Central- and Southamerica on a shoestring 07/08

Reisezeit: Oktober 2007 - Juni 2008  |  von Simon/Fabian/Simon Giro

Honduras: Bay Islands 22.11-27.11

Nun stehen wir also hier auf dem Deck der Utila Princess und lassen uns den Wind in freudiger Erwartung der Bay Islands durch die Haare wehen.
Zuvor mussten wir allerdings noch eine etwas anstrengendere und angsteinflössendere Wegstrecke durch die "Bananenrepublik" Honduras zurücklegen: Mit ausreichend Schlafmangel ausgestattet konnten wir auf dem Weg hinunter aus dem zentralen Hochland in die Industristadt San Pedro Sula in den kurzen Zwischenschlafphasen den ein oder anderen Blick auf überdimensionale Bananen- und Kokosplantagen erhaschen. In San Pedro mussten wir zu unserm Leidwesen eine Nacht abhängen, die Stadt die um 7 schon komplett dichtmacht - die Restaurants schliessen, ein Internetcafe war nicht mehr aufzufinden - war mit ihren dunklen leeren Strassen alles andere als einladend, und am nächsten Morgen nahmen wir dann gleich den ersten Bus nach La Ceiba an der Küste und dank eines Taxis erreichten wir die Fähre in letzter Minute.

Die laue Karibikbrise auf der Fähre ist eine willkommene Erfrischung und so kommen wir bester Dinge und Erwartungen auf Uttila, der kleinsten der Bay Islands an. Keine 20 Meter vom Pier warten sie dann auch schon: Die angekündigten Werber der Tauchschulen, derentwegen der Grossteil der Traveller die Insel besucht. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man so billig eine zertifizierte Tauchausbildung erhalten!

Wir lassen uns dann auch schön Zeit um in aller Ruhe die Tauchschulen und ihre Angebote zu vergleichen und entscheiden uns dann letztendlich für Captain Morgan´s.
Neben zwei Freibier und einem Gratis-Shirt ist es vor allem die abgelegene Lage auf einer Miniinsel vor Utila, fernab von Discos und Bars (denkste!). Schliesslich woll(t)en wir ja tauchen...

Unser Hotel- und gleichzeitig Tauchschule auf Juwel-Kay nahe Utila

Unser Hotel- und gleichzeitig Tauchschule auf Juwel-Kay nahe Utila

Nach einer Nacht auf der Hauptinsel holt uns dann Frühmorgens das Boot der Tauchschule ab und entlang der palmengespickten Küste Utilas fahren wir auf die "Kays". Diese Miniinseln sind zwar vollgepackt mit Häusern (ca 400 Menschen wohnen hier), die Tauchschule ist aber die einzige touristische Einrichtung.

Die Ausbildung beginnt sodann, nachdem wir am Vorabend schon 150 Seiten in unserm Buch durchgelesen haben, schauen wir ertmal 3 Stunden der sehr unterhaltsamen Paddy DVD an. (Paddy ist die international am weitetesten verbreitete Tauchzertifizierung). Am Mittag dürfen wir dann schon mit Sarah, unserer englischen Tauchlehrerin ins Wasser, nachdem wir durch 100 Meter Schwimmen unsere körperliche Tauglichkeit unter Beweis gestellt haben.
Im seichten Karibikwasser vor der Tauchschule ist es dann soweit: Unter Wasser atmen! Am Anfang saukomisch, aber wenn man sich daran gewöhnt hat ein klasse Gefühl. Wir erlernen noch einige weitere Skills, und sind dann am Abend platt wie die Fische. Noch ein bisschen lernen, ein kleines Fischburgerchen bei Susan´s, dann geht es auch schon ab in die Heia. Die Vorfreude auf unsern ersten richtigen Tauchgang wächst auch schon ins Unermessliche.

Gesehn auf Utila

Gesehn auf Utila

Partystimmung am Barbecuaabend

Partystimmung am Barbecuaabend

Mit ein paar anderen Tauchschülern schiffen wir am nächsten Tag zu den der Insel vorgelagerten Korallenriffen, die von Belize bis nach Panama reichen und somit das zweitgrösste Riffsystem der Welt bilden. Nach ein paar Instruktionen heisst es dann "descend" und es geht runter auf den Grund des Meeres. Was dann folgt, lässt sich jemandem der es noch nicht gesehen hat, schwer beschreiben: bunte Korallen, Unterwasserpflanzen die schwerelos zu sein scheinen, farbenfrohe Fischschwärme; kurzum eine völlig neue Welt die sich einem erschliesst. Wir wúrden jedem empfehlen es selbst auszuprobieren, ein fantastisches Gefúhl, schwerelos durch diese grosse Unbekannte zu schweben. Euphorisch klettern wir aus dem Wasser, und der Stickstoff, der sich in unserm Blut befindet, kann auch nicht verhindern, dass wir bei "Hermans" Barbecue Party zu den fleissigsten Gästen gehören. So ziemlich die ganze Insel versammelt sich jeden Samstag hier um mal so richtig einen draufzumachen im Cay View Restaurant. Da bibt es keinen Unterschied zwischen jung und alt und Mario, Deutscher der gerade seinen divemaster hier macht sorgt mit siner beinahe mütterlichen Fürsorge ("Wollt ihr noch eins?" - "nein" - "ok, ich hab mal für jeden zwei geholt") dafür, dass auch bei uns die Stimmung bald steigt.

Fabi in absolut vorbildlicher Haltung

Fabi in absolut vorbildlicher Haltung

Die Nacht wird lang, und unsere Rechnung noch länger, Giro wird fast von einer 40 jährigen Insulanerin mitheimgenommen und das Tanzbein wird auch noch ein bisschen geschwungen, an die örtlichen Schönheiten trauen wir uns aber nicht so richtig ran, da gewarnt wurde, der Vater ist auch anwesend - und hat ein Schrotgewehr. So begeben wir uns fröhlch in unsere Kajüten und versuchen noch zumindest ein wenig Schlaf zu erhaschen.

Giro kurz vor der James-Bond-Rolle

Giro kurz vor der James-Bond-Rolle

Hier wird wirklich gelernt!

Hier wird wirklich gelernt!

Die Hauptstrasse auf Juwel-Kay, aeusserst breit, einzigstes Verkehrsmittel Fahrrad

Die Hauptstrasse auf Juwel-Kay, aeusserst breit, einzigstes Verkehrsmittel Fahrrad

Am nächsten Tag, absolvieren wir dann unsere Tauchgänge drei und vier, unter anderem sehen wir Moränen, Rochen, Schildkröten und vieles Meer. Die Zeit an Bord des Tauchschiffes ist allerdings bedingt vergnügsam, die Wellen sind an diesem Tag doch unerhöht hoch, und leichte Seekrankheitssyndrome machen sich breit, sodass wir jedes Mal erleichtert sind wenn es unter Wasser geht.
Wieder festen Boden unter den Füssen verspürend, bearbeiten wir dann gemeinsam unsere theoretische Abschlussprúfung, die wir auf beinahe wundersame Weise bstehn und tragen unsere Tauchgánge in unser Logbuch ein. Somit sind wir jetzt offizielle Padi Open Water Diver - hört sich doch gut an, oder? Gefeiert wird das ganze mit Hummer(4Euro!) und den obligatorischen Bieren, die uns von Mario aufgezwungen werden.

Simon&Giro beim Buddycheck

Simon&Giro beim Buddycheck

Nach einer geruhsamen Nacht absolvieren wir noch unsere beiden "Free Fun Dives", einen davon sogar in eine Tiefe von 30 Metern, wo wir ein Wrack bestaunen können, und mit einem Eigelb Volleyballspielen - durch den grossen Druck in dieser Tiefe fliesst es nicht auseinander. Der erhoffte Tiefenrausch will sich aber nicht einstellen. In dieser Tiefe verbraucht man den Sauerstoff in der Flasch vier mal so schnell, und auch die Gefahr einer Dekompressionskrankheit verbietet es, sich länger als 15 Minuten in dieser Tiefe aufzuhalten.

Nach einem gemütlichen letzten Abend, entschliesst sich Simon dann, den Advanced Diver noch dranzuhängen uns somit noch einmal 3 Tage auf der Insel zu verbringen.
Fabi und Giro machen sich des nächsten Tages frühmorgens auf um zurück zum Festland zu kommen, und nach einer Nacht in Tegucicalpa, dem Hauptstadt-Moloch Honduras´ geht es dann weiter Richtung Nicaragua!

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Die Reise
 
Worum geht's?:
3 Hochschwarzwälder (genauer gesagt zwei Ännäwiädler und ein Baaremer) machen sich auf, den Lateinamerikanischen Kontinent von Mexiko bis Buenos Aires zu erkunden. Dazwischen liegen traumhafte Strände, antike Ruinen, wolkenkratzende Gipfel, unberührte Regenwälder, fremde Kulturen und das Ende der Welt. Und vielleicht auch der ein oder andere Durchfall.
Details:
Aufbruch: 05.10.2007
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 03.06.2008
Reiseziele: Mexiko
Guatemala
El Salvador
Honduras
Nicaragua
Panama
Venezuela
Der Autor
 
Simon/Fabian/Simon Giro berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.