja das gibt es auch hier) und der Regen verwüstete dann das restliche, was die Dingos heil ließen. Sie verschwanden, um uns am nächsten Morgen wieder zu begrüßen gg.

Das zerfetzte Zelt, wenn man genau schaut sieht man das zweite Loch im Hintergrund. Tim und ich stellten die These auf, dass die Dingos 2 Löcher gemacht haben damit sie beim abfangen spielen durchlaufen können ! David fand es nicht so lustig  da es sich wahrscheinlich um sein Zelt gehandelt hat gg.
Gleich dahinter war unser Zelt wo sie es ebenfalls versucht haben --> ohne Erfolg gg.

Das zerfetzte Zelt, wenn man genau schaut sieht man das zweite Loch im Hintergrund. Tim und ich stellten die These auf, dass die Dingos 2 Löcher gemacht haben damit sie beim abfangen spielen durchlaufen können ! David fand es nicht so lustig da es sich wahrscheinlich um sein Zelt gehandelt hat gg.
Gleich dahinter war unser Zelt wo sie es ebenfalls versucht haben --> ohne Erfolg gg.

Champagner Pools --> die heißen deshalb so weil das Meer hereinschwabbt und es sprudelt wie Champagner.

Champagner Pools --> die heißen deshalb so weil das Meer hereinschwabbt und es sprudelt wie Champagner.

Das berühmte Schiff, dessen Name mir gerade nicht einfallen will grml. Naja auf jeden Fall waren wir dort und haben auch den ersten Cache auf Fraser gefunden.

Das berühmte Schiff, dessen Name mir gerade nicht einfallen will grml. Naja auf jeden Fall waren wir dort und haben auch den ersten Cache auf Fraser gefunden.

Ja danach gibt es nicht mehr viel zu sagen. Nach dem Aufstehen packten wir zusammen, aßen nebenbei unser Frühstück, verabschiedeten uns von Anja und David (die Weihnachten auf Fraser verbringen) und fuhren zurück. Als wir am Festland ankamen, waren wir froh, dass unser Camper noch da war gg. Und dann geschah es. Die Straftat des Tages.

Manche Caravan Parks sicheren ihre sanitären Einrichtungen durch Zahlencodes. Bevor wir nach Fraser fuhren, übernachteten wir jedoch eine Nacht in Rainbow Beach und wir wussten den Code noch . Nach 4 Tagen ohne Klo und Dusche, war die Sehnsucht nach Wasser und Seife groß, also schlichen wir uns ein und gönnten uns eine Dusche ohne zu zahlen. Jaja so schnell gerät man( n) auf die schiefe(r) Bahn haha - sorry kleiner Insider.

Danach fuhren wir in einem durch Richtung Brisbane wo uns Tim und Kelly schon erwarteten. Zuvor waren wir in der Stadt Geschenke für die Kinder zu kaufen. Ja und heute haben wir den 23.12.2012 und morgen ist Weihnachten. Weihnachtslieder werden rauf und runter gespielt, Parties gefeiert, die Menschen wünschen sich frohe Weihnachten, bei über 30 Grad Celsius und irgendwie kommt bei uns einfach keine Weihnachtsstimmung auf. So aber jetzt verbringen wir erst mal Weihnachten bei den Frosts und dann werden wir uns auf den Weg Richtung Süden machen um die letzte Woche ausklingen zu lassen.

Wir wünschen heute schon allen unseren lieben Verwandten und Freunden, sowie Lesern (falls es sie gibt) frohe Weihnachten.
So long Kathi und Gernot

Wir wünschen heute schon allen unseren lieben Verwandten und Freunden, sowie Lesern (falls es sie gibt) frohe Weihnachten.

So long Kathi und Gernot

© Gernot u. Kathi, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Da wir für das nächste Jahr eine etwas ausgedehntere Reise geplant haben und wir uns nach und nach mit den nötigen Dingen ausstatten, haben wir für heuer eine Generalprobe geplant. Somit bereisen wir heuer im Dezember die Ostküste Australiens von Cairns bis Brisbane und verbringen die Weihnachten bei unseren Freunden.
Details:
Aufbruch: 04.12.2012
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 31.12.2012
Reiseziele: Australien
Singapur
Der Autor
 
Gernot u. Kathi berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.