Das erste Mal nach Vietnam

Reisezeit: März 2011  |  von Beate Böttner

06.03.11 - auf zur Ha Long Bucht

06.03.11 - die schwimmenden Häuser der Fischer

06.03.11 - die schwimmenden Häuser der Fischer

06.03.11 - die Ha Long Bucht bleibt im Nebel

06.03.11 - die Ha Long Bucht bleibt im Nebel

06.03.11 - der stehende Löwe in der ersten Höhle in der Ha Long Bucht

06.03.11 - der stehende Löwe in der ersten Höhle in der Ha Long Bucht

06.03.11 Dschunken im Nebel

06.03.11 Dschunken im Nebel

06.03.11 - Ha Long Bucht im Nebel

06.03.11 - Ha Long Bucht im Nebel

06.03.2011

Geschlafen haben wir nicht so gut. Muessen sicher erst richtig ankommen.
Die Sachen, die wir fuer die eine Nacht in der Ha Long-Bucht mitnehmen wollten, hatten wir bereits gestern Abend in den kleinen Rucksack gepackt. Wir sollten uns schliesslich auf ein Mindestmass an Gepaeck beschraenken. Wir staunten dann allerdings nicht schlecht, was andere unter Mindestmass verstehen. Riesige Koffer wurden an Bord geschleppt.
Der Blick nach draussen liess etwas Truebsinn aufkommen: Regen und Dunst.
Okay - wir sassen so gegen 07:15 Uhr beim Fruehstueck. Aber hier schlug dann wohl die doch eher asiatische Gelassenheit zu. Die Bestellung wurde zweimal aufgenommen. Die Fruehstuecksmoeglichkeiten waren alle mit einer Nummer versehen, wie wir es auch aus Deutschland kennen. Wir bestellten, indem wir das Englische vorlasen und ich zusaetzlich die Nummer auf Vietnamesisch sagte. Aber egal. Der junge Mann schrieb Wort fuer Wort alles von der Karte auf einen kleinen Zettel. Wir bekamen das Gewuenschte. Die zweite Bestellung, von einer jungen Frau aufgenommen, betraf den Saft und die Fruechte, die wir vielleicht haben wollten. Auf Fruechte verzichteten wir und das mit dem Saft haben wir oder die Angestellten nicht mehr rechtzeitig hingekriegt. Es war schon nach 07:30 Uhr und dann kam auch schon unser Fahrer.
Nach Einsammeln mehrerer Gaeste brauste unser Fahrer los. An zwei Hotels fuhr er ohne weitere Zusteiger unverrichteter Dinge wieder ab. Schnell wurde noch getankt, dann ging es ziemlich rasant weiter.
Das Hupkonzert setzte sich auch ausserhalb Hanois auf dem Weg nach Ha Long fort. Mopeds anhupen, damit sie moeglichst weit nach rechts ausweichen. Man will diese schnell ueberholen, ehe der Bus oder der LKW mit uns auf irgendeiner Ueberholspur frontal zusammentrifft. Auch rechts vor links scheint hier eher nach dem Gesetz zu funktionieren, der Schwaechere hat irgendwann das Nachsehen. In einem Fall waeren wir in unserem Minibus fast die Schwaecheren gewesen, als der von rechts kommende und auf die Nationalstrasse auffahrende LKW sich mit seinem Recht auf Vorfahrt nicht vor uns setzen sollte. Ein kurzes Bremsmanoever schaffte Ordnung und wir reihten uns hinter dem LKW ein. Ich zog es irgendwann vor, meinen Sprachfuehrer zu studieren. Das Gemurmel und Miniaufschreie der hinter mir sitzenden Britin reichten mir aus, da musste ich nicht noch zusehen, wer wie nah an uns ran oder auf uns zukommt. Schlagloecher und Huckel bei Brueckenauffahrten veranlassten unseren Fahrer auch nicht wirklich sein Tempo zu reduzieren. Die Daenen auf den hintersten Plaetzen stiessen dann und wann mit dem Kopf an die Decke.

Urploetzlich bogen wir quer ueber die Strasse nach links ab. Ueberall standen hier Skulpturen aus diversem Gestein, Brunnen, Buddhas, Madonnen etc. Hier war eine Pause angesetzt. Als ich den Fahrer fragte, wie lange wir hier Pause haetten, erzaehlte er, ein Taxi wuerde aus Hanoi noch zwei Leute bringen. Gut - wir anderen sind also in die Verkaufshalle. Als nach 20 Minuten von einem Taxi und neuen Mitreisenden nicht eine Spur war, zweifelte ich, dass ich ihn recht verstanden hatte. Das war bestimmt nur so ein Touri-Napping. Wir fuhren los. An der Auffahrt zur Strasse dann poeoetzlich ein Taxi mit zwei jungen Frauen drin. Aber erst mal die Strasse kreuzen und am Fahrbahnrand halten, Frauen und Gepaeck umladen, Telefonate, Geld hin und her. Das hat so an die 10 Minuten gedauert. Dann sassen die beiden Hollaenderinnen endlich im Bus und wir fuhren - wieder auf das Fabrikgelaende. Was denn nun noch? Der Fahrer sprach mit mir, aber ich verstand ihn nicht. Nach weiteren Telefonaten setzten wir unsere Fahrt dann endlich gen Ha Long fort. Die verlorene Zeit musste durch Tempo wieder rausgeholt werden. Es regnete, die Strassen glitschig, der Verkehr reichlich - aber um 12:30 Uhr hielten wir unversehrt an dem Abfahrtsort unserer Dschunke.
Dort ging es alsbald los auf ein kleines Boot, dass uns zur Hu'o'ng Hai 17 brachte. Hier gab es einen Saft, dann die Kabinen, dann Lunch (Shrimps, Reis, Muscheln, Kalmarers, frittiertes Huehnchen, Wasserspinat frittiert, frittierte Kartoffeln). Obwohl Tom von dem Seafood erwartungsgemaess nichts anruehrte, wurden wir beide satt.
Ploetzlich legte noch einmal ein kleines Beiboot an und zwei Menschen bestiegen die Dschunke. Zwei Franzosen. Auf die hatte unser Fahrer noch gewartet. Sie waren erst am heutigen Morgen aus Paris mit deutlicher Verspaetung angekommen, hatten gleich fuer den ersten Tag Ha Long gebucht und kamen deshalb bis hierher von Hanoi mit dem Taxi. Nun waren wir vollzaehlig. Drei Australier, eine Britin, zwei Neuseelaender (statt der Daenen), zwei Hollaenderinnen, zwei Franzosen, zwei Deutsche.

Ja - die Ha Long Bucht muss man gesehen haben. Das ist uns nur partiell gelungen, weil wirklich dichtester Nebel kaum noch das Ufer erkennen liess, geschweige denn Felsformationen. Ungeachtet dessen, starteten wir nach dem Lunch Richtung zweier Hoehlen, die besichtigt werden koennen. Natuerlich waren sie voll von Menschen. Steil ging es hinauf, hinab und wieder hinauf und hinab. Das habe ich in meinen Beinen/Knien dann auch gespuert.
Als wie wieder an Bord waren, tranken wir Kaffee und liessen uns etwas ueber die Bucht erzaehlen. Wir erfuhren zudem, dass wir nicht in der Bucht selbst vor Anker gehen werden, sondern direkt vor der grossen Insel Cat Ba uebernachten werden. Das ist eine Vorsichtsmassnahme wegen des Unfalls vor 3 Wochen, bei dem nachts eine Dschunke geborsten und 12 junge Touristen ertrunken waren. Auf dieser Hauptinsel der Bucht gibt es viele Hotels. Ein Grossteil dieser Insel ist Nationalpark. Es gibt viele kleinere Inseln, an denen etliche Fischer auf ihren schwimmenden Hausbooten leben.
Es war immer noch kaum die Hand vor Augen zu sehen, es nieselte munter weiter und so legten wir uns gegen 17:00 Uhr fuer zwei Stuendchen aufs Ohr.
Dann gab es auch schon Abendessen. Ausschliesslich Seafood (Suppe, Muscheln, Tintenfisch, Prawns, Krabben). Reis und Gemuese selbstredend auch. Tom liess alles unangeruehrt und obwohl er es mit keiner Silbe erwaehnte, brachte man ihm zunaechst ein Spiegelei, dann zwei verschiedene Sorten Fleischstueckchen. Das kommt hier immer alles in kleinen Einzelportionen und es ist erstaunlich wie satt man von den unscheinbar wirkenden Mengen doch wird.
Dann ging es ums Fruehstueck. Es fiel das Unwort 07:00 Uhr. Lautes Raunen und es wurde folgende Vereinbarung getroffen:
Ist das Wetter schoen, werden wir alle zeitig geweckt um von der Tour durch die Bucht noch etwas Einiges zu sehen. Ist das Wetter wie heute, gibt es Brunch und wir koennen laenger schlafen.
Der weitere Abend wurde mit Unterhaltungen und Wuerfelspielen fortgesetzt.
Bestimmt sind wir so gegen 23:00 Uhr alle in unseren Kabinen verschwunden. Beim Blick auf die Uhr wird mir klar, warum auch ich mich unsagbar muede fuehle. Es ist 01:00 Uhr.

© Beate Böttner, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vietnam von Nord nach Süd in 3 Wochen. Hanoi und Umgebung, SaPa, Hue, Hoi An, Saigon, Mekong-Delta und die Insel Phu Quoc.
Details:
Aufbruch: 04.03.2011
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 26.03.2011
Reiseziele: Vietnam
Der Autor
 
Beate Böttner berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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