Wandern im Thüringer Wald

Reisezeit: Oktober 2014  |  von Uta Weißel

Wartburg/Drachenschlucht

Donnerstag

Guten Morgen ihr Eichelhäher...
Jeden Morgen können wir von unserer Schlafstatt aus eine Eichelhäherfamilie in der Buche vor dem Fenster beobachten.
Der Baum hängt voll mit Bucheckern und offensichtlich schmecken die nicht nur den Eichhörnchen.
Diese Vögel sind ziemlich pünktlich. Acht Uhr gibt es bei denen immer Frühstück.
Bei uns jeweils etwas später.
Heute steht als erstes die Wartburg bei Eisenach auf dem Programm.
Der Weg dorthin ist von der Hauptstrasse aus schon etliche Kilometer vor der Stadt gut ausgeschildert.
Es schlängelt sich eine kleine Strasse nach oben zum Parkplatz. Der Parkplatzwächter nimmt uns an der Zufahrtsschranke 5 Euro ab und dafür bekommen wir einen kleinen Flyer und einen Standplatz für das Auto zugewiesen. Alles funktioniert reibungslos.
Sogar öffentliche Toiletten sind vorhanden, bei denen man mal nicht bezahlen muss.
Am Eingang zur Burg kaufen wir endlich die längst fällige Thüringer Bratwurst, weil sich der Hunger schon wieder meldet.
Frisch gestärkt geht es rein in die Burg:

Wartburg

Wartburg

Wartburg mit Aussichtsturm

Wartburg mit Aussichtsturm

Wartburg (im Hintergrund weiße Turteltauben)

Wartburg (im Hintergrund weiße Turteltauben)

verliebte Turteltäubchen

verliebte Turteltäubchen

Blick von der Wartburg

Blick von der Wartburg

Wir haben irgendwie keine Lust auf eine Burgführung. Uns kribbelt es schon wieder in den Beinen. Somit kehren wir zurück zum Auto und begegnen am Parkplatzeingang einem Rudel Schäferhunde...

solche Prachtexemplare bekommt man nicht alle Tage in geballter Form vor die Linse

solche Prachtexemplare bekommt man nicht alle Tage in geballter Form vor die Linse

Als wir wieder unten in Eisenach ankommen, sehen wir, dass die Zufahrt nach oben wegen Überfüllung mit einer Schranke versperrt ist. Da kann man wirklich sagen:
"Der frühe Vogel fängt den Wurm".
Unweit der Burg gibt es zwei wunderschöne Schluchtenwanderwege.
Die Drachenschlucht und die Landgrafenschlucht.
Als wir endlich für das Auto einen ordentlichen Parkplatz finden, begehen wir als erstes die Drachenschlucht:

Willkommen in der Drachenschlucht

Willkommen in der Drachenschlucht

Gleich zu Beginn wieder so eine herbstlich-natürliche prachtvolle Waldschönheit

Gleich zu Beginn wieder so eine herbstlich-natürliche prachtvolle Waldschönheit

Der Weg wird immer schmaler...

Der Weg wird immer schmaler...

Mitten in der Drachen-Schlucht

Mitten in der Drachen-Schlucht

ganz schöner Engpass...

ganz schöner Engpass...

Der Weg durch die Stein-Schlucht ist extra angelegt worden, sonst würde man da nicht durchkommen, da der Boden zu nass und glitschig ist. Man läuft die ganze Zeit auf Gitterrosten.
Nach den engen Stellen geht es weiter auf normalen Waldwegen.

Baumwurzeln krallen sich in den Felsen

Baumwurzeln krallen sich in den Felsen

Naiv wie wir sind, wollen wir bei dem Rastplatz "Hohe Sonne" die Strasse überqueren und auf der anderen Seite von oben in die Landgrafenschlucht eintauchen.
Die Rast an der "Sonne" bekommt uns mit Kaffee und Eis recht gut und hält uns bei guter Laune.
Auf der anderen Strassenseite ist sogar die Richtung zur Landgrafenschlucht ersichtlich. Aber leider auch nur hier.
An der nächsten Weggabelung keinerlei Hinweis.
Wir verlassen uns auf unser Gefühl.
Aber wie das manchmal so ist: das Gefühl trügt.
Einsam und verlassen schleichen wir unbekannte Wege entlang.
Wenigstens sehen wir noch mal die Wartburg aus der Ferne

Waldblick auf die Wartburg

Waldblick auf die Wartburg

Der Waldweg ist teilweise richtig unheimlich. Absolute Stille und es knackt nur ab und zu im Gebüsch. Hoffentlich kommen keine Wildschweine zu Besuch.
Leider ist die Beschilderung auf den etwas kleineren Wanderwegen wohl ein generelles Problem. Ohne richtige Wanderkarte ist man da verraten und verkauft. Somit erreichen wir eher unfreiwillig schon wieder den Parkplatz.
Aber von hier aus gelangt man zum Glück direkt von der anderen Seite in die Landgrafenschlucht.
Und trotz schon fortgeschrittener Stunde bummeln wir noch eine Weile darin herum.
Obwohl im Dunkeln wäre das nicht die erste Wahl.
Das wirkt dann doch etwas unheimlich.

Am Anfang der Landgrafenschlucht

Am Anfang der Landgrafenschlucht

schon etwas weiter drin

schon etwas weiter drin

immer weiter und weiter, es wird noch enger und unheimlich schön...

immer weiter und weiter, es wird noch enger und unheimlich schön...

© Uta Weißel, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Was fängt man mit einer Woche Urlaub Anfang Oktober an? Ans Mittelmeer fliegen? - wie ursprünglich geplant wegen der "Wettersicherheit" - oder doch mal die kurzfristige heimische Wetterprognose abwarten und in Deutschland bleiben und dem Bewegungsdrang nachgeben? Wir entscheiden uns für Deutschland fast um die Ecke von Berlin - den Thüringer Wald. Das heißt konkret für uns: unbekannte Wanderwege erforschen.
Details:
Aufbruch: 04.10.2014
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 11.10.2014
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Uta Weißel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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