Mein Auslandssemester in der Schweiz

Reisezeit: September - Dezember 2012  |  von Lena Fehmer

Das wars :/

Der letzte Blogeintrag, mein Auslandsemster ist leider schon vorbei

Hallo meine Lieben,

nun schreibe ich euch zum letzten Mal, ich sitze grad im ICE Interlaken Ost → Berlin Ostbahnhof, also auf dem Heimweg :/.

Eben konnte ich noch einen letzten Blick auf die Alpen erhaschen und jetzt bin ich wirklich traurig, dass ich Bern für mehr oder weniger bzw. erst mal für immer verlassen muss . Ich will noch nicht gehen!!!
Ich habe jetzt schon Bernweh :/.

Ich freu mich natürlich auf euch zu Hause, aber die Zeit die ich hier war einfach viel zu kurz und ich habe vieeeeeel zu wenig von Bern sowie von der Schweiz gesehen.
Ich wollte noch sooooo viel machen und sehen und und und.... aber die Zeit hält nun mal nicht an, ich habe sogar eher das Gefühl, dass sie rennt und ich würde sie wirklich manchmal gerne anhalten!!!

So genug gejammert!

Ich will euch noch von meinen letzten Wochen berichten...

Letzte Woche hatte es noch mega viel Schnee in Bern, die Stadt hat sich mit ihrer weißen Haube und der Weihnachtsbeleuchtung von einer sehr schönen Seite gezeigt!
Der ist dann aber genauso schnell wie in Deutschland wieder verschwunden :/

Ich hab die Uni mehr oder weniger links liegen lassen, denn Weihnachten rückt immer näher und ich musste los in die Stadt und Geschenke kaufen, dieses Jahr frei nach dem Motto, scheiß drauf was es kostet, hier bekommt man eh nichts gut und günstig
Ich liebe Geschenke einkaufen, auch in der Schweiz und ich hätte gern noch vieeeeel mehr mit gebracht aber ich weiß so schon nicht wie ich mit meinem mega Gepäck hier wieder aus dem Zug raus kommen soll!!!

Ansonsten habe ich mich weiterhin gut auf Weihnachten eingestimmt mit noch mehr Keksen backen, Weihnachtmarkt besuchen, Glühwein trinken, Christmassongs hören und diese Woche war ich dann noch auf einer Christmas Party!

Irgendwie verflogen die letzten 2 Wochen so dermaßen und dieses mal hab ich mir nicht aufgeschrieben was ich wann gemacht habe, sodass dieser Blog etwas durcheinander geraten wird, ich hoffe ihr verzeiht mir....

Meine vorletzte Woche, war meine letzte normale Woche, ich hatte zum letzten Mal Ballett, dann noch einmal Nachtdienst in einer der kältesten Nächte (mind. -20 Grad), allerdings kein Notdienst und wesentlich entspannter, da wir dieses Mal eine nette Tierärztin hatten, die auch mit uns kommuniziert hat und die die 3:00 Runde übernommen hat! Dadurch konnte wir in der wichtigen Kernzeit schlafen!
Nach dem Nachtdienst bin ich dann mit einer Freundin, Lilli aus Finnland, lebt aber in Bern, zu ihrem "Pferdehof" gefahren, das war wirklich höchst interessant, denn die Frau dort ist, ich würde mal sagen, Idealistin was den Umgang mit Pferden und das Reiten angeht! Sie hat u.a. bei Bend Branderup gelernt, reitet aber eher in Richtung Western. Lilli hat dort mit Bela, einem 8 Jahre alten Shagya-Araber, sehr eigen und schwierig, mit einer unschönen Vorgeschichte, am Boden etwas gearbeitet. Sie will wieder bei 0 anfangen, da sie vorher in einem "konventionellen" Stall war, was ihr nicht zugesagt hat, doch jetzt muss sie eben immer umdenken! Sehr schwer aber ich denke um es richtig zu lernen ist sie bei dieser Frau an der richtigen Stelle!

Es wird bestimmt nicht einfach, aber das was Lilli dort lernt ist auf jeden Fall top!
Die ich nenne sie mal "Pferdefrau" hat mir auch ganz schön ins Gewissen geredet im Bezug auf mein Pony, was die Schiefe des Pferdes angeht und wie schädlich es ist darauf herumzureiten etc.. Ich weiß das wohl alles in der Theorie und ich denke ich kenne mich auch mit der Anatomie des Pferdes,bedingt durch mein Studium, gut aus.
Doch Theorie und Praxis klaffen leider oft sehr weit auseinander!
Wenn ich könnte würde ich es besser machen und ich will es ja auch besser machen, aber ich weiß nicht wie :/. Sie sagt halt entweder du machst es 100 % korrekt oder du lässt es, womit sie ja auch recht hat, was dann aber für 99% der Reiter bedeuten würde es zu lassen! Was bei einigen von diesen auch besser wäre. Der Egoismus: Ich will aber reiten oder ich mag Pferde zählt eben nicht, solange man das Pferd nicht so behandelt/ händeln kann wie es es verdient! Ich finde die Einstellung gut, aber es würde auch bedeuten, dass ich die Reiterei an den Nagel hängen müsste und das will ich nicht, also bin ich doch wieder egoistisch und in letzter Instanz nicht konsequent !
Ups da bin ich wohl etwas abgeschweift...

Nun gut am Donnerstag nach dem Nachtdienst und nach dem Besuch bei Lilli´s Pferdefrau gab es dann am Abend einen Abschiedsapero (Apero= Alkohol for free & Snacks) von der Erasmus Organisation, dort konnten wir T-shirts mitbringen, die wir beschriftet haben und dort hat man auch tatsächlich einige zum letzten Mal gesehen, obwohl es noch nicht mal die letzte Woche war! Naja das war trotzdem ein lustiger Abend mit einem üblen Hangover am Freitag, doch Zeit zum Ausruhen gab es keine, denn Lena kam mich noch schnell besuchen bevor meine Zeit in Bern zuende ging!

Lena kam mit einer halben Std Verspätung in Bern an und nach einem anstrengendem Tag für uns beide ging es erst mal nach Hause, zum Glück war es schon dunkel, dass sie nicht gesehen hat in was für eine hässliche Gegend ich sie gebracht hab
Nach ein wenig "taking rest" und einem leckeren Abendessen in großer Runde, u.a. mit Spaghetti Carbonara von einem Italiener, also original und somit super lecker, haben wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht und uns mit ein paar anderen auf ein Getränk getroffen, doch viel los war mit uns nicht mehr, also ging es um 1 ab ins Bett.
Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen (8:00) , denn wir wollten trotz schlechtem Wetter in die Berge, das haben wir dann auch getan und sind mit Sonnenschein belohnt worden, leider war ich dieses Mal ein schlechter Guide, sodass wir den Gipfel nicht erreicht haben, doch der Blausee war trotzdem ein schönes Erlebnis. Zu viel Schnee und zu frühes Dunkelwerden hat die Gipfeleroberung obendrein noch erschwert. Darüber war Lena doch ziemlich betrübt, aber ich hoffe es hat ihr trotzdem etwas gefallen!?

Am Abend waren wir dann zu einem Christmas Dinner bei Lilli eingeladen, jeder hat etwas aus seiner Heimat zu essen gemacht (Finnisch, Spanisch, Britisch,Polnisch & Deutsch), dass war ein Fressen und suuuuper lecker!!!
Danach ging es in mein Studentenhaus auf die letzte Studentenparty, bis dahin hatte Lena immer noch nichts von Bern gesehen, das sollte dich dann aber Sonntag ändern, das Wetter machte was es wollte: Regen, Sonne, sogar Wind und leider kein Alpenpanorama, aber schön wars trotzdem. Dann ging es für Lena schon wieder zurück nach München und für mich brach die letzte Woche an.
Die letzte Woche war von Abschied geprägt und die Stimmung etwas getrübt, wir alle etwas verwirrt und durcheinander...
Einer nach dem anderen hat uns verlassen und der Kreis der noch da gebliebenen wurde immer kleiner. So verging diese Woche dann auch im Flug, zu dem kam dann noch der Pack und Aufräum/Putz - Stress, sowie Orgakram dazu.

Gestern musste ich dann aus meiner Studentenbutze aus checken und hab die letzte Nacht bei Lilli übernachtet. Am Abend sind wir ein letztes Mal in die Stadt und auf dem Hin und Rückweg haben wir wieder einige Leute verabschiedet und in die ganze Welt entlassen, hm so traurig!!!
Jetzt holt mich die Realität so langsam ein, mittlerweile bin ich in Deutschland angekommen und realisiere, dass es so schnell wohl kein zurück mehr gibt und das alle anderen jetzt auch wieder zu hause bzw. auf dem Heimweg sind.

Also das wars dann wohl: Mein tolles, ereignisreichen und vor allem bereicherndes, ob mit neuen Menschen oder Erfahrungen, Auslandssemester in der Schweiz.

Ich hoffe ich sehe euch alle bald wieder !!!

Liebste Grüße aus Freiburg/Breisgau

© Lena Fehmer, 2012
Du bist hier : Startseite Europa Schweiz Das wars :/
Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich verbringe das 5. Semester meines Studiums in Bern und hoffe das ich viel von der Schweiz kennen lernen werde und es eine schöne Zeit wird :)
Details:
Aufbruch: 09.09.2012
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: 22.12.2012
Reiseziele: Schweiz
Der Autor
 
Lena Fehmer berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.