Sardinien für Nichtschwimmer

Reisezeit: Juli / August 2006  |  von Herbert S.

24.07.2006 - Brunnenheiligtum und Landschaft

Heute wollen wir einen geruhsamen Tag verbringen. Nach dem Frühstück setzen wir uns vors Hotel und planen die möglichen Tagesrouten für die nächsten Tage. Als wir starten wollen, hat unser 'chefe' wieder ein Anliegen an die 'lady'. Wir sollen die Karte jetzt ins Englische übersetzen, denn er will sie versuchsweise dreisprachig herausgeben.
Nach kurzer Erkundung möglicher Agritourismus-Lokale und kleinem Einkauf setzen wir uns auf die Autobahn Richtung Nuoro und biegen an der Ausfahrt Nuoro nach Norden Richtung Orune ab.

Berglandschaft westlich des Monte Albo

Berglandschaft westlich des Monte Albo

Über kurvenreiche Strecke geht es in die Berge. In Orune angekommen finden wir zunächst keinen Hinweis auf das Brunnenheiligtum Su Tempiesu (*). Im Baedeker steht etwas von 4 km südlich, es werden schließlich aber 7. In der Wildnis steht ein einsames Haus, in dem wir die Billetos kaufen müssen.

Zwei Pfade sind ausgeschildert

Zwei Pfade sind ausgeschildert

Von dort sind zwei Wege ausgeschildert: der sentiero botanico (800 m lang und 130 m nach unten) und der sentiero faunistico (ebenfalls 800 m lang und wieder 130 Höhenmeter zurück nach oben).

Brunnenheiligtum Su Tempiesu

Brunnenheiligtum Su Tempiesu

Su Tempiesu ist der schönste bekannte Hochbau der Nuraghenzeit. Das Heiligtum steht am felsigen Hangeinschnitt des den Brunnen speisenden Wasserlaufs und ist aus sorgfältig behauenen Trachytquadern erbaut, die an der sichtbaren Seite schräg geschnitten sind.

In zwei weiteren Gebäude in der Nähe des Tempels fand man eine große Zahl von Bronzegegenständen (Kultgeräte), von denen einige in der Billeteria ausgestellt sind.

Der schweißtreibende Weg hat sich gelohnt!
Als wir wieder starten, sieht es Richtung Norden schwarz aus und Blitze zucken durch den Himmel. Picnicen tun wir auf einer Bergstraße im Regen, den wir leider nicht 'genießen' können, da es auf beiden Seiten des Autos reinregnet, wenn man die Fenster öffnet. Aber es kühlt sich ein wenig ab, so dass wir bei einer Pause später bei geöffneten Fenstern die würzige Luft genießen können.

Auch Schafe haben Angst vor dem Gewitter.

Auch Schafe haben Angst vor dem Gewitter.

In der Umgebung von Bitti - hier sind auch noch einmal 'murales' zu sehen - spielt unser TomTom verrückt: mal kennt die 'Dame des Navi' eine Straße und dann verliert sie sie wieder.

Wallfahrtskirche San Francesco di Lula  in einer malerischen, vom Kalksteinmassiv des Monte Albo beherrschten Landschaft.

Wallfahrtskirche San Francesco di Lula in einer malerischen, vom Kalksteinmassiv des Monte Albo beherrschten Landschaft.

Jedenfalls fahren wir wieder einmal zig Kilometer, um das Sanctuario Francescu (*) südl. von Lula zu finden.

Rund um die Kirche stehen in einer weiten Einfriedung Pilgerhütten (»cumbessias«)

Rund um die Kirche stehen in einer weiten Einfriedung Pilgerhütten (»cumbessias«)

Das Kirchenfest von San Francesco findet vom 1. - 9. Mai statt und lockt alljährlich Tausende von Gläubigen aus allen Orten der Barbagia an. Leider ist das Gelände daher jetzt auch wieder geschlossen. Wir können aber jedenfalls durch das Gitter schauen.

Die Rückfahrt führt dann wieder über Lula an der Nordwestseite des Monte Albo entlang. Da sich das Gewitter immer noch nicht ganz verzogen hat, liegt der Monte leider nicht im Sonnenschein, wie ich mir das bei der Planung gedacht hatte.

Gegen 18.00 Uhr kommen wir nach kurvenreicher Fahrt in Posada an und wollen einmal die pizzeria la Galetta ausprobieren. Da diese erst um 19.30 Uhr öffnen, fahren wir ins Hotel, duschen und machen uns frisch. Die Pizzen sind riesig und ragen weit über den Tellerrand hinaus. Belegt sind sie allerdings nur in der Mitte, das aber ordentlich. So kann man den Rand ja auch ausnahmsweise übrig lassen.
Tagesetappe 214 km

© Herbert S., 2006
Du bist hier : Startseite Europa Italien 24.07.2006 - Brunnenheiligtum und Landschaft
Die Reise
 
Worum geht's?:
2 Wochen Sardinien - nicht als Strandurland, sondern als Erkundungstrips in Megalithkulturen, Romanik mit toskanischen Einflüssen und Berglandschaft.
Details:
Aufbruch: 19.07.2006
Dauer: 14 Tage
Heimkehr: 01.08.2006
Reiseziele: Italien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors