Korsika - die immerwährende Berge-und-Meer-Faszination

Frankreich-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Birgit H.

03.09.-04.09.: Ostküste - letzte Strand-Tage

die Wolken bleiben heute über den Bergen

die Wolken bleiben heute über den Bergen

ein tollen Plätzchen zum lesen und Mittagessen

ein tollen Plätzchen zum lesen und Mittagessen

und wieder eine Variante vom "salade du berger chaud"

und wieder eine Variante vom "salade du berger chaud"

andere Gäste nutzen die Strandbar sogar für ein Mittagschläfchen

andere Gäste nutzen die Strandbar sogar für ein Mittagschläfchen

und weiter GEHT's

und weiter GEHT's

Kite-Surfer

Kite-Surfer

irre Geschwindigkeiten auf dem Wasser und slow motion in der Luft - macht Spaß, zuzuschauen

irre Geschwindigkeiten auf dem Wasser und slow motion in der Luft - macht Spaß, zuzuschauen

sportlich inspiriert, teste ich, ob die Sache mit dem Kopfstand noch klappt ... Ergebnis: 6 Versuche (Handy mit 10 Sek. Vorlauf), davon 2 "Treffer"

sportlich inspiriert, teste ich, ob die Sache mit dem Kopfstand noch klappt ... Ergebnis: 6 Versuche (Handy mit 10 Sek. Vorlauf), davon 2 "Treffer"

es gibt also nicht nur in Pisa einen schiefen Turm

es gibt also nicht nur in Pisa einen schiefen Turm

Mini-Open-Air-Kino

Mini-Open-Air-Kino

Dienstag, 03.09.

07:00 h:

Bei Sonnenaufgang ist das Meer wie gestern - total ruhig.
Und so genieße ich vor dem Frühstück eine Schwimmrunde im orangenen Streifen, den die Sonne auf das Wasser zaubert.

Mit einen anschließenden Kaffee und einem Blaubeer-Gebäckteil sowie der Sicht auf das Meer könnte kein Wellness-Programm besser starten.

Jeder Urlaub geht einmal zu Ende und so langsam mache ich mir Gedanken, wie ich die Heimreise gestalten kann, damit sie irgendwie auch noch zum Urlaub dazu gehört und nicht einfach nur eine Tortur auf verstopften Autobahnen wird. Mir war gar nicht bewusst, dass in Deutschland am kommenden Wochenende die Ferien in BY und BW enden, was nicht für freie Autobahnen sprechen wird.

Eine Idee - liegt so ziemlich auf der Hälfte meiner Strecke von Savona nach Nürnberg - ist, einen Stopp bei der Viamala-Schlucht einzulegen. Wer meinen Reisebericht von Anfang an verfolgt hat, erinnert sich vielleicht: ich hatte dort nur einen kurzen Stopp, war aber sehr beeindruckt und hatte die Option eines Halts auf dem Rückweg bereits in Erwägung gezogen.

Allerdings sagen die Wettervorhersagen, ab Donnerstag einen Temperatursturz voraus: Tagestemperaturen von 7 ° und nachts 2°. Das erscheint mir schon extrem von derzeit nachts Mitte 20 ° und tagsüber immer noch an die 30 ° :-/ Andererseits kämen dann meine 5 Jacken, 3 Decken und der Heizlüfter sowie dieverse Schals, Mütze und sogar ein paar Handschuhe vielleicht noch zum Einsatz und ich könnte behaupten, dass ich nichts umsonst dabei hatte.

Ich denke, das wird sich spontan entscheiden - wie so oft, kommt es meistens anders als ich mir das vorher ausmale

09:00 h:

heute weht ein kräftiger Wind, so dass meine Schweißausbrüche sich in angenehmen Grenzen halten So trete ich dann nochmals eine kleine Strandwanderung an, dieses Mal gen Norden (gibt ja nur 2 Möglichkeiten )

Hier läuft es sich besser, heute ganz besonders, da das Meer ein wenig aufgewühlt ist und längere Wellen auf den Strand rollen, so dass der Sand meist recht fest ist.

Auf den Strecken zwischen den Strandbars / Ferienanlagen begegnen mir kaum Menschen und ich kann die Natur genießen.

Wenn ich an die absolute Stille in den Bergen denke und hier nun laute Wellen- und Windgeräusche erlebe, so bin ich erneut begeistert von der Vielfältigkeit dieser Insel.

In der Strandbar A Siesta habe ich inzwischen einen "Lieblingsplatz" auf alten Paletten-Möbeln unter einem vertrocknetem Palmdach - genau das richtige um eine Lesestunde abzuhalten und etwas zu Mittag zu essen.

Als ich wieder aufbreche, sehe ich in der Ferne Kite-Segel. Also laufe ich noch weiter und sehe den Sportlern eine Weile zu. Es begeistert mich, mit welcher Geschwindigkeit sie über die Wellen gleiten, um dann vom Wind getragen ihre Sprünge und Figuren in der Luft zu machen. In der Luft sieht das Ganze dann aus, als wenn man einen Film in Zeitlupe betrachtet.

Insgesamt bin ich über 5 Stunden unterwegs und lege doch immerhin 10 km à pied zurück. Kurzer Check der Fußsohlen am Abend ergibt: keine weiteren Blessuren

20:00 h:

Filmabend - vor meinem Auto. Über youtube etwas ausgesucht, Kopfhörer in Ohren, ein paar Lichtlein an - ein privates "Mini-open-air-Kino".

An dieser Stelle ein DANKE an meine Söhne, die mir irgendwann einmal kleine Kopfhörer für meinen Laptop geschenkt haben - und ich dachte mir damals: hätte ich nicht gebraucht, gibt doch überall so Zeugs für paar Euro....

In diesem Film, den ich gerade ansehe, regnet es an einer Stelle. Ich habe den Film vor mir, irgendwie das Gefühl, die Leute sprechen vor mir. Hinter mir ist das reale Geräusch des Meeres, aber dazu kommt noch das Regengeräusch vom Film. Und was soll ich sagen? Das Geräusch ist so real, dass es mir komisch vorkommt, dass ich nicht nass werde Mehr als ein Mal nehme ich die Kopfhörer aus den Ohren, um zu checken, ob nun das Regengeräusch tatsächlich NUR im Film ist...
DANKE Jungs für das tolle Akustik-Geschenk

Mittwoch, 04.09.:

Stürmische Zeiten heute

Schon bei Sonnenaufgang ist das Meer sehr bewegt, was ich dann lieber optisch genieße als badend

Der Wind hat zur Folge, dass so langsam alles mit einer dünnen Staubschicht des trockenen Bodens überzogen wird. Ein "Tischabwischen" hält für maximal 5 MInuten.und mein Dacia mutiert so langsam von schwarz zu "sandfarben"

Herrlicher Nebeneffekt: die Temperatur von immer noch 27 ° lässt sich angenehm aushalten.

Und es gibt wieder Fotomotive für mich. Mein Sohn fragte mich in einem früheren gemeinsamen Urlaub mal: "sag mal, warum müssen alle Frauen 1000 Fotos vom Sonnenuntergang machen?". Ich konnte das nicht beantworten, aber wenn das "typisch Frau" ist, so bin ich in diesem Bereich eine Frau Aber es kommt noch schlimmer, denn Wolkenbilder am Himmel, Lagerfeuer UND WELLEN haben für mich den gleichen Effekt:

es sieht jede Sekunde anders aus, immer noch ein bisschen "toller" - jaaaa, ich gebe zu, da muss ich mich bei 999 Fotos bremsen, damit ich nicht das 1000ste mache und von meinem Sohn in die "typisch Frau-Schublade" gesteckt werde.

Und dann am Nachmittag sieht man plötzlich eine kleine Insel am Horizont - direkt gegenüber: das ist Montecristo.

"Montecristo ist eine italienische Insel auf halbem Wege zwischen Korsika und dem italienischen Festland südlich von Elba und westlich von Giglio. Die heute bis auf eine Wildhüterstation von Menschen unbewohnte Insel gehört zum Toskanischen Archipel und ruht auf einem Sockel aus Granit."
(Quelle: Wikipedia)

Und etwas später sogar linker Hand noch schemenhaft: Elba.

der erste Blick beim Aufwachen - jeden Morgen schön

der erste Blick beim Aufwachen - jeden Morgen schön

heute ist es stürmisch

heute ist es stürmisch

zum Glück gibt es genügend schwere Stämme - die braucht man heute, um das Handtuch am Boden zu halten

zum Glück gibt es genügend schwere Stämme - die braucht man heute, um das Handtuch am Boden zu halten

o.k. ich höre jetzt auf mit den Wasser-Fotos :-/

o.k. ich höre jetzt auf mit den Wasser-Fotos :-/

die Farben des Meeres veranlassen mich dazu, diesen "blauen Wein" zu probieren - außer teuer und gutes Fotomotiv zum Wasser kann ich ihm nichts abgewinnen

die Farben des Meeres veranlassen mich dazu, diesen "blauen Wein" zu probieren - außer teuer und gutes Fotomotiv zum Wasser kann ich ihm nichts abgewinnen

15 h: wer braucht schon ein Kännchen Kaffee und eine Käsesahnetorte, wenn man Käse mit Obst und ein Glas Wein haben kann

15 h: wer braucht schon ein Kännchen Kaffee und eine Käsesahnetorte, wenn man Käse mit Obst und ein Glas Wein haben kann

die Hängematte entwickelt sich zum Kite, sobald ich sie verlasse

die Hängematte entwickelt sich zum Kite, sobald ich sie verlasse

diese Gräser im Gegenlicht - zauberhaft

diese Gräser im Gegenlicht - zauberhaft

der Staub, der aufgewirbelt wird, legt sich wie eine Decke auf Fahrzeug, Tisch, Stühle...

der Staub, der aufgewirbelt wird, legt sich wie eine Decke auf Fahrzeug, Tisch, Stühle...

und dann sieht man gegenüber das erste Mal "die Insel": Montecristo (leider kann mein Handy das nicht besser)

und dann sieht man gegenüber das erste Mal "die Insel": Montecristo (leider kann mein Handy das nicht besser)

© Birgit H., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Korsika fasziniert durch die Vielfalt der Natur: Sandstrände, Steilküsten, Gebirge, Flüsschen mit Gumpen, kleine Fischerorte, kleine Bergdörfer. Mit Kombi und Dachzelt möchte ich schöne Orte der Insel genießen und werde auf einer Rundtour immer dort halten, wo es sich gerade wohltuend anfühlt.
Details:
Aufbruch: 12.08.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 08.09.2019
Reiseziele: Frankreich
Deutschland
Österreich
Italien
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/10):
Bernhard 1567916847000
Danke Birgit, dass du mich in die Liste deiner vir­tuel­len Beg­lei­ter auf­ge­nom­men hast. Es hat Spaß ge­macht, immer mal wieder Ein­blick zu haben in den Verlauf deiner Reise und die wun­der­schönen Fotos zu bet­rach­ten. Ich freue mich, dass du woh­lbe­hal­ten wieder an­ge­kom­men bist und dich viel­leicht bald mal wieder am Dolmar zu tref­fen.
Mariam 1566816079000
Liebe Bir­git­,

ich freue mich sehr, diese Reise von dir ver­fol­gen zu dürfen. Du hast dir da wir­klich ein schönes Fleck­chen Erde für deine Reise aus­ge­sucht, wie deine wun­der­schönen Auf­nah­men be­le­gen. Alle Achtung für deine fah­re­rischen Leis­tun­gen und auch dafür, dass du dich allein auf diesen Weg gemacht hast. Dein Rei­se­bericht ist sehr inte­res­sant und kur­zwei­lig und eine sehr schöne Mischung aus Bild und Text. Ich wünsche dir wei­ter­hin schöne Er­leb­nis­se, dass du die Her­aus­for­de­run­gen meis­terst und dass Gott, sofern er nicht mit Jakob Jakobi quatscht, ein Auge auf dich wirft
Antwort des Autors: Liebe Mariam, das Buch ist wirklich "göttlich", gleichermaßen lustig wie tiefsinnig - ich werde es dir mitbringen. Ansonsten sammel ich wirklich sehr viele schöne Eindrücke und wachse auch mit meinen kleinen Abenteuern, die ich bewältigen muss. Alles Liebe und bis bald.
Sabine R. 1566666037000
Seit deinem 1. Beitrag ver­fol­ge ich mit Be­geis­te­rung deinen Rei­se­ver­lauf. Die be­ein­drucken­den Fotos von vert­räum­ten Orten und der Natur mit den inten­si­ven Farben. Damit best­ätigst du was Na­pol­éon einst sagte: er erkennt die Ile de Beaute (Kor­si­ka) mit ver­bun­de­nen Augen am Duft der Mac­chia. Danke dir dafür.
Antwort des Autors: vielen Dank für die lieben Worte. Leider kann ich selber - seit einem Unfall - Gerüche nicht mehr so gut wahr nehmen. Aber wer die Macchia riechen will, sollte im Frühjahr hierher kommen. Leider ging es bei mir dieses Jahr nicht, aber ich habe vor, eine Korsika-Reise im Mai/Juni zu machen. Mit weniger Temperaturen, weniger Menschen und noch mehr blühender Natur. vlG