Japan und Südkorea 2013

Reisezeit: Juli / August 2013  |  von Sabine H.

Odawara - Kurashiki

05.08.2013: Ab jetzt bin ich vollkommen solo in Japan unterwegs. Und für die nächsten 3 Tage wechsele ich täglich die location. Kurz vor 09.00 Uhr stehe ich parat an der Bushaltestelle vor dem Kowakkien Hotel. Mein erstes Ziel ist der Bahnhof von Odawara. Die Sunrise-Tour-Tante hat mir gestern noch den 1-day-Hakone-pass in die Hand gedrückt, den habe ich offenbar mit Buchung der Tour bereits mitbezahlt und erworben. Um kurz nach 09.00 Uhr kann ich somit kostenlos in den Bus nach Odawara einsteigen. Es gibt eine digitale Anzeige und Durchsage auf englisch im Bus, auf diese Weise weiß man jederzeit, wo man ist und wo man aussteigen soll. Alles easy, echt. Im Bahnhof von Odawara marschiere ich ins JR-Ticket-Office und frage nach einer Zugverbindung nach Kurashiki. Auch das ist schnell erledigt, der nächste Shinkansen geht schon in 15 Minuten. Es ist eine Umsteigeverbindung über Osaka. Das System ist auch hier wieder supereinfach und absolut idiotensicher. Hat man eine Sitzplatzreservierung (kostet nichts für JR-railpass-Inhaber), steht auf dem Kärtchen drauf, welcher Wagen und welche Sitzplatznummer man hat. Hat man keine Sitzplatzreservierung, sind meist die ersten 3 Wagen hierfür vorgesehen. Es wird aber auch durchgesagt und an der Anzeigetafel angezeigt. Wo genau welcher Wagen zum Halten kommt, ist auf dem Boden des Bahnsteiges deutlich markiert. Man kann nichts falsch machen. Noch während ich auf meinen Zug warte, rasen mehrere Shinkansen, die hier in Odawara nicht halten, full speed durch den Bahnhof. Es macht nur "wuuusch" und so ein bullet train ist durchgerast. Zuhause fahre ich nur selten und sehr ungern mit dem Zug, hier in Japan macht es mir richtig Spaß und ich bekomme gar nicht genug davon !

Die japanischen Anzeigen an der digitalen Tafel springen auch immer auf englische Anzeige um

Die japanischen Anzeigen an der digitalen Tafel springen auch immer auf englische Anzeige um

Shinkansen am super-gepflegten Bahnsteig

Shinkansen am super-gepflegten Bahnsteig

Da rast einer entlang

Da rast einer entlang

typisch ist die aerodynamische "Entenschnabel-Lok"

typisch ist die aerodynamische "Entenschnabel-Lok"

Innen sieht es aus, wie im Flugzeug

Innen sieht es aus, wie im Flugzeug

wenn man das Ziel verpassen sollte, dann nicht wegen mangelnder Information, sondern höchstens, weil man in den bequemen Sitzen eingeschlafen ist...

wenn man das Ziel verpassen sollte, dann nicht wegen mangelnder Information, sondern höchstens, weil man in den bequemen Sitzen eingeschlafen ist...

Gepflegt, sauber, sehr komfortabel, viel Platz und leise ! Handy´s sind auf lautlos zu stellen, telefonieren ist nur in den Wagenübergängen erlaubt und jeder hält sich dran

Gepflegt, sauber, sehr komfortabel, viel Platz und leise ! Handy´s sind auf lautlos zu stellen, telefonieren ist nur in den Wagenübergängen erlaubt und jeder hält sich dran

optimale Beinfreiheit und Platz für´s große Gepäck ist im hinteren Teil der einzelnen Wagen auch genug

optimale Beinfreiheit und Platz für´s große Gepäck ist im hinteren Teil der einzelnen Wagen auch genug

Ich genieße die Fahrten mit den Shinkansen immer sehr. Die Landschaften und Städte fliegen nur so an einem vorbei, wenn der Zug mit 300 km/h losbrettert. Inzwischen baut man in Japan an Shinkansen, die mit bis zu 500 km/h unterwegs sein können.

Am frühen Nachmittag habe ich Kurashiki erreicht, eine historische Stadt mit altem Stadtkern und ca. 430.000 Einwohnern. Insbesondere die schöne Altstadt ist der Grund, warum ich hier für eine Nacht Halt mache. Zunächst allerdings muss ich mein Hotel, das Kurashiki Station Hotel, finden. Ich frage in der Touristeninformation, bekomme einen guten Stadtplan und eine gute Wegbeschreibung. Da das Hotel aber nur ca. 150 vom vom Bahnhof entfernt liegt, bin ich schnell da.

Es wird aber auch Zeit: Heute ist es wieder mal besonders heiß und schwül, deswegen bin ich klatschnass geschwitzt. Das Hotel ist nicht so dolle, aber für 1 Nacht völlig ok. Im Zimmer will ich meine Reisetasche nur noch ein paar Zentimeter weiter in die Ecke schubsen, hebe sie ruckartig an und ZACK ! Ein brennender Schmerz schießt mir in den linken, unteren Rücken. Ich stehe in leicht gebückter Haltung da und kann mich nicht wieder aufrichten. Muss ich aber, geht allerdings nur unter höllischen Schmerzen. Was ist das denn jetzt ? Hexenschuss ? Nerv eingeklemmt ? Keine Ahnung, aber jammern hilft nicht, außerdem ist für heute nachmittag die Besichtigung Kurashikis angesagt. Ich ignoriere den Schmerz, dusche kalt, ziehe mich um und latsche los. Solange ich in Bewegung bin, ist es auch auszuhalten. Also schaue ich mir Kurashiki an. Hier die Fotos:

Kurashiki Bahnhof

Kurashiki Bahnhof

Bahnhofsgegend Kurashiki

Bahnhofsgegend Kurashiki

in der Altstadt

in der Altstadt

es sind vorwiegend alte Lagerhäuser, die heute zu Geschäften, Restaurants, Cafés und Unterkünften umgebaut sind. So richtig Alt-Japan aufgemotzt

es sind vorwiegend alte Lagerhäuser, die heute zu Geschäften, Restaurants, Cafés und Unterkünften umgebaut sind. So richtig Alt-Japan aufgemotzt

Es gibt auch ein paar (eher weniger interessante) Museen

Es gibt auch ein paar (eher weniger interessante) Museen

entspanntes Treiben in der Altstadt

entspanntes Treiben in der Altstadt

besonders schön ist der Kanal

besonders schön ist der Kanal

zurück in Kurashikis Neustadt

zurück in Kurashikis Neustadt

Den Spaziergang durch die Altstadt habe ich zwar rein optisch genossen, aber mich quält echt mein Ischias-Nerv. So sehr, dass ich auch keinen Appetit habe. Zurück im Hotel kommuniziere ich per SMS und email mit meiner Mutter, die mir den Tipp gibt, keinesfalls eine Schutzhaltung einzunehmen und stattdessen immer schön in Schmerzrichtung Gymnastik zu treiben. Also ist jetzt Bodenturnen angesagt ! Irgendwann muss ich mich aber schlafen legen und ich hoffe doch sehr, dass ich morgen früh aus der Waagerechten wieder hochkommen kann.

Am späten Nachmittag war ich noch im Bahnhof und habe eine Sitzplatzreservierung gemacht für einen Shinkansen nach Hiroshima.

© Sabine H., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Asien für mich mal ganz neu und anders, womöglich erstmals auch kompliziert (?). Japan und ein klein wenig Südkorea.
Details:
Aufbruch: 29.07.2013
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 16.08.2013
Reiseziele: Japan
Südkorea
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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