Sardinien für Nichtschwimmer

Reisezeit: Juli / August 2006  |  von Herbert S.

21.07.2006 - Nuraghen und Menhire bei Macomer

Nach unserem kärglichen Frühstück - Ulrike verwahrt sich davon sogar noch das Croissant für später - starten wir auf der Schnellstraße über Nuoro bis kurz vor Silanus, wo eine besteigbare Nuraghe Santa Sabina (*) neben einer Landkirche (drei Rechteckbauten mit je einer Apsis) steht.

Landkirche Santa Sabina

Landkirche Santa Sabina

Nuraghhe Santa Sabina

Nuraghhe Santa Sabina

sie ist von innen besteigbar

sie ist von innen besteigbar

Bei Macomer kann man in nördlicher Richtung die Schnellstraße benutzend, an einem Parkplatz halten, um zur Nuraghe Santa Barbara (*) hochzusteigen, der Blick vom Weg entlang einer Steinmauer auf Macomer ist sehr schön.

den Berg hoch zur Nuraghe Santa Barbara

den Berg hoch zur Nuraghe Santa Barbara

Nuraghe Santa Barbara

Nuraghe Santa Barbara

Die Nuraghe steht auf einem hohen Steinsockel und wird umringt von 4 weiteren. So kann man gut erkennen, dass das gesamte Gebiet überwacht werden konnte. Zu den Perdas Marmuradas (den kleinen Steinmenhiren) von Tamuli (*) verfahren wir uns und landen zu weit südlich in einem kleinen Ort San Leonardo de siete fuentes mit kleiner romanischer Kirche und einem schattigen Picnicplatz. Doch genau heute haben wir nichts zum Picnicen mit.

San Leonardo de siete fuentes

San Leonardo de siete fuentes

Man muß das Örtchen zwar nicht gesehen haben, aber wir machen einen kleinen Rundgang. Dies ist dann jedoch der Grund, warum wir in Tamuli zu spät ankommen. Der Wächter läßt um 12.50 Uhr niemanden mehr rein und vertröstet uns auf 15.00 Uhr! Es sind nur noch 4 km bis Macomer und dort gehen wir ins Restaurant Sassoporto. Der Chef spricht sogar etwas Deutsch, primi piatti für mich: Spaghetti mit Tomaten und Basilikum, secondi piatti: Filetto di manzo (Rinderfilet) für Ulrike, Dorade in Weinsauce für mich, dazu je ein gemischter Salat, ½ l Wein, Wasser und Kaffee (39,50).

die 3 weiblichen Menhire der »Perdas Marmuradas«

die 3 weiblichen Menhire der »Perdas Marmuradas«

alle stehen fast in einer Reihe

alle stehen fast in einer Reihe

Pünktlich sind wir um 15.00 wieder an der Ausgrabungsstätte von Tamuli (*) und der Typ läßt uns für 2 Euro/p.p ins Gelände. Die 3 weiblichen Menhire (mit Busen) und die 3 männlichen stehen fast in einer Reihe.

Gigantengrab a

Gigantengrab a

Drei Gigantengräber wurden hier ausgegraben, a ist noch gut erkennbar, b fast nicht mehr und c wohl noch nicht ganz ergraben. Etwas weiter westlich steht wieder eine Nuraghe, aber die ist nicht mehr sonderlich erhalten.

Die Nekropole von Filogosa (*) finden wir zwar wie angegeben am neuen Krankenhaus, aber sie ist abgeschlossen und 'Betreten verboten' ausserhalb der Führungszeiten. Einen Steinkreis mit Hütte finden wir mangels jeder Beschilderung wieder nicht.

Dolmen bei Borore

Dolmen bei Borore

Landkirche

Landkirche

Tomba die Giganti di Santu Bainzu

Tomba die Giganti di Santu Bainzu

Daher beschließen wir, die Gegend zu verlassen und finden westlich von Borore zunächst einen Dolmen (*) und auf dem Weg weiter nach Osten am Ortsausgang eine kleine Landkirche (*) (geschlossen) mit Gigantengrab-Stehle Santu Bainzu (*) und die Nuraghe Toscono. (*)(

romanische Kathedrale San Nicola in Ottana

romanische Kathedrale San Nicola in Ottana

Weiter östlich in Ottana schauen wir uns kurz in der romanischen Kirche San Nicola (*) um: Die sehenswerte Kirche erhebt sich im südlichen Teil der Ortschaft auf einem Hügel. Die frühere Kathedrale der inzwischen aufgelösten Diözese Ottana geht auf das 12. Jh. zurück.
Der Grundriss des einschiffigen, aus schwarzen und violetten Trachytquadern errichteten Baus entspricht einem Taufkreuz.

Im Innern, das besonders feierlich und eindrucksvoll erscheint, wird ein kostbares Polyptychon aus dem 14. Jh. aufbewahrt.

Im Innern, das besonders feierlich und eindrucksvoll erscheint, wird ein kostbares Polyptychon aus dem 14. Jh. aufbewahrt.

Über eine landschaftlich schöne Strecke bis Orotelli, auf der wir zunächst eine Riesenschafsherde (980) treffen und danach eine schöne Felsformation (981-983) finden, die wie ein Habichtkopf aussieht geht es wieder auf die Autobahn. Kurz vor 19.00 Uhr kaufen wir noch im sardischen Lidl (LD) Coppa, Käse, Pizzabrot und Wasser ein (Wein haben wir schon auf dem Zimmer) und trinken auf der Veranda ein kühles Bier. Nach der notwendigen Dusche gibt es dann Zimmerdinner mit Antipasti (Pilze in Öl), Coppa, Käse, Yoghurt, Pfirsisch, Rowein und Kaffee. Einen Wallander auf Video schaffen wir nur noch bruchstückhaft und bald sind wir sehr müde!
Tagesetappe 188 km

© Herbert S., 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
2 Wochen Sardinien - nicht als Strandurland, sondern als Erkundungstrips in Megalithkulturen, Romanik mit toskanischen Einflüssen und Berglandschaft.
Details:
Aufbruch: 19.07.2006
Dauer: 14 Tage
Heimkehr: 01.08.2006
Reiseziele: Italien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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