11 Wochen Mittelamerika (Panama, Costa Rica, Guatemala, Mexico und Cuba)

Panama-Reisebericht  |  Reisezeit: November 2018 - Februar 2019  |  von Eike Jahn

Oh wie schön ist Panama: Besteigung des Vulcan Baru 3450Meter

Tag 8: Nachtwanderung zum Vulkan Baru

Um 00:00Uhr klingelt der Wecker, ich habe noch 2,5 Stunden geschlafen. Um 01:00Uhr sind wir am Startpunkt des Volcan Baru Nationalparks. Wir sind aufgeregt was uns erwartet, so eine Nachtwanderung durch verschiedene Klimazonen im Hochland von Panama macht man nicht jede Woche, aber vor allem die Leistung die erbracht werden soll macht uns verhalten. 1800Höhenmeter, 13km Strecke, 3450 Meter Höhe insgesamt und genau 5,20 Stunden Zeit da hochzukommen um pünktlich um 06:20 am Kraterrand den Sonnenaufgang zu huldigen und den Blick gleichzeitig zum Pazifik wie auch zur Karibik als Belohnung einzustreichen (der Vulkan liegt nämlich genau in der Mitte des Landes und es sind nur ca. 50km zwischen den Küsten).
Mit von der Partie sind noch die zwei Jungs aus Colorado (nein nicht von HARIBO), die ich vom Tag davor noch eingeladen habe mitzukommen. Wir laufen los und von Minute eins an geht es stetig nur Bergauf, eben genau so wie man sich einen Weg auf einen Vulkan vorstellt und wie so ein Vulkan aussieht weiß ja jeder. Nach 2 Stunden machen wir den ersten Stopp und Essen ein bisschen, wir haben schon eine Gruppe eingeholt, die um 00:20Uhr losgelaufen sind und somit 40 Minuten reingelaufen haben. Wir stellen fest, dass wir viel zu schnell sind… das hätte ich auch ohne Uhr anhand meiner komplett durchgeschwitzten Shirts sagen können, dass wir zu schnell sind, aber was macht man nicht alles wenn man mit jungen Männern unterwegs ist. Obwohl, Hubert ist 55, also älter als ich, aber das was ich an Schweiß vergossen habe, hab ich bei Hubert beim stetig lauten Schnaufen gehört, wie eine Dampflock hat er sich den Berg hochgequält. Es ist kälter geworden auf dem Weg und noch während der Pause ziehe ich meine Daunenjacke an (die habe ich nämlich genau aus diesem Grund mit in die Tropen geschleppt). Nach nur 1km setzt zusätzlich der Wind stärker ein und ich packe noch den Windbreaker oben drauf, jetzt habe ich alles was ich an Kleidung dabei habe an, hoffe es wird nicht noch kälter, denn wir haben noch ein paar Kilometer.

Kommen wir nochmal zurück auf die Form eines Vulkans, ja der wird zur Spitze hin immer steiler, genau so ist das und genauso verfluche ich gerade die Steigung, in der ich mich befinde, wir sind super in der Zeit und es sind nur noch verflixte 2km zu gehen. Ich bin echt fertig, wir sind schon auf über 3100 Meter und die Luft ist merkbar dünner, ich setzte einen Fuß vor den anderen, wie ein Uhrwerk, doch bei mir dauert die Sekunde dreimal so lang, ich gehe wie in Zeitlupe und habe diesen bescheuerten Gedanken im Kopf von der Mondlandung “Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer für die Menschheit“ mei ist das dämlich. Auf einmal höre ich Motorengeräusche… ist das die Landungsfähre der Apollo 9? Nein, es sind reiche Amerikaner, die sich mit riesen 4Weeldrives für 130 Dollar den Berg zum Sonnenaufgang hochbrettern lassen…krass. Das Leben ist verrückt in so einem Moment. Aber egal, auch ich schaffe noch die letzten Meter und komme um 05:40 Uhr auf dem Gipfel an, bin für 2 Minuten stolz wie Oskar und habe dann realisiert, dass ich jetzt noch genau 40 Minuten bei 5° Celsius und Wind auf diese doofe Sonne warten muss, mir schlottern ja jetzt schon die Knie bei der Kälte hier oben.

Boquete bei Moonlight

Boquete bei Moonlight

Alle paar Kilometer kommt ein Hinweisschild am Weg, welches angibt was man an Kilometern noch vor sich und hinter sich an.

Alle paar Kilometer kommt ein Hinweisschild am Weg, welches angibt was man an Kilometern noch vor sich und hinter sich an.

Ja, endlich geschafft.

Ja, endlich geschafft.

War echt kalt!

War echt kalt!

Das kleine Gipfelchen hatten wir uns gespart.

Das kleine Gipfelchen hatten wir uns gespart.

Anscheinend haben sich die Wolken auch gedacht, dass sie uns hier oben mal besuchen kommen und es schiebt sich immer weiter ein Wolkenteppich auf uns zu, meno, den ganzen Weg hatten wir einen phantastischen Sternenhimmel und hätten fast ohne Stirnlampen laufen können, so stark schien der Mond und jetzt sowas. Aber egal es ist trotzdem ein super Moment wie die Sonne über den Wolken aufgeht und wir einen Blick zum Pazifik zum Lohn bekommen (auf der anderen Seite sind ja die doofen Wolken).

Nach 15 Minuten Sonnenspektakel treibt uns die Kälte wieder runter vom Vulkanrand, beim Losgehen sehen wir noch einen Nasenbären, wie er sich versucht einen Rucksack von anderen Wanderern zu klauen, ganz schön kess. Aber auch trottelig einfach seinen Rucksack irgendwo am Gipfel abzulegen und dann noch ein paar Meter weiter Bilder zu machen. Wir haben ihn natürlich mit Steinwürfen und verscheuchen vertrieben und machten uns auf den Rückweg.
Ich trenne mich von meiner Gruppe, da mein Tempo beim Bergab gehen schneller ist. Ich laufe alleine und bin super beschwingt, der Weg, natürlich jetzt in der traumhaften morgendlichen Sonne ist super schön, die Vögel geben alles, überall Blüten im umgebenen Wald und Dschungel und der Abstieg verläuft irgendwie wie im Flug. Nach nur 2,15 Stunden erreiche ich unser Auto am Startpunkt. Erstaunlich ist, dass ich noch nicht mal so sonderlich erschöpft bin. Ich klappe aber trotzdem meinen Sitz nach hinten und schlafe sofort ein, 40minuten später wecken mich die Anderen und auf geht’s zurück ins Hostel.
Es war eine super Erfahrung diesen Vulkan zu besteigen und trotz der Kälte und Anstrengung zählt er zu einer meiner Highlights auf meinen bisherigen langen Reisen in fernen Ländern.

Und ab geht es der Sonne entgegen und bergab.

Und ab geht es der Sonne entgegen und bergab.

Endlich unten angekommen, etwas über 8h und ganz schön platt!

Endlich unten angekommen, etwas über 8h und ganz schön platt!

Wie wir im Hostel angekommen sind packe ich in Windeseile meine Sachen, springe in die Dusche und checke um 12:00 Uhr aus, denn jetzt geht es in den 65km entfernten Meeres-Nationalpark Golf von Chiriqui auf die “Isla Boca Brava“. Ich gehe aus dem Hostel raus stelle mich an die Straße und warte auf den Bus, zum Spaß halte ich bei den vorbeikommenden Autos den Daumen raus und wer bleibt stehen?! Holly, eine amerikanische Rentnerin mit Schirmstirnband einem SUV der nach Hund riecht und komplett mit Decken ausgelegt ist und mich mit einem freundlichen Lächeln begrüßt und ruft: “Jump In Honney“. Ich jump in und schon sind wir unterwegs nach David zum Busterminal. Wir sind uns sofort symphytisch, hassen beide TRUMP, sie war schon in Köln und kommt aus Hawaii (Kona). Sie interessiert sich sehr für meine Reisen, wir quatschen über ihre Ehe, sie notiert sich meine Email und mit der Einladung sie unbedingt in Hawaii zu besuchen, wirft sie mich am Supermarkt in der Stadt David raus. Echt coole Frau!
Schnell war ich am Bus-Terminal und 30 Minuten später geht die Weiterreise nach Boca Chica weiter, dort steige ich in ein Wassertaxi für 3$ und bin um 15:00 Uhr im Eco Hotel Boca Brava & Restaurant bei Brad, der natürlich auch Amerikaner ist, aber so in meinem Alter �, angekommen.

Das Colectivo (Sammelbus) von der Ecke Panamerica nach Boca Chica.

Das Colectivo (Sammelbus) von der Ecke Panamerica nach Boca Chica.

Meine erste private Unterkunft... hab einfach mal ein bisschen Ruhe gebraucht.

Meine erste private Unterkunft... hab einfach mal ein bisschen Ruhe gebraucht.

Das Zimmer ist günstig und sauber hat aber seine besten Jahre hinter sich. Es ist trotzdem ein gutes Hotel, da die Lage, das Essen und das Personal super sind. Am Rest des Tages kann ich nicht mehr, als auf der Terrasse zu entspannen und mit meiner Müdigkeit bis 18:00Uhr das Abendessen kommt zu ringen, danach falle ich um 21:00Uhr in einen 10 Stündigen Schlaf.

Eco Resort Boca Brava, sehr schön!

Eco Resort Boca Brava, sehr schön!

© Eike Jahn, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Backpacker-reise von Panama > Costa Rica > Mexiko > Guatemala > Cuba und wieder zurück nach Deutschland.
Details:
Aufbruch: 23.11.2018
Dauer: 12 Wochen
Heimkehr: 16.02.2019
Reiseziele: Panama
Costa Rica
Mexiko
Guatemala
Kuba
Der Autor
 
Eike Jahn berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.
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