Korsika - die immerwährende Berge-und-Meer-Faszination

Frankreich-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Birgit H.

18.08.: Wanderung zum Fluss LA TARTAGINE

Frühstück in der Morgensonne mit Bergpanorama - herrlich

Frühstück in der Morgensonne mit Bergpanorama - herrlich

gestern in St. Antonio gekauft - ich hoffe, der Spruch ist "Programm"

gestern in St. Antonio gekauft - ich hoffe, der Spruch ist "Programm"

heute à pied

heute à pied

der parkt schon länger hier

der parkt schon länger hier

und der wohl auch ...

und der wohl auch ...

Bild: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1973

Bild: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1973

zunächst ein breiter Schotterweg

zunächst ein breiter Schotterweg

die Disteln sind teilweise höher als ich

die Disteln sind teilweise höher als ich

ups, da hat jemand eine Kauleiste verloren 
(Kuh)

ups, da hat jemand eine Kauleiste verloren
(Kuh)

und dann zweige ich auf einen kleineren Pfad ab

und dann zweige ich auf einen kleineren Pfad ab

was für knorrige Bäume

was für knorrige Bäume

meist Korkeichen

meist Korkeichen

da hat sich nichts geändert: auch 1972 waren Korkeichen wichtig für Handel und Industrie (Quelle: Goldstadt Reiseführer Korsika, Band 15, 1972)

da hat sich nichts geändert: auch 1972 waren Korkeichen wichtig für Handel und Industrie (Quelle: Goldstadt Reiseführer Korsika, Band 15, 1972)

man sieht das Gefälle nicht, aber es ist gut, wenn man sich feste Steine in der passenden "Schuhgröße" aussucht. Der trockene Restboden ist recht rutschig.

man sieht das Gefälle nicht, aber es ist gut, wenn man sich feste Steine in der passenden "Schuhgröße" aussucht. Der trockene Restboden ist recht rutschig.

das sind keine Schmierereien, sondern die Wegmarkierung

das sind keine Schmierereien, sondern die Wegmarkierung

Wasser in Sicht

Wasser in Sicht

glasklar

glasklar

und wenn man lange genug ins Wasser schaut, sieht man auch LEBEN

und wenn man lange genug ins Wasser schaut, sieht man auch LEBEN

ein Stück weiter am Fluss entlang

ein Stück weiter am Fluss entlang

erst einmal nur die Füße - das tut gut

erst einmal nur die Füße - das tut gut

und dann der Rest... ich glaube, es hat gezischt, so aufgeheizt war ich

und dann der Rest... ich glaube, es hat gezischt, so aufgeheizt war ich

Kappe nass machen - für den Aufstieg

Kappe nass machen - für den Aufstieg

la chasse - die Jagd - da wird man(n) müde 
(Quelle: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1972)

la chasse - die Jagd - da wird man(n) müde
(Quelle: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1972)

frau hat nichts gejagt, ist nur platt vom bergauf laufen
bei 35 ° in der Sonne

frau hat nichts gejagt, ist nur platt vom bergauf laufen
bei 35 ° in der Sonne

geduscht, gegessen, getrunken - Siesta

geduscht, gegessen, getrunken - Siesta

Startzeit: 09:00 h
Rückkehr: 14:00 h
Tages-km zu Fuß: 10
Kalorienverbrauch: 1.600
Starthöhe: 850 m
Flusshöhe: ca. 460 m

Vallica
Kleines Paradies für Wanderer. Vallica zählt zu den vier Dörfern im Giunssani, die das schöne Tartagine-Tal am Monte Padro (2.393 m) überblicken. Ein bescheidenes Museum für regionales Kunsthandwerk zeigt im Rathaus die typischen Werkzeuge aus der Gegend. Am Ende des sich durch das Dorf ziehenden Weges erhebt sich die barocke Gemeindekirche: sie beschert uns einen grandiosen Ausblick auf das Tal und die Wälder, welche die fernen Gipfel zu erklimmen scheinen. Als Beweis für die Abgelegenheit dieses Landstrichs dürfte der Bau eines Hubschrauberlandeplatzes genügen.
(Quelle: https://www.reisetops.com/EUROPA/S%C3%9CDEUROPA/KORSIKA/Reisef%C3%BChrer/Nordkorsika/Balagne/Giunssani/Vallica_5170.html)

Die Landschaft hier wird auf obiger Seite so treffend beschrieben, dass ich noch ein Zitat einfüge:

Eine der schönsten Gebirgsgegenden auf der ganzen Insel. Terrassenförmig angelegte Dörfer am Ende der Welt, Eichen- und Kastanienwälder sowie rundherum streng dreinblickende, majestätische Gipfel, teilweise von tiefen Wäldern wie dem Forêt de Tartagine und de Melaja bedeckt: eine menschenleere Naturlandschaft in der großer Höhe, von der Geschichte vergessen und vom Rest der Welt abgeschnitten. Kurzum: ein Stück Korsika außerhalb der ausgetretenen Pfade.

Ich packe meinen Rucksack und starte zur Wanderung ins Tal. Christophe hat mir erklärt, dass da unten ein Fluss sei und man könne eine schöne Rundwanderung machen. Er fragt mich noch, ob ich genug Wasser dabei habe. Ich sage: "ja, eine große Flasche". Er macht ein bedenkliches Gesicht und füllt mir noch eine weitere Wasserflasche ab - was sich als sehr notwendig erweisen wird. Ich frage ihn noch, was die Schüsse zu bedeuten haben, die man immer wieder hört. Er meint, das seien nur Wildschweinjäger - derzeit sei Jagd. Nun gut, mit einem Wildschwein wird mich wohl keiner verwechseln

Irgendwie würde es mich schon interessieren, wie viele Kilometer sich da so mühsam ansammeln. Mir fällt ein, dass alle sportlichen Menschen auf facebook immer ihre "Erfolge" hinsichtlich laufen, joggen, radeln mit "runtastic" posten. Ich finde die App sofort und lade sie mir runter - dann geht es abwärts. Zunächst eine breitere Schotterstraße. Dann sehe ich einen Abzweig "Sentier de Cécouverte Natura 2000). Das liest sich doch nach Abwechslung, denke ich - und schließlich gibt es hier nur rote Balken als Markierungen und alle Wege führen nach unten. Außerdem bin ich einigermaßen begeistert, dass diese runtastic-App auch offline mich begleitet und ich überall immer wieder mal kontrollieren kann, wo ich so hin laufe

Die obige Beschreibung der Landschaft hier ist nicht übertrieben ... ich erspare euch weitere Worte und lasse Bilder sprechen.

12:00 h - HUNGER

Mein Magen schreit: "Hunger!"
Mein Kopf sagt: "kannst knicken, vergiss es.... Madame hat vergessen, etwas essbares einzupacken."

"Dafür hat sie aber ein Halstuch und ein langärmeliges Shirt dabei, falls das Wetter umschlägt", gibt Kopf an Körper durch, der sich bei 35 ° und Sonnenbeballerung tapfer aufrecht hält.

Den Fluss erreiche ich irgendwann und lasse es mir nicht nehmen, ein Mal komplett ins kühle Wasser abzutauchen. Hier könnte ich stunden lang liegen bleiben. Aber was ich runter gelaufen bin, wird nach oben nicht weniger anstrengend, zumal die Temperaturen zur Mittagszeit noch gestiegen sind und die wenigen Schatten der Büsche geschrumpft, da die Sonne so hoch steht. Eine Weile genieße ich noch die erfrischende Nässe auf der Haut und je länger ich in das Wasser schaue, um so mehr Lebewesen sehe ich - wunderschön und nur das Geräusch des fließenden Wassers.

Der Rückweg wird - wie zu erwarten war - sehr anstrengend. Ich bleibe aber auf dem breiteren Schotterweg, der kleinere ist mir zu steil, da würde mir der Puls an den Ohren rauspfeifen

Bei der gesamten Wanderung (= 4,5 Stunden) begegnet mir kein einziger Mensch! Ich ertappe mich dabei, bereits laut mit mir selber zu reden. Und ich antworte mir sogar gelegentlich

Nach unzähligen Schatten-Trinkpausen erreiche ich Vallica wieder und genieße Duschen, Essen, Trinken und Schatten.

Runtastic meldet 1.600 Kalorien verbraucht und 10 km gelaufen. Das war also mal ein bewegter und etwas sportlicher Tag

20:00 h - Abendessen - dîner

Die Sache mit den verbrauchten Kalorien "erledigt" sich in den folgenden Stunden schnell wieder.

Christophe und seine Tochter Raffaella scheinen hin und wieder auf Anfrage für die Camping-Gäste zu kochen. Als ich heute morgen danach fragte, schien Christophe zunächst nicht wirklich begeistert. Er fragte mich, was ich denn haben wolle, ich sagte: "egal". Er schien etwas irritiert und erkundigte sich, ob ich denn ALLES essen würde ... Als ich dies beJAen konnte, war er beruhigt und sagte, um 20 h gäbe es dann Essen. Er erklärte mir, dass er die Erfahrung gemacht hätte, dass Deutsche hinsichtlich Essen so kompliziert seien (Vegetarier, Veganer, Unverträglichkeiten aller Arten ... ) An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich jeden Menschen nach seiner Auffassung und Verträglichkeit essen lasse und mich auch in keinster Weise darüber lustig mache. Aber ich gebe zu, ich bin froh, dass ich alles essen und vertragen kann, denn so komme ich in den Genuss einen wundervollen Abends:

Es gibt vier Gänge (siehe Fotos)- nix Schickimicki - ein Teller reicht auch für die vier Gänge (ich habe gesehen, dass das Geschirr gestapelt wird und in einer großen Outdoor-Spüle dann von Hand abgewaschen werden muss). Mit mir ist auch noch eine belgische Familie zum Essen gekommen und Christophe und Raphaela essen auch mit uns.

Die Belgier sprechen französisch und so entsteht eine rege Unterhaltung, der ich anfangs nur in Teilen folgen kann. Aber im Laufe der nächsten drei Stunden (Franzosen essen langsam) wird es besser und hin und wieder kann ich mich sogar an der Unterhaltung beteiligen, auch wenn es mir immer wieder schwer fällt, auf die Schnelle die passenden Vokabeln aus den Tiefen meiner Hirnwindungen zu kramen.

Ein wunderschöner Abend und eine kostenlose Übungseinheit "Französische Konversation".

Die Natur und die kleinen Bergdörfer haben sich im Laufe der Jahre nicht verändert - zum Glück 
(Quelle: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1972)

Die Natur und die kleinen Bergdörfer haben sich im Laufe der Jahre nicht verändert - zum Glück
(Quelle: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1972)

Über dem weißen Punkt ist mein Stellplatz

Über dem weißen Punkt ist mein Stellplatz

Abendessen von Korsen mit Korsen und Belgiern:
1. Gang: Charcuterie (korsischer Schinken, verschiedene Sorten und Salami)

Abendessen von Korsen mit Korsen und Belgiern:
1. Gang: Charcuterie (korsischer Schinken, verschiedene Sorten und Salami)

2. Gang: Lasagne mit Hackfleisch, Gemüse und Brebis-Käse

2. Gang: Lasagne mit Hackfleisch, Gemüse und Brebis-Käse

3. Gang: fromage avec confiture de figues (korsischer Käse mit Feigenmarmelade)

3. Gang: fromage avec confiture de figues (korsischer Käse mit Feigenmarmelade)

4. Gang: dessert (irgendwelche warmen braunen super leckeren Gebäckteile mit Sahne)

4. Gang: dessert (irgendwelche warmen braunen super leckeren Gebäckteile mit Sahne)

merci à Christophe et Raffaella

merci à Christophe et Raffaella

© Birgit H., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Korsika fasziniert durch die Vielfalt der Natur: Sandstrände, Steilküsten, Gebirge, Flüsschen mit Gumpen, kleine Fischerorte, kleine Bergdörfer. Mit Kombi und Dachzelt möchte ich schöne Orte der Insel genießen und werde auf einer Rundtour immer dort halten, wo es sich gerade wohltuend anfühlt.
Details:
Aufbruch: 12.08.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 08.09.2019
Reiseziele: Frankreich
Deutschland
Österreich
Italien
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/10):
Bernhard 1567916847000
Danke Birgit, dass du mich in die Liste deiner vir­tuel­len Beg­lei­ter auf­ge­nom­men hast. Es hat Spaß ge­macht, immer mal wieder Ein­blick zu haben in den Verlauf deiner Reise und die wun­der­schönen Fotos zu bet­rach­ten. Ich freue mich, dass du woh­lbe­hal­ten wieder an­ge­kom­men bist und dich viel­leicht bald mal wieder am Dolmar zu tref­fen.
Mariam 1566816079000
Liebe Bir­git­,

ich freue mich sehr, diese Reise von dir ver­fol­gen zu dürfen. Du hast dir da wir­klich ein schönes Fleck­chen Erde für deine Reise aus­ge­sucht, wie deine wun­der­schönen Auf­nah­men be­le­gen. Alle Achtung für deine fah­re­rischen Leis­tun­gen und auch dafür, dass du dich allein auf diesen Weg gemacht hast. Dein Rei­se­bericht ist sehr inte­res­sant und kur­zwei­lig und eine sehr schöne Mischung aus Bild und Text. Ich wünsche dir wei­ter­hin schöne Er­leb­nis­se, dass du die Her­aus­for­de­run­gen meis­terst und dass Gott, sofern er nicht mit Jakob Jakobi quatscht, ein Auge auf dich wirft
Antwort des Autors: Liebe Mariam, das Buch ist wirklich "göttlich", gleichermaßen lustig wie tiefsinnig - ich werde es dir mitbringen. Ansonsten sammel ich wirklich sehr viele schöne Eindrücke und wachse auch mit meinen kleinen Abenteuern, die ich bewältigen muss. Alles Liebe und bis bald.
Sabine R. 1566666037000
Seit deinem 1. Beitrag ver­fol­ge ich mit Be­geis­te­rung deinen Rei­se­ver­lauf. Die be­ein­drucken­den Fotos von vert­räum­ten Orten und der Natur mit den inten­si­ven Farben. Damit best­ätigst du was Na­pol­éon einst sagte: er erkennt die Ile de Beaute (Kor­si­ka) mit ver­bun­de­nen Augen am Duft der Mac­chia. Danke dir dafür.
Antwort des Autors: vielen Dank für die lieben Worte. Leider kann ich selber - seit einem Unfall - Gerüche nicht mehr so gut wahr nehmen. Aber wer die Macchia riechen will, sollte im Frühjahr hierher kommen. Leider ging es bei mir dieses Jahr nicht, aber ich habe vor, eine Korsika-Reise im Mai/Juni zu machen. Mit weniger Temperaturen, weniger Menschen und noch mehr blühender Natur. vlG