Neuseeland 2013

Neuseeland-Reisebericht  |  Reisezeit: Januar / Februar 2013  |  von Michael Radike

Nordinsel: Mi, 23.01.

Mi 23.1.

Um 10.00 startete die BLACK ABYSS Tour der "Legendary Blackwater Rafting Company" in Waitomo. Dieses Abenteuer war unsere erste Buchung in Wien für Neuseeland. Und was für ein Abeteuer das war!!! Die für 5 Stunden angekündigte Tour startete mit dem Ausfassen der Ausrüstung: Neoprenanzug, Füßlinge, Stiefel, Helm mit Stirnlampe und Klettergeschirr mit allerlei Anhängsel. Mit einem Bus, weiteren 6 AbenteurerInnen sowie 2 Guides und 2 Helferleins ging es ca. 10 min in den Wald bis zum Start der Tour. Bevor es so richtig losging mussten wir noch eine fachkundige und doch lustige Einweisung in unser Equipment absolvieren. Außer einer Plattform und einem Loch, in das ein Seil hing, war nichts zu entdecken. Nacheinander durften/mussten sich alle abseilen (was auf englsich/neuseeländisch auch wirklich "abseiling"heisst), und zwar freihängend und ins Dunkle des Berginneren hinein! Erst nach 35m erreichten wir sicher den Boden einer großen Höhle, der Ruakuri Cave. Diese Höhle durchquerten wir (ausgeleuchtet nur durch 10 Stirnlämpchen), bis wir am Ende mit unserem Klettergeschirr an einem Seil festgemacht wurden. Dann hieß es plötzlich "Licht aus!!" und "Springen!!". Dies war eine echte Herausforderung, weil es stockdunkel war und wir keine Ahnung hatten, was genau passieren würde. Es war ein "Flying Fox", der uns quer durch eine weitere große Höhle tiefer ins Berginnere schweben ließ. Danach mussten wir unser Klettergeschirr ablegen und dachten, damit wäre das "Ärgste" geschafft - weit gefehlt!! Es folgte ein Marsch durch die Felsgänge in einem unterirdischen Bachbett, dessen Name bezeichnenderweise "The drunken section" heißt (man geht nämlich wie besoffen!). Aufpassen hieß es bei den unzähligen Stalagtiten, Stalamiten und Fels-Korallen, die die Felsöffnungen manchmal recht schmal werden ließen. Nach gefühlten einigen Kilometern (die wohl eher einige zig Meter gehen waren) durften wir erstmals eine Pause einlegen. Zur Verarbeitung der großen Adrenalin-Menge und wegen der recht erfrischenden Temperaturen des Wassers (12 Grad) gab es Kakao und einen Kuchen. Mitten im Berg hatten wir auch noch nie eine Jause! Dann ging es erst so richtig los: mit einem Gummireifen, der am Hintern festzuhalten war, ging es abwärts in die Finsternis, und zwar mit einem Schritt/Sprung aus etwa 4m Höhe in einen kleinen See. Bravourös erledigten wir alle diese Mutprobe. Damit konnten wir uns erstmals von den Qualitäten unseres Wet Suits überzeugen. In den reifen paddelten wir in unseren Reifen sitzend stromaufwärts bis in eine weitere große Höhle, in der es dann wieder "Licht aus!!" hieß. Auf einmal wurde die Höhle von unzähligen "glow worms" erleuchtet. Diese sind Larven von Höhlenfliegen, die nur in Höhlen mit Wasser leben. Das Leuchten wird durch die Verdauungsprodukte verursacht, die auf Grund von Bioluminiszenz in grün/blauer Farbe schimmern. In der Fachsprache nennt man hier diesen Effekt den "Shiny Shit". Einfach genial!! Stromabwärts ging es dann zusammengehängt hintereinander - ohne Licht, und plötzlich sahen wir nahezu überall die glow worms an den Wänden und Decken entlang des Flusses. Später mussten wir dann die Reifen wieder abgeben, und zwar im brusttiefen Wasser (Temperatur siehe oben im Text!). Ab dann ging es zu Fuss weiter im Fluß, zuerst noch gehend, dann schwimmend, dann wieder gehend, schlussendlich kriechend bis zu einer Felskante. Diese war am Bauch liegend mit dem Kopf voran zu überwinden, es ging dann auf einer Rutsche ziemlich schnell abwärts. Weiter ging es dann wieder zu Fuss im Fluß. Die Wassertiefe schwankte abrupt und unangekündigt zwischen 10cm und 150cm . Unsere akustischen Begleittöne schwankten daher ebenso in Tonhöhe und Laustärke . Die nächste Herausforderung nannte sich der "Wiedergeburtskanal", ein etwa 50x 50 cm großer Felsenkanal zwischen zwei Höhlen, der bauchlings zu durchraupeln war und wieder in einem See (inkl Tauchgang) endete. Nach dieser Aufregung wurden wir nochmals gestärkt mit heißem Tee und Schoki, und wir dachten wiederum, das "Ärgste" sei geschafft - und wieder: weit gefehlt!! Wir setzten unsere Höhlenmarsch im Fluss fort, durchquerten im Felslabyrinth Wasserbecken mit lebendigen Aalen und arbeiteten uns stehend, knieend und liegend im Wasser vorwärts bis zur wirklich letzten Aufgabe, dem Ausstieg aus dem Höhlensystem. Auf einmal ging es bergauf, und zwar durch zwei aufeinanderfolgende Wasserfälle J, die wir hochklettern mussten. Dies war eine Herausforderung für Physis und Psyche, die wir dank der äußerst professionellen Unterstützung unserer Guides dennoch ohne Schaden meisterten. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück zur Basis, wo eine heiße Dusche, eine heiße Suppe sowie getoastete Bagles auf uns warteten. Dies war ein ganz sicher großartiges Erlebnis für uns mit viel Spaß und Adrenalin, was auf den Fotos auch entsprechend dokumentiert ist.

Wiederhergestellt machten wir uns am Nachmittag auf den Weg zurück nach Auckland, da morgen vormittags der Flug auf die Südinsel nach Christchurch am Plan steht. Dazu checkten wir im Kiwi Airport Motel nahe dem Flughafen und der Mietwagen-Station ein.

Trockentraining und Einweisung in die Ausrüstung, noch bei Tageslicht.

Trockentraining und Einweisung in die Ausrüstung, noch bei Tageslicht.

Einstieg in die Höhle, es geht am Seil senkrecht in die Erde

Einstieg in die Höhle, es geht am Seil senkrecht in die Erde

DER Sprung mit dem Reifen 4m in die Tiefe ins Black Water

DER Sprung mit dem Reifen 4m in die Tiefe ins Black Water

Das Team nach der Stärkung mit Kakao und Keksen.

Das Team nach der Stärkung mit Kakao und Keksen.

Auf der Rutsche bauchlings hinunter

Auf der Rutsche bauchlings hinunter

Achtung!! Ich komme!

Achtung!! Ich komme!

Wiedergeburtskanal fast überwunden - ich kann das Ende schon sehen

Wiedergeburtskanal fast überwunden - ich kann das Ende schon sehen

Wiedergeburt  HURRA! Es ist ein Junge!!!

Wiedergeburt HURRA! Es ist ein Junge!!!

Aufstieg, kletternd durch den 1. Wasserfall

Aufstieg, kletternd durch den 1. Wasserfall

Aufstieg, kletternd durch den 2. Wasserfall

Aufstieg, kletternd durch den 2. Wasserfall

Aufstieg aus der Höhle senkrecht nach oben, beide Wasserfälle erfolgreich überwunden

Aufstieg aus der Höhle senkrecht nach oben, beide Wasserfälle erfolgreich überwunden

Geschafft!! - wir zwei beim Verlassen der Höhle, wieder zurück im Tageslicht - noch voller Adrenalin und überglücklich

Geschafft!! - wir zwei beim Verlassen der Höhle, wieder zurück im Tageslicht - noch voller Adrenalin und überglücklich

© Michael Radike, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wien - Bangkok - Neuseeland - Bangkok - Phuket - Bangkok - Wien ================================ Tagebucheinträge sind chronologisch aufsteigend geordnet, das heisst, der letzte Eintrag steht OBEN!! ================================
Details:
Aufbruch: 08.01.2013
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 14.02.2013
Reiseziele: Neuseeland
Thailand
Der Autor
 
Michael Radike berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.