Korsika - die immerwährende Berge-und-Meer-Faszination

Deutschland-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Birgit H.

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last-minute Einkauf

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Auch wenn nicht viel Vorlauf zu dieser Reise ist, reicht es doch, um noch so einige Unsicherheiten bei mir auf den Plan zu rufen.

Batterie im Auto:
ich habe inzwischen hinten im Kofferraumbereich eine Zusatzsteckdose für USB und 12 V. Es gibt jedoch keine Warnung, wenn die Nutzung grenzwertig für die Autobatterie wird. Ich bin Frau, ich kann tanken und finde den Öffner für die Motorhaube. Viel mehr technisches Kfz-Verständnis habe ich leider nicht. Ein Bekannter zeigt mir sein Batterie-Starthilfe-Set und ich stelle mit Freude fest, das kann "frau" begreifen. Da diese Dinger sogar noch die Zusatzfunktion eines Ladegerätes haben, mache ich noch einen Amazon-Schnellkauf: YABER Starthilfe Powerbank für 80 €.

Höhe des Fahrzeuges inkl. Dachbox:
Ich habe zwar bereits mit einem Bekannten mein Auto vermessen (musste ja wissen, ob es niedriger als 190 cm ist für den Kauf des Fährentickets), habe mich jedoch sehr verunsichern lassen. Mir wurde gesagt, niemals sei mein Auto inkl. Dachbox niedriger als 190 cm ...Außerdem sehe ich immer wieder mal Fotos (meist von WoMos), die irgendwo durchfahren, wo die Höhe nicht passt und damit ihre Aufbauten dezimieren...

Nach zwei Nächten mit Alpträumen, dass ich in niedrigen Tiefgaragen ein Cabrio aus meinem Kombi mache, beginne ich meinen Tag heute in der Tiefgarage, bewaffnet mit Zollstock und Zentimetermaß, und lege eine sportliche Frühgymnastik mit balancieren auf einem klapprigen Campingstuhl hin.

Messergebnisse:
204 cm vom Boden bis zum Deckenbeton,
20 cm vom Deckenbeton zur höchsten Stelle der Dachbox,

Dies ergibt nach sorgfältigen Berechnungen:

184 cm Höhe Pkw-inkl. Dachbox

Diese Höhe wird sich voraussichtlich noch verringern, wenn noch ein paar kg zugeladen werden (ich selbst war beim Messvorgang ja auch nicht an Bord )

Es wird knapp, ich werde schwitzen, aber es sind definitiv KEINE 190 cm und ich hoffe, dass ich die nächsten Nächte angenehmere Träume habe.

Enge Bergstraßen
Ich entdecke eine facebook-Campergruppe und melde mich da an. U. a. kommen immer wieder die Hinweise, dass die Bergstraßen an der Westküste es in sich haben: schmal (stellenweise passen keine zwei Fahrzeuge aneinander vorbei), eine Seite Abgrund, eine Seite Felswand. Noch rede ich es mir "schön", da ich ja kein Wohnmobil besitze.

Bis ich folgenden Auszug eines Reiseberichtes lese:
"Die serpentinenreiche Hinfahrt, die sich auch noch ewig hinzog, war schon völlig irre und war, zumindest für mich, schlimmer als eine Achterbahnfahrt ohne anschnallen. Ben manövrierte unseren kleinen roten Fiat 500 durch die enge, kurvige Straße. Links der Abgrund. Rechts, riesige Felsen die aussahen wie lose Zähne. Ben schaute überall hin, nur nicht auf die Straße: „Schau doch mal! Wie unglaublich das alles aussieht!“ – Nein! Wenigstens einer von uns musste doch auf die Straße schauen! Als Beifahrer fühlte ich mich verpflichtet im Falle eines Unfalls wenigstens vorher kurz zu „AAAAACHTUNG!“ schreien . .."
(Quelle: https://ronnyrakete.de/wandern-korsika-lac-de-melo/)

Aha, kein WoMo, sondern ein kleiner Fiat?
Aha, einer muss ja wohl auf die Straße schauen? Ich bin eh nur "EINER"
will aber auch etwas sehen

In dezenter Panik suche ich das Datum des Berichtes: 2018. Somit ist auch die letzte Hoffnung, dass die Straßen inzwischen ausgebaut worden hätten sein können, gestorben.

Und ab jetzt lese ich keine Reiseberichte mehr, sondern werde demnächst meine Erfahrungen hier niederschreiben.

© Birgit H., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Korsika fasziniert durch die Vielfalt der Natur: Sandstrände, Steilküsten, Gebirge, Flüsschen mit Gumpen, kleine Fischerorte, kleine Bergdörfer. Mit Kombi und Dachzelt möchte ich schöne Orte der Insel genießen und werde auf einer Rundtour immer dort halten, wo es sich gerade wohltuend anfühlt.
Details:
Aufbruch: 12.08.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 08.09.2019
Reiseziele: Frankreich
Deutschland
Österreich
Italien
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/10):
Bernhard 1567916847000
Danke Birgit, dass du mich in die Liste deiner vir­tuel­len Beg­lei­ter auf­ge­nom­men hast. Es hat Spaß ge­macht, immer mal wieder Ein­blick zu haben in den Verlauf deiner Reise und die wun­der­schönen Fotos zu bet­rach­ten. Ich freue mich, dass du woh­lbe­hal­ten wieder an­ge­kom­men bist und dich viel­leicht bald mal wieder am Dolmar zu tref­fen.
Mariam 1566816079000
Liebe Bir­git­,

ich freue mich sehr, diese Reise von dir ver­fol­gen zu dürfen. Du hast dir da wir­klich ein schönes Fleck­chen Erde für deine Reise aus­ge­sucht, wie deine wun­der­schönen Auf­nah­men be­le­gen. Alle Achtung für deine fah­re­rischen Leis­tun­gen und auch dafür, dass du dich allein auf diesen Weg gemacht hast. Dein Rei­se­bericht ist sehr inte­res­sant und kur­zwei­lig und eine sehr schöne Mischung aus Bild und Text. Ich wünsche dir wei­ter­hin schöne Er­leb­nis­se, dass du die Her­aus­for­de­run­gen meis­terst und dass Gott, sofern er nicht mit Jakob Jakobi quatscht, ein Auge auf dich wirft
Antwort des Autors: Liebe Mariam, das Buch ist wirklich "göttlich", gleichermaßen lustig wie tiefsinnig - ich werde es dir mitbringen. Ansonsten sammel ich wirklich sehr viele schöne Eindrücke und wachse auch mit meinen kleinen Abenteuern, die ich bewältigen muss. Alles Liebe und bis bald.
Sabine R. 1566666037000
Seit deinem 1. Beitrag ver­fol­ge ich mit Be­geis­te­rung deinen Rei­se­ver­lauf. Die be­ein­drucken­den Fotos von vert­räum­ten Orten und der Natur mit den inten­si­ven Farben. Damit best­ätigst du was Na­pol­éon einst sagte: er erkennt die Ile de Beaute (Kor­si­ka) mit ver­bun­de­nen Augen am Duft der Mac­chia. Danke dir dafür.
Antwort des Autors: vielen Dank für die lieben Worte. Leider kann ich selber - seit einem Unfall - Gerüche nicht mehr so gut wahr nehmen. Aber wer die Macchia riechen will, sollte im Frühjahr hierher kommen. Leider ging es bei mir dieses Jahr nicht, aber ich habe vor, eine Korsika-Reise im Mai/Juni zu machen. Mit weniger Temperaturen, weniger Menschen und noch mehr blühender Natur. vlG