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Reisezeit: September 2012 - Juli 2013  |  von Cathrin C.

Fünfter Stopp: Costa Rica

San José und Jacó

Ich hatte bereits im Vorfeld gelesen, dass San José nicht sonderlich spannend ist und so habe ich von Anfang an nur einen Tag eingeplant. Den habe ich dazu genutzt, um mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen, die sich größtenteils im Bereich der Fußgängerzone befinden, und mich um die Busfahrt nach Jacó zu kümmern. Mein Hostel "Pangea" lag nur wenige Minuten von der Fußgängerzone entfernt; auch der Coca Cola-Busbahnhof ist nur ca. 25 Minuten zu Fuß entfernt. In San José lebt ein Großteil der Bevölkerung Costa Ricas und dementsprechend sieht man dort auch die meiste Armut. Allerdings nicht im Stadtzentrum - Bettler und Obdachlose habe ich hier kaum gesehen. Dennoch laufen viele seltsame Gestalten umher und man sollte sich nachts nicht mehr alleine oder zu zweit in den Straßen aufhalten. Taxis sind allerdings wirklich günstig, so dass die Reisekasse kaum belastet wird. Die Stadt selber hat mir nicht sonderlich gefallen und auch Einheimische konnten mir nicht wirklich sagen, was es abgesehen von den paar Gebäuden bei der Fußgängerzone zu sehen gibt. Somit habe ich mich am nächsten Tag in den Bus nach Jacó gesetzt.

Aufgefallen ist mir, dass Costa Rica sehr amerikanisch ist und dank des boomenden Tourismus für lateinamerikanische Verhältnisse sehr teuer ist. Ich habe Amerikaner und Deutsche getroffen, die die Preise als gleich hoch wie in der Heimat empfunden haben. Wahrscheinlich kommt es drauf an, wo man wohnt - ich finde es durchaus noch günstiger als daheim, aber insbesondere Lebensmittel und Restaurantbesuche sind gleich teuer wie zuhause. Dafür ist Costa Rica ziemlich sicher, es lässt sich einfach umher reisen und fast überall wird Englisch gesprochen. Ich habe viele Touristen getroffen, die kein Wort Spanisch können und trotzdem Costa Rica bereisen können. Wer nicht auf McDonalds, Burger King & Co. verzichten kann, der ist in Costa Rica ebenfalls richtig - die amerikanischen Fastfood-Ketten sind zahlreich vertreten (in San José habe ich sogar einen Taco Bell gesehen!). Die Ticos, wie die Costa Ricaner genannt werden, sind sehr freundlich und hilfsbereit und ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Was mir im Vergleich zu Mexiko auffällt, ist die nicht vorhandene Kultur und das doch eher dürftige Essen. Dafür kriegt man fast überall Tacos, Quesadillas und andere mexikanische Gerichte - nicht so lecker wie in Mexiko, aber immerhin. Die Nationalgerichte Costa Ricas sind Gallo Pinto (Bohnen, Reis, Kochbananen, Eier, Käse) zum Frühstück und zum Mittag- und Abendessen Casado (ebenfalls Bohnen, Reis, Salat und Fleisch). In den sog. Sodas (Restaurants bzw. Imbisse) kriegt man diese Gerichte relativ preisgünstig und lecker - hier essen auch viele Einheimische. Ansonsten gibt es überall Pizzen, Burger und andere auf den europäischen Gaumen zugeschnittene Gerichte. Bei den Preisen muss drauf geachtet werden, dass zusätzlich meistens noch 13% Steuer und teilweise noch 10% Service-Gebühr anfallen. Herumreisen kann man entweder per Mietwagen (allerdings sollte man eine gute Versicherung abschließen - viele Straßen sind unbefestigt) oder per Bus. Letztlich ist das wohl häufig eine Budgetfrage. Wär die Möglichkeit hat, dem würde ich einen Mietwagen empfehlen -> Gründe folgen im nächsten Kapitel. Übrigens kann man das Leitungswasser in Costa Rica bedenkenlos trinken und somit auch Salate essen, ohne sich Sorgen machen zu müssen - durchaus ein Vorteil gegenüber den anderen lateinamerikanischen Ländern (Panama und Chile ausgenommen - dort kann man das Leitungswasser ebenfalls trinken).

Jacó liegt an der Pazifikküste und ist einer kleiner, recht touristischer Ort mit einem netten Strand, an dem man es gut ein paar Tage aushalten kann. Auf der Busfahrt habe ich vier Amerikaner kennengelernt und beim Aussteigen noch eine Kanadierin. Wir haben uns zu sechst ein Zimmer im Hotel de Haan genommen - sicherlich nicht das schönste Hotel in Jacó, aber für uns war es ausreichend. Es ist günstig, hat einen Pool und kostenloses Wifi und liegt nur eine Minute vom Strand und wenige Meter von der Hauptstraße entfernt. Den ersten Tag haben wir am Strand verbracht und für den zweiten Tag haben die Kanadierin und ich einen Surfkurs gebucht. Da die Surfschule zum Hotel gehört, haben wir einen vergünstigten Preis erhalten. Nach einer kurzen Einführung durften wir direkt hinaus in die Wellen und ich konnte gleich bei der ersten Welle aufstehen. Mein Surflehrer war ganz begeistert, aber das Snowboarden hat mir hier natürlich sehr geholfen. Ich habe es sogar geschafft, mehrere Wellen bis zum Strand zu reiten - ich kann gut verstehen, dass dieses Gefühl süchtig machen kann. Möchte auf jeden Fall auf der weiteren Reise nochmal surfen gehen. Abends sind wir noch in eine Bar im Ort gegangen und am nächsten Tag ging es für mich morgens in Richtung Landesinnere, nach Monteverde.

Strand in Jacó

Strand in Jacó

© Cathrin C., 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
"Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl der Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben." (Unbekannter Autor) Aus diesem Grund werde ich die kommenden Monate einen kleinen Teil der Welt bereisen, um anschließend voll atemberaubender Erinnerungen zurückzukehren. Dieser Reisebericht dient in erster Linie meinen Freunden und meiner Familie, aber ich freue mich auch über weitere Leser. Gerne dürft ihr mir im Gästebuch einen Kommentar hinterlassen.
Details:
Aufbruch: 17.09.2012
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 26.07.2013
Reiseziele: Vietnam
Australien
Neuseeland
Cookinseln
Costa Rica
Chile
Argentinien
Der Autor
 
Cathrin C. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.