Korsika - die immerwährende Berge-und-Meer-Faszination

Österreich-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Birgit H.

13.08.: SCHWARZACH (AT) - SAVONA (IT)

Frühstück mit Jan und Mama Evelyn

Frühstück mit Jan und Mama Evelyn

Abfahrt in Schwarzach

Abfahrt in Schwarzach

durch den vielen Regen vom Vortag, sind überall interessante Nebel-Wolken-Fetzen zwischen den Bergen

durch den vielen Regen vom Vortag, sind überall interessante Nebel-Wolken-Fetzen zwischen den Bergen

Beim dritten , den Pass erwischt

Beim dritten , den Pass erwischt

aufi geht's

aufi geht's

nach jeder Kurve eine neue schöne Aussicht

nach jeder Kurve eine neue schöne Aussicht

und dann bei Sonnenschein wieder runter

und dann bei Sonnenschein wieder runter

Startzeit: 07:30 h
Ankunftszeit: 16:00 h
Tages-km: 507
Gesamt-km: 841
Übernachtung: Fähre (23:00 - 07:00 h)

Route:
Schwarzach - Chur - Viamala - Splügen - St. Bernardino - Bellinzona - Lugano - Chiasso - Mailand - Savona

Jan bringt nach seiner Nachtschicht Brötchen mit und wir FRÜHstücken noch zusammen.

07:30 h
Dann verabschiede ich mich von Jan und seiner Mama bei 14 ° - herzlichen Dank euch beiden für die unkomplizierte und nette Gastfreundschaft.

08:15 h

"baba Österreich" und "grüezi Schwiiz"

Im Radio melden sie ""füffzäh Grad".

Da ich viel Zeit habe, fahre ich hinter Chur mal runter von der Autobahn und folge dem Schild "Viamala". Ich erinnere mich, es gab da mal ein spannendes verfilmtes Drama mit diesem Namen (mit Mario Adorf).

Viamala oder Via Mala (Kanzleilatein, rätoromanisch „veia mala“, übersetzt «schlechter Weg») bezeichnet einen früher berüchtigten, rund acht Kilometer langen Wegabschnitt entlang des Hinterrheins zwischen Thusis und Zillis-Reischen im Schweizer Kanton Graubünden. Die tief eingegrabene Schlucht bildet das schwierigste Hindernis im Verlauf der Unteren Strasse von Chur zu den Alpenpässen Splügen und San Bernardino.
(Quelle: Wikipedia)

Obwohl es nass und nebelig ist, sind die Felsen hier überwältigend. Einen Spaziergang mache ich nicht, der Weg bis zum Mittelmeer ist noch weit. Evtl. lässt sich das ja auf dem Rückweg nachholen.

Als nächstes muss der St. Bernardino "bewältigt" werden. Gerne möchte ich den Pass fahren, verPASSe jedoch die Ausfahrt und schon bin ich im Tunnel - 6,6 km

(Details: https://www.alpenpaesse.de/alpenpaesse/san-bernardino-strassentunnel-san-bernardino)

So ein Mist!.
Na gut, denke ich mir, dann fahre ich den Pass halt auf der Rückfahrt.

Als ich nach den fast 7 km wieder an das Tageslicht komme, erwartet mich Sonnenschein. Ich beschließe, eine kleine Rast zu machen, erwische die falsche Einfahrt und befinde mich justament auf der Rückfahrt durch den St. Bernardino Tunnel
Wenden unmöglich, also die 6,6 km wieder zurück.

11:00 h
O. k., meine dezente Orientierungsschwäche sorgt aber jetzt dafür, dass ich bei der dritten Querung tatsächlich den Pass erwische. Wunderschön!! Dieser Rückweg durch den Tunnel hat sich gelohnt. Es macht Spaß, die engen Serpentinen zu fahren, die Aussichten sind so genial, dass ich an jeder möglichen Stelle halte, um Fotos zu machen. Oben (2066 m) angekommen, ist dann auch die Sonne da. 11 °, windig, aber eine traumhafte Kulisse und nicht viel Betrieb.

11:30 h
Jetzt kommt die Quittung für die letzten zwei Nächte mit jeweils höchstens drei Stunden Schlaf: bleierne Müdigkeit. Eine Notfall-Coffein-Tablette muss herhalten.

Inzwischen ist die Temperatur auf 21 ° gestiegen.

12:45 h
"benvenuto Italia" bei Chiasso und inzwischen 27 °

Ich dachte, die Schweiz sei teuer, deswegen tanke ich erst in Italien - ich glaube, das teuerste Benzin meines Lebens: 187,9/l Super

Und da sind "sie" dann: die lästigen Mautzahlstellen in Italien. Warten muss ich nicht. Es ist nicht viel Verkehr. Ein Motorrad Fahrer hat nicht so viel Glück, denn er steht jetzt hinter MIR und das dauert :-/

Früher waren da mal Menschen in einem Kassenhäuschen. ​​Mit denen konnte man sich wenigstens noch verständigen, ggfs. per Mimik und Gestik. Dieser emotionslosen Automatenstimme ist es jedoch völlig egal, ob ich mit den Schultern zucke oder mit den Augen rolle.

Sie beharrt mit monotoner Stimme auf Dingen wie: pagare capriciosa bella conduire porvavor oder wasauchimmer. MAMAMIA

Drei Versuche mit der EC Karte. Die Schranke bleibt verschlossen. Der Automat blinkt an diversen Stellen und mir fällt ein, dass ich ja auch noch eine Visakarte besitze. Endlich! Die Schränke öffnet sich. Ich bin so froh, dass ich es nicht mehr versuche, dem Automaten noch einen Beleg zu entlocken.

Zum Glück kann ich die Mimik des Motorradfahrers hinter seinem Visier nicht erkennen. Entweder muss er total entnervt oder äußerst belustigt gewesen sein.

Die letzte Strecke am Mittelmeer entlang ist sehr anstrengend. Ein Tunnel folgt dem anderen. Und wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung 60 km/h ist, kleben mir die LKWs hupend an der Stoßstange, wenn ich 70 fahre :-/

Savona ist wie erhofft nicht sehr groß, der Hafen sogar für mich einfach zu finden. Ich bin zwei Stunden zu früh da, parke in der Nähe und mache noch einen Spaziergang in die Stadt.

Ein Barbesuch "muss" sein, weil ich dringend mal "muss"
Und hier werde ich preislich jetzt positiv überrascht:
1 Aperol Sprizz und ein netter Tapas-Teller zusammen 5 €.

18:00 h
Jetzt darf man ins Hafengelände einfahren.
Hier geht es eher gemütlich und ruhig zu. Gegen 20:00 Uhr wird begonnen, die Fahrzeuge in Linien zum Einfahren in die Fähre zu sortieren.

Die Wartezeit wird durch einen tollen Wolkenhimmel bei Sonnenuntergang verkürzt. Meine Bedenken bzgl. des Parkens lösen sich in Luft auf. Ganz bequem werde ich hinter ein Wohnmobil eingewiesen, also keine Höhenprobleme, rechts und links noch so viel Platz, dass ich die Türen noch öffnen kann.

Ich werfe mir die große Tasche mit Schlafsack, Decke, Zahnbürste und Rotwein (den ich mir im Hafen gekauft habe) über die Schulter und steige aus den Tiefen des Schiffsbauches nach oben. In den Gängen, an den Treppen, überall beginnen Reisende bereits, sich Nachtlager einzurichten. Mich lacht das nicht so wirklich an. Ich gehe an Deck. Zu meiner Überraschung sind noch Liegestühle zu haben. Ich nehme mir einen, parke ihn in ein ruhiges Eck und richte mich für die Nacht ein.

Die Wartezeit bis zum Ablegen ist kurzweilig. Bei einem Glas (bzw. einer Tasse ) Rotwein, beobachte ich das Einschiffen und einen spektakulären Mondaufgang neben der alten Festung von Savona.

7 Minuten vor 23 Uhr legt die Fähre ab. In den nächsten Stunden verschwinden immer mehr Leute ins Innere der Fähre. Auf dem Deck, wo ich mich befinde, sind nur noch wenige Frischluftfanatiker. Ich bereue es nicht, KEINE Kabine genommen zu haben:

und so kuschelt sich eine Deutsche in
einen ausrangierter Schlafsack des Österreichischen Bundesheeres,
auf einem italienischen Schiff,
das Kurs auf die französische Insel Korsika aufnimmt.

Ich stöpsel mir Kopfhörer in die Ohren, so wird der Schiffsmotor nun von Musik begleitet und kann tatsächlich schlafen, immer frischen Wind und Gischt um die Nase.

Gute Nacht für heute.

kleine Rast mit Vesper, mit Coffeintablette und Chilis, in der Hoffnung, die einsetzende bleierne Müdigkeit zu verscheuchen.

kleine Rast mit Vesper, mit Coffeintablette und Chilis, in der Hoffnung, die einsetzende bleierne Müdigkeit zu verscheuchen.

Rein in einen Tunnel, raus aus dem Tunnel und rein in den nächsten Tunnel. Die Mittelmeerküste in Italien Richtung Savona.

Rein in einen Tunnel, raus aus dem Tunnel und rein in den nächsten Tunnel. Die Mittelmeerküste in Italien Richtung Savona.

angekommen im Hafen von Savona

angekommen im Hafen von Savona

5,00 € lecker und preiswert - freu

5,00 € lecker und preiswert - freu

18 h: Einfahrt ins Hafengelände

18 h: Einfahrt ins Hafengelände

Da ist sie, die "Königin"

Da ist sie, die "Königin"

REGINA, die Königin

REGINA, die Königin

die Autos werden sortiert

die Autos werden sortiert

Parkplatz ganz vorne bekommen - vor mir nur noch ein WoMo

Parkplatz ganz vorne bekommen - vor mir nur noch ein WoMo

Nachtplatz

Nachtplatz

alle Autos an Bord, los geht's ...

alle Autos an Bord, los geht's ...

Mondaufgang über Savona

Mondaufgang über Savona

tolle Kulisse beim Verlassen des Hafens

tolle Kulisse beim Verlassen des Hafens

gute Nacht zusammen...

gute Nacht zusammen...

© Birgit H., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Korsika fasziniert durch die Vielfalt der Natur: Sandstrände, Steilküsten, Gebirge, Flüsschen mit Gumpen, kleine Fischerorte, kleine Bergdörfer. Mit Kombi und Dachzelt möchte ich schöne Orte der Insel genießen und werde auf einer Rundtour immer dort halten, wo es sich gerade wohltuend anfühlt.
Details:
Aufbruch: 12.08.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 08.09.2019
Reiseziele: Frankreich
Deutschland
Österreich
Italien
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/10):
Bernhard 1567916847000
Danke Birgit, dass du mich in die Liste deiner vir­tuel­len Beg­lei­ter auf­ge­nom­men hast. Es hat Spaß ge­macht, immer mal wieder Ein­blick zu haben in den Verlauf deiner Reise und die wun­der­schönen Fotos zu bet­rach­ten. Ich freue mich, dass du woh­lbe­hal­ten wieder an­ge­kom­men bist und dich viel­leicht bald mal wieder am Dolmar zu tref­fen.
Mariam 1566816079000
Liebe Bir­git­,

ich freue mich sehr, diese Reise von dir ver­fol­gen zu dürfen. Du hast dir da wir­klich ein schönes Fleck­chen Erde für deine Reise aus­ge­sucht, wie deine wun­der­schönen Auf­nah­men be­le­gen. Alle Achtung für deine fah­re­rischen Leis­tun­gen und auch dafür, dass du dich allein auf diesen Weg gemacht hast. Dein Rei­se­bericht ist sehr inte­res­sant und kur­zwei­lig und eine sehr schöne Mischung aus Bild und Text. Ich wünsche dir wei­ter­hin schöne Er­leb­nis­se, dass du die Her­aus­for­de­run­gen meis­terst und dass Gott, sofern er nicht mit Jakob Jakobi quatscht, ein Auge auf dich wirft
Antwort des Autors: Liebe Mariam, das Buch ist wirklich "göttlich", gleichermaßen lustig wie tiefsinnig - ich werde es dir mitbringen. Ansonsten sammel ich wirklich sehr viele schöne Eindrücke und wachse auch mit meinen kleinen Abenteuern, die ich bewältigen muss. Alles Liebe und bis bald.
Sabine R. 1566666037000
Seit deinem 1. Beitrag ver­fol­ge ich mit Be­geis­te­rung deinen Rei­se­ver­lauf. Die be­ein­drucken­den Fotos von vert­räum­ten Orten und der Natur mit den inten­si­ven Farben. Damit best­ätigst du was Na­pol­éon einst sagte: er erkennt die Ile de Beaute (Kor­si­ka) mit ver­bun­de­nen Augen am Duft der Mac­chia. Danke dir dafür.
Antwort des Autors: vielen Dank für die lieben Worte. Leider kann ich selber - seit einem Unfall - Gerüche nicht mehr so gut wahr nehmen. Aber wer die Macchia riechen will, sollte im Frühjahr hierher kommen. Leider ging es bei mir dieses Jahr nicht, aber ich habe vor, eine Korsika-Reise im Mai/Juni zu machen. Mit weniger Temperaturen, weniger Menschen und noch mehr blühender Natur. vlG